101 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für japanische Aktien

Japans Premierminister Shinzo Abe (links) mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus: Nicht nur an den US-Börsen läuft es derzeit prächtig, auch in Tokio sind die Aktienkurse in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen | © Getty Images

Japans Premierminister Shinzo Abe (links) mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus: Nicht nur an den US-Börsen läuft es derzeit prächtig, auch in Tokio sind die Aktienkurse in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen Foto: Getty Images

Japans Aktienmarkt präsentiert sich aktuell in guter Verfassung: Über zwölf Monate legte er um rund 21 Prozent zu, Mitte Februar verzeichnete der Leitindex Nikkei 225 mit 6,9 Prozent das höchste Wochenplus seit Oktober 2014. Zu den Kursanstiegen trägt unter anderem der schwache Yen bei, was sich positiv auf die Exporte auswirkt. Zu Jahresbeginn hatten zudem auch positive Konjunkturdaten die Kurse befeuert.

Anleger sollten sich aber – wie generell bei Länderfonds – bewusst sein, dass Fonds mit ausschließlichem Fokus auf Japan überdurchschnittlichen Schwankungen unterliegen: So lag die Volatilität in den vergangenen zwölf Monaten bei rund 23 Prozent, die des MSCI World-Index hingegen bei überschaubaren 11 Prozent. Wie der aktuelle Crashtest zeigt, gibt es aber auch Fonds, die auf diesem Markt vergleichsweise schwankungsarme Titel herauspicken.

Besonders gut gelang dies zuletzt Jens Hansen mit dem Value-Invest Lux Japan, der im Stresstest das Spitzenergebnis von 100 Punkten verbuchte. Das verdankt der Fonds vor allem dem mit 13,7 Prozent vergleichsweise niedrigen Maximalverlust über drei Jahre. Zum Vergleich: Beim I-Shares MSCI Japan IMI – dem bestplatzierten ETF in diesem Teilbereich – lag dieser Wert bei 21,8 Prozent.

In puncto Performance konnten Anleger mit Fokus auf passiven Investments mit dem Comstage Nikkei 225 das beste Ergebnis erzielen – der ETF verbuchte über ein Jahr ein Plus von 38,5 Prozent und belegt damit Rang 5 im Performancevergleich. Auf fast 54 Prozent kommt hingegen der aktiv gemanagte M&G Japan Fund, der in diesem Teilbereich den Spitzenplatz belegt, im Stresstest allerdings keinen einzigen Punkt erreichte.

Ein ausgewogener Mix aus solider Performance und überschaubaren Risiken gelang wiederum dem Comgest Growth Japan, der auch dank des guten Ergebnisses im Rating-Vergleich den Gesamtsieg davonträgt. Was die drei genannten aktiven Fonds im Vergleich zu den ETFs eint: Sie setzen jeweils auf ein sehr konzentriertes Portfolio.

Die besten Japan-Aktienfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Comgest Growth Japan 193 59 54 80 127
2 BL-Equities Japan 188 48 66 74 206
3 GAM Star Japan Equity EUR 170 43 77 50 151
4 Value-Invest Lux Japan 169 9 100 60 101
5 UBAM IFDC Japan Opportunities Equity 164 38 81 45 62
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 14. Februar 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 14. Februar 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis

Die drei Siegerfonds im Kurz-Porträt

Richard Kaye

Der Gesamtsieger: Comgest Growth Japan

Derzeit setzt sich das Portfolio des im Frühjahr 2000 aufgelegten Fonds aus 38 Titeln zusammen, im Schnitt sind es 30 bis 40. Dabei bevorzugt Fondsmanager Richard Kaye vor allem Industriewerte wie Daifuku und Fanuc, die zu den fünf größten Positionen im Fonds gehören und damit entscheidend zur hohen Gewichtung von 35 Prozent beitragen. Zum Vergleich: Im Topix beträgt der Anteil dieses Sektors 22 Prozent.

Finanzwerte hingegen gewichtet Kaye aktuell mit knapp 4 Prozent – rund 10 Prozentpunkte niedriger als der Index. Diese Gewichtung ist das Ergebnis des Auswahlprozesses, den die rund 400 Aktien des Anlageuniversums durchlaufen.

Grundsätzlich kommen Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde US-Dollar infrage, die den von Comgest bevorzugten Quality-Growth-Kriterien entsprechen. „Um in die engere Wahl zu kommen, müssen Faktoren wie das EPS-Wachstum, die Kapitalrendite, der Cashflow und der Zustand der Bilanz stimmen“, erläutert Kaye den Auswahlprozess.

Weitere Kriterien für die Titelauswahl sind nachhaltige Wettbewerbsvorteile und Hinweise darauf, wie konsistent und zuverlässig die Gewinnprognosen sind. Auch vom Management der Unternehmen verschaffen sich Kaye und seine Mitarbeiter einen Eindruck. Haben sich die Comgest-Manager einmal für eine Aktie entschieden, halten sie ihr in der Regel lange die Treue. Kaye: „Mehr als 30 Prozent der Unternehmen im Fonds bleiben zwischen drei und fünf Jahren im Portfolio, über 25 Prozent der Aktien weisen sogar eine längere Haltedauer auf.“

Von politischen Ereignissen wie jüngst den Wahlen in den USA lässt sich der Comgest-Manager aufgrund seiner Bottom-up-Strategie nur wenig beeinflussen: „Bei den Portfolioentscheidungen betrachten wir einen Anlagehorizont von fünf Jahren, so dass derartige Faktoren wenig ins Gewicht fallen.“

Für 2017 geht Kaye davon aus, dass sich Japans Aktien positiv entwickeln. „Die Gewinnrevisionen überzeugen im internationalen Bereich, zudem wird die neuerliche Abwertung des Yen gegenüber dem US-Dollar die Revisionen weiter befeuern“, urteilt er. Positiv für den Aktienmarkt sei zudem auch die Verbesserung der Corporate Governance japanischer Unternehmen sowie steigende Dividenden- und Eigenkapitalrenditen.

„Positiv dürfte sich auch die von Premierminister Shinzo Abe angestrebte Senkung der Unternehmenssteuern auswirken, außerdem profitiert der Aktienmarkt von der Verlagerung der Kapitalflüsse“, so der Fondsmanager. Zudem erwartet er, dass die japanischen Haushalte sowie Banken und Versicherungen die Aktienquote erhöhen.