15 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für Infrastruktur-Aktien

Kuh vor dem RWE-Kraftwerk Niederaußem in Bergheim, Nordrhein-Westfalen | © Getty Images

Kuh vor dem RWE-Kraftwerk Niederaußem in Bergheim, Nordrhein-Westfalen Foto: Getty Images

Seit der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten beherrscht das Thema Infrastruktur die Börsen-Schlagzeilen. Waren bislang Technologie-und Internet-Giganten wie Facebook, Alphabet oder Apple die Lieblinge der Wall Street, hat sich das Blatt seit den Präsidentschaftswahlen gehörig gewandelt.

Trump will bis zu einer Billion Dollar in den Ausbau und den Erhalt des Sektors stecken. Die über Jahre schwache Investitionstätigkeit hat vielerorts für marode Straßen, Brücken, Wasserwege oder Tunnel gesorgt. Auch Schulen und Krankenhäuser sind dringend sanierungsbedürftig. Für Trump war es eines der Lieblingsthemen im Wahlkampf. Entsprechende Aktien sind plötzlich gefragt.

Die besten Fonds für Infrastruktur-Aktien

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 First State Global Listed Infrastructure Fund 243 92 87 64 2193
2 Morgan Stanley Global Infrastructure Fund 212 85 70 57 652
3 Credit Suisse (Lux) Infrastructure Equity Fund 197 73 94 30 72
4 DB X-Trackers S&P Global Infrastructure ETF 181 67 84 30 145
5 I-Shares Global Infrastructure ETF 179 58 86 35 442
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 6. Dezember 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 6. Dezember 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis

Aber auch in den Schwellenländern – allen voran in China und Indien –ist der Investitionsbedarf in Infrastrukturen gigantisch. Im nächsten Jahrzehnt fallen einer Studie der Beratungsgesellschaft PWC und des Forschungsinstitutes Oxford zufolge weltweit Ausgaben von 78 Billionen US-Dollar an, die sowohl in den Aufbau von Transport-und Kommunikationsnetzen fließen werden als auch in den Neubau und Erhalt von Bildungs- und Sozialeinrichtungen sowie von Bergbau- oder Industrieprojekten.

Ein aktuelles Projekt ist beispielsweise Chinas Hauptstadt Peking, die zusammen mit der Hafenstadt Tianjin und der Provinz Hebei zur größten Mega-City der Welt Jing-Jin-Ji mit bis zu 150 Millionen Einwohnern verschmolzen werden soll. Bagger und Planierraupen bestimmen aktuell die Szenerie, um die gewaltigen Infrastrukturen in Rekordzeit hochzuziehen.

Weniger dynamisch verläuft die Entwicklung in Westeuropa. Insbesondere die Folgen der Finanz-und Schuldenkrise schränken die Investitionsmöglichkeiten auf dem Alten Kontinent ein. Aufgrund des insgesamt immensen Investitionsbedarfs entdecken aber zunehmend auch Privatinvestoren das breitgefächerte Investmentthema für sich.

Für den aktuellen Crashtest haben sich 15 Fonds qualifiziert, die entweder global anlegen oder sich regional beschränken. So ist der Amundi Equity India Infrastructure der einzige reine Länderfonds. Er investiert ausschließlich in Indien, während der Invesco Asia Infrastructure Fund sein Fondsvermögen über ganz Asien und Australien verteilt. Der Aberdeen Global Emerging Markets Infrastructure investiert global in Schwellenländer. Eines ist ihnen gemein: Sie belegen aufgrund der schlechten Wertentwicklung der vergangenen Jahre die hinteren Plätze im Crashtest. Die Risikoaversion der Anleger gegenüber Schwellenmärkten machte auch um Infrastruktur-Aktien keinen Bogen.

Die Tabellenspitze dominieren global anlegende Produkte, die ihr Geld oft mehr als zur Hälfte in amerikanische Titel stecken. Sollten sich die vollmundigen Wahlversprechen des zukünftigen US-Präsidenten bewahrheiten, könnte sich ein Engagement in Übersee auch künftig lohnen.

Der Sieger der vorangegangenen Auswertung aus dem Jahr 2014 fehlt diesmal. Der Easy ETF NMX 30 Infrastructure Global wurde im Februar 2016 mit dem neu aufgelegten BNP Paribas Easy NMX 30 Infrastructure Global verschmolzen und verfügt nach den Crashtest-Regeln nicht über das erforderliche Mindestalter von drei Jahren. Die ETF-Konkurrenz von DB X-Trackers und I-Shares ist mit den Plätzen 4 und 5 vorn dabei. Den Sieg im Stresstest holte sich die französische Fondsboutique DNCA, welche seit 2015 zum globalen Vermögensverwalter Natixis Global AM gehört.

Die drei Siegerfonds im Kurz-Porträt


Der Gesamtsieger: First State Global Listed Infrastructure Fund

Der Gesamtsieg geht mit insgesamt 243 Punkten und einem deutlichen Vorsprung von 31 Punkten an die britische Fondsgesellschaft First State. Die Fondsmanager Peter Meany (im Bild) und Andrew Greenup sowie ein fünfköpfiges Analystenteam managen den mit einem Volumen von umgerechnet knapp 2,2 Milliarden Euro mit Abstand größten Infrastruktur-Fonds im Vergleichsfeld. Punkte sammelten die Briten vor allem in der Performance-und in der Rating-Auswertung.

Die Anlagephilosophie stützt sich vor allem darauf, Qualitätsfirmen mit hohen Markteintrittsbarrieren und Preisgestaltungsmacht zu identifizieren. In diesem Prozess werden Titel mit großem Infrastruktur-Bezug, guter Ertragslage und guten Wachstumsaussichten bevorzugt. Eine wichtige Rolle spielen zudem der Cashflow sowie etliche weitere Kriterien wie die Finanzlage und die Fähigkeiten des jeweiligen Managements. Am Ende des Anlageprozesses werden zudem die Auswirkungen geopolitischer und makroökonomischer Szenarien auf die Unternehmen betrachtet.

Größte Position ist mit einer Gewichtung von 8 Prozent der australische Mautstraßen-Betreiber Transurban Group. Weitere Top-Werte sind PG & E Corporation, East Japan Railway und der amerikanische Strom-und Erdgaskonzern Dominion Resources. Insgesamt hält das Team 40 Positionen, von denen etwa die Hälfte aus den USA stammt.

Japanische, britische und australische Titel kommen auf jeweils rund 7 Prozent. Stark auf Zinsveränderungen reagierende Versorgungsunternehmen haben Meany und Greenup untergewichtet – insbesondere solche, bei denen sie mit nur geringem Gewinnwachstum rechnen.