13 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für asiatische Nebenwerte

Von oben ganz klein: die Hochhaus-Kulisse von Hongkong. Hier findet die Managerin des Crashtest-Sieger-Fonds, Elina Fung, besonders viele spannende Aktien von kleinen Unternehmen (Foto: PHILIPPE LOPEZ/AFP/Getty Images)

Von oben ganz klein: die Hochhaus-Kulisse von Hongkong. Hier findet die Managerin des Crashtest-Sieger-Fonds, Elina Fung, besonders viele spannende Aktien von kleinen Unternehmen (Foto: PHILIPPE LOPEZ/AFP/Getty Images)

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Insgesamt erfüllen 13 Fonds die Kriterien für den Crashtest. Zu den asiatischen Small Caps zählen in der Regel Unternehmen, die eine Marktkapitalisierung von bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar aufweisen. Gemeinsame Anlageregion der Fonds ist Asien, exklusive Japan – zumindest weitgehend: Der Sieger im Bereich Stresstest zum Beispiel, der Delta Lloyd Asian Participation Fund, kauft gelegentlich auch an der Tokioter Börse. Auch ansonsten gibt es zum Teil gravierende Unterschiede – ein genauerer Blick ist daher unerlässlich.

Die besten Fonds für asiatische Nebenwerte

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 HSBC Asia ex Japan Equity Smaller Companies 196 99 57 40 377
2 Templeton Asian Smaller Companies Fund 171 82 60 29 1.240
3 Fidelity Asian Smaller Companies Fund 165 49 66 50 192
4 I-Shares MSCI Far East ex-Japan Small Cap ETF 142 55 67 20 55
5 Schroder Asian Smaller Companies 135 51 59 25 307
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 8. Mai 2015), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 8. Mai 2015), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Beim einzigen ETF im Crashtest, dem I-Shares MSCI Far East ex-Japan Small Cap auf Rang 4, fehlt zum Beispiel der neue aufsteigende Star Indien. Andere Fonds sind zusätzlich im pazifischen Raum aktiv und haben auch Australien und Neuseeland im Blick. Dies gilt zum Beispiel für den drittplatzierten Fidelity Asian Smaller Companies Fund, aber auch für den Axa Rosenberg Pacific Ex-Japan Small Cap Alpha Fund auf Rang 6. Dieser hält sich nebenbei von vielen Schwellenländern weitgehend fern. Er ist abgesehen von einer 7-Prozent-Gewichtung in China nur in den bereits weiter entwickelten Staaten Südkorea, Singapur, Hongkong, Australien und Neuseeland unterwegs.



Die drei Sieger-Fonds im Kurzporträt

Platz 1: HSBC Asia ex Japan Equity Smaller Companies

Der Markt für asiatische Small Caps ist noch sehr ineffizient. Nur knapp 20 Prozent der Aktien sei über Analysten-Research abgedeckt, meint Elina Fung. Die Managerin des Siegerfonds HSBC Asia ex Japan Equity Smaller Companies hält daher ein fundamentales Research durch erfahrene Anlageprofis für den Schlüssel zum Erfolg. Sie konzentriert sich auf Unternehmen, die bei Kauf eine Marktkapitalisierung von weniger als 2 Milliarden Dollar aufweisen.

Zunächst durchsucht Fung zusammen mit ihrem Team das Fondsuniversum nach Ausreißern mit attraktiver Bewertung und einer hohen zu erwartenden Profitabilität. Aus den Ergebnissen der quantitativen Analyse wird ein Aktien-Ranking erstellt. Die Auswahl erfolgt letztlich über Bottom-up-Stockpicking – und daraus ergeben sich auch Sektor- und Länderallokation.

Aktuell sind 95 Titel im Portfolio. Mehr als ein Viertel des Vermögens entfällt auf Hongkong, weitere 17 Prozent auf China. „Seit Jahresanfang haben wir unser Übergewicht in Hongkong noch ausgebaut“, berichtet Fung (siehe Interview). Als Grund dafür nennt sie neben der Kurskorrektur im vierten Quartal 2014 den hohen Abschlag, mit dem die in Hongkong gelisteten H-Aktien gegenüber den in Shanghai und Shenzen gelisteten A-Aktien der gleichen Unternehmen gehandelt werden.

Platz 2: Templeton Asian Smaller Companies Fund

Dieser 2008 aufgelegte Fonds wird von Emerging-Markets-Ikone Mark Mobius gemanagt. Der 78-Jährige ist überzeugt, dass für den Anlageerfolg das Research vor Ort unerlässlich ist. Über seine Reiseerfahrungen schreibt er regelmäßig in seinem Blog, und Daten zu seinem Leben gibt es mittlerweile auch in Comic-Form.

Mobius ist überzeugter Stockpicker. Er sucht nach unterbewerteten Titeln und wartet geduldig, bis auch andere Marktteilnehmer deren Vorzüge entdecken. Vor größeren Einzelwetten scheut er nicht zurück. Die beiden größten der insgesamt 85 Positionen im Fonds – die indischen Unternehmen Bajaj Holdings and Investment und Tata Chemicals – machen rund 10 Prozent aus.

Indien ist auch mit 22 Prozent nach Südkorea (30 Prozent) das am zweitstärksten gewichtete Land im Portfolio. „Im vergangenen Jahr hat Südkorea einen Drei-Jahres-Plan gestartet, der Innovationen und den Abbau von Bürokratie für Unternehmen fördert“, sagt Mobius. Und in Indien beginne Premierminister Modi mit ambitionierten Reformen, seine Wahlversprechen umzusetzen.

Doch nicht nur in der Entwicklung dieser beiden Länder sieht Mobius Chancen: „Im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt unterstützt die politische Ausrichtung in großen Teilen Asiens das Wirtschaftswachstum deutlich.“ Insbesondere kleinere Unternehmen müssten seiner Ansicht nach von den Reformen profitieren, die das Unternehmertum förderten. Da kleine Unternehmen hauptsächlich von der Inlandsnachfrage getrieben werden, dürften ihnen zudem der gesunkene Ölpreis und die damit steigende Kaufkraft zugutekommen.

Platz 3: Fidelity Asian Smaller Companies

Nitin Bajaj, der diesen Fonds seit September 2013 managt, investiert außer in Südostasien auch in Australien und Neuseeland. Zu Ende April war die größte Position im Fonds die Anwaltskanzlei Slater & Gordon aus Melbourne. Insgesamt machen australische Aktien knapp 12 Prozent aus, damit sind sie nach China und Indien (16 beziehungsweise 14 Prozent) die drittgrößte Länderposition.

Bajaj folgt bei der Titelauswahl drei Prinzipien. So gelte es zunächst, das Geschäftsmodell zu verstehen. „Ich glaube nicht, dass ich die Gewinneraktien auswählen kann, ohne mir das Unternehmen genau anzuschauen“, meint Bajaj. Als zweites blickt der Fidelity-Manager auf die Bewertung: „Mich interessieren Anomalien, bei denen der Markt entweder Aspekte des Geschäfts ignoriert oder falsch versteht.“

Damit zusammenhängend meidet er drittens Unternehmen, an die der Markt große Erwartungen knüpft. „Ich versuche, mich bewusst von Modethemen fernzuhalten, und interessiere mich mehr für vom Markt vernachlässigte Firmen “, sagt Bajaj. Sein Zeithorizont bei der Titelauswahl liegt bei zwei bis drei Jahren.

Übergewichtet hat er zurzeit Firmen aus Indien, Australien, Thailand und Indonesien. Seine Vorliebe für Indien erklärt er vor allem mit dem spezifischen Wissen, das er sich als Manager diverser Indien-Fonds erworben hat. „Die restlichen Länderübergewichte sind ein Ergebnis des Stockpickings“, so Bajaj.

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