11 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für Biotech-Aktien

Wissenschaftler in einem Forschungslabor des Biotech-Unternehmens Vitrology Biotech im schottischen Clydebank | © Getty Images

Wissenschaftler in einem Forschungslabor des Biotech-Unternehmens Vitrology Biotech im schottischen Clydebank Foto: Getty Images

Wer sich einen Aktienfonds mit Fokus auf den Biotech-Sektor ins Depot holt, braucht vor allem eines: eine große Portion Mut zum Risiko. Denn ebenso rasant, wie die Kurse zeitweilig nach oben schnellen, geht es häufig auch wieder bergab.

Das zeigt sich auch in der hohen Volatilität des Branchenindex Nasdaq Biotechnology, die 2016 bei 29 Prozent lag. Zum Vergleich: Beim globalen Aktienindex MSCI World lag dieser Wert bei 12 Prozent. Ein Beispiel für die Achterbahnfahrten, die der Index gelegentlich verzeichnet, liefert der Januar 2016: Binnen vier Wochen büßte der Branchenindex rund 20 Prozent ein.

Die besten Fonds für Biotech-Aktien

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Candriam Equities Biotechnology 239 92 87 60 521
2 UBS (Lux) Equity Fund Biotech 205 83 82 40 915
3 Franklin Biotechnology Discovery Fund 202 69 86 47 1858
4 Credit Suisse (Lux) Global Biotech Innovators Equity 201 80 91 30 137
5 SEB Concept Biotechnology 190 50 100 40 305
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 4. Januar 2017), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 4. Januar 2017), Wertentwicklung auf Euro-Basis

Zwischen dem 3. und 14. November vergangenen Jahres ging es hingegen in nur wenigen Handelstagen um 19 Prozent bergauf – allein am Tag nach der überraschenden Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten waren es 7 Prozent. Mit Trump hatte der Kandidat gewonnen, der im Wahlkampf weniger radikale Töne in puncto Regulierung der Preisgestaltung von Medikamenten anschlug als seine Gegenkandidaten Hillary Clinton. Unterm Strich verbuchte der Index übers Jahr gesehen dennoch ein Minus von über 20 Prozent.

Dieser Entwicklung konnten sich auch die elf vom Fondsdienstleister FWW für DER FONDS analysierten Biotech-Fonds nicht entziehen: Sie lagen durchschnittlich mit rund 19 Prozent im Minus. Vergleichsweise moderat fiel der Anteilspreis-Rückgang mit jeweils knapp 15 Prozent beim UBS Equity Fund Biotech und beim Franklin Biotechnology Discovery Fund aus.

Beim UBS-Fonds führte unter anderem dieses vergleichsweise gute Ergebnis zu einer deutlich besseren Platzierung als im Vorjahr: Er rückte von Platz 7 auf Rang 2 vor. Schlechter lief es insgesamt für den SEB Concept Biotechnology, der 2016 mit 254 Punkten Spitzenreiter der Gesamtwertung war und aktuell Rang 5 belegt. Im Stresstest hingegen konnte SEB-Managerin Ulrika Bergman ihren Spitzenplatz mit der Höchstnote von 100 Punkten verteidigen.

Aus den Top Five verabschieden mussten sich der Deka-Lux-Biotech und der Espa Stock Biotec: Sie belegen aktuell Rang 6 und Rang 7. Spitzenreiter mit 239 Punkten ist aktuell sowohl in der Gesamtwertung als auch im Performance-Vergleich der Candriam Equities Biotechnology, der auch schon 2016 mit Rang 3 sehr gut abschnitt.

Die drei Siegerfonds im Kurz-Porträt

Der Gesamtsieger: Candriam Equities Biotechnology

Der Gesamtsieger steht auch in den Teilbereichen Performance- und Ratingvergleich ganz oben und belegt im Stresstest Rang 5. Der im April 2000 aufgelegte Fonds gehört zu den Klassikern seines Genres und wird seit Auflegung von Rudi Van den Eynde gemanagt. Er investiert sowohl in Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung als auch in Small Caps.

„Die großen Firmen sollen für Stabilität und Wachstum sorgen, die kleineren Unternehmen bieten Potenzial für zusätzliche Rendite“, so Van den Eynde. Um die Erfolgsaussichten für Neuerungen in den Bereichen Biotech und Medizin zu beurteilen, nimmt er die Sichtweise eines Arztes ein. Unterstützt wird er dabei unter anderem von zwei promovierten Biotech-Spezialisten.

Im Schnitt hält Van den Eynde rund 75 bis 95 Titel aus dem insgesamt weltweit rund 1.000 Aktien umfassenden Anlageuniversum. Die Grenze für die erforderliche Mindest-Marktkapitalisierung zieht das Team bei 100 Millionen US-Dollar. Aus den in Frage kommenden 500 Titeln bleiben im Schnitt rund 200 übrig, die den Anforderungen an Faktoren wie die Qualität der veröffentlichten Studien, die Geschäftsaussichten, dem Therapieumfeld und der Managementqualität genügen.

„Für die Einzeltitelauswahl sind dann unter anderem Aspekte wie die Medikamenten-Eigenschaften maßgeblich“, erläutert der Candriam-Manager, der die scharfe Kurskorrektur im Sommer vergangenen Jahres unter anderem für das Aufstocken kleinerer Titel wie Exelixis oder Array Biopharma genutzt hat.

Den Ausgang der US-Wahl beurteilt Van den Eynde im Hinblick auf die Branche positiv: „Die Risiken in puncto Preisgestaltung sind mit dem Wahlsieg von Donald Trump deutlich gesunken, wie die jüngsten Personalentscheidungen belegen“, begründet er seine Einschätzung. So habe sich etwa der designierte Vizepräsident Mike Pence 2014 als Gouverneur in Indiana als Förderer der Biotech-Branche hervorgetan.

Die Kursverluste im Dezember führt Van den Eynde denn auch nicht auf politische Ursachen, sondern auf die Sektor-Rotation hin zu zyklischen Value-Titeln zurück. „Angesichts der boomenden Innovationen in der Branche mit mehr als 2.200 Medikamenten in den von uns bevorzugten Phasen II und II und der moderaten Bewertungen sehen wir in diesem Jahr insgesamt ein positives Umfeld für den Sektor.“