NNIP-Expertin Susanne Hellmann Schwellenländeranleihen haben Rückenwind

Die Autorin Susanne Hellmann ist Geschäftsführerin von NNIP Deutschland. | © Harald Schnauder

Die Autorin Susanne Hellmann ist Geschäftsführerin von NNIP Deutschland. Foto: Harald Schnauder

Der Anlegeroptimismus gegenüber Schwellenländern ist ungebrochen. Die wichtigste Erklärung für das derzeit gute Abschneiden von Anlagen aus den Schwellenländern ist der verbesserte Ausblick für das Wirtschaftswachstum der meisten Staaten. Daran wird auch eine moderate Abkühlung des chinesischen Wachstums nichts ändern. Besonders vertrauensbildend wirkt die Erholung des Kreditwachstums – sie begann im März 2017 und ist die erste Erholung im Kreditbereich in den Schwellenländern seit 2011.

Ein weiterer Grund sind die nach wie vor niedrigen Zinsen in den USA und Europa. Aber auch in einem Umfeld, in dem die westlichen Zentralbanken ihre Geldpolitik straffen und die Leitzinsen anheben, dürften Schwellenländer weiter zu den Gewinnern gehören, sofern das globale Wirtschaftswachstum zumindest auf seinem bisherigen Niveau bleibt.

Aus einer Position der Stärke

Tatsächlich sind die Schwellenländer heute in einer deutlich besseren finanziellen Verfassung als noch vor wenigen Jahren. Viele große aufstrebende Volkswirtschaften, die nach dem sogenannten Taper Tantrum in den USA im Jahr 2013 noch Leistungsbilanzdefizite verzeichneten, erzielen nun Überschüsse. Daher sind sie nicht mehr so abhängig von externem Kapital und damit zugleich weniger anfällig für externe Schocks. Darüber hinaus sind die Realzinsen in den Schwellenländern hoch und die Inflationsraten niedrig. Dadurch verfügen die dortigen Zentralbanken über Spielraum, die Zinsen zu senken.