185 Fonds im Crashtest Die besten globalen dynamischen Mischfonds

Dieser Roboter soll in Japan Kaffeemaschinen von Nestlé verkaufen: Der Schweizer Lebensmittelgigant ist eine der größten Positionen des drittplatzierten Crashtest-Mischfonds MFS Meridian Prudent Wealth. (Foto: YOSHIKAZU TSUNO/AFP/Getty Images)

Dieser Roboter soll in Japan Kaffeemaschinen von Nestlé verkaufen: Der Schweizer Lebensmittelgigant ist eine der größten Positionen des drittplatzierten Crashtest-Mischfonds MFS Meridian Prudent Wealth. (Foto: YOSHIKAZU TSUNO/AFP/Getty Images)

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Der Allianz Strategiefonds Wachstum ist der beste globale dynamische Mischfonds mit deutscher Vertriebszulassung. Schon im Crashtest der globalen defensiven Mischfonds im Herbst 2014 überzeugten gleich zwei Allianz-Fonds. Sowohl der erstplatzierte Allianz Flexi Rentenfonds als auch der drittplatzierte Allianz Strategiefonds Stabilität werden wie auch der aktuelle Siegerfonds vom Multi-Asset-Active-Allocation-Team der Allianz GI gemanagt.

Crashtest: Die besten globalen dynamischen Mischfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Allianz Strategiefonds Wachstum 154 68 6 80 408
2 WWK Select Chance 149 84 0 65 95
3 MFS Meridian Prudent Wealth Fund 136 9 77 50 1,471
4 Allianz Strategy 75 134 54 0 80 43
5 BL-Global 75 B 134 5 75 54 379
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 7. Januar 2015), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 7. Januar 2015), Wertentwicklung auf Euro-Basis


In den einzelnen Prüfkategorien schneiden die drei besten Fonds im diesem Crashtest sehr unterschiedlich ab. Während der Allianz-Fonds und der WWK Select Chance im Bereich Stresstest sehr wenig Punkte aufweisen, überzeugt hier der MFS Meridian Prudent Wealth. Dafür schneidet dieser in Gegensatz zu den anderen beiden im Performance-Test relativ schwach ab. Allerdings sollte sich von der eher mageren Ausbeute von nur 9 Punkten niemand täuschen lassen: Damit gehört der MFS-Fonds immer noch zur besseren Hälfte aller getesteten Produkte.



Insgesamt hat DER FONDS 185 Angebote analysiert. Eine klare Definition für die Kategorie „Dynamische Mischfonds“ gibt es nicht. Darunter fallen aktienorientierte Misch- und Dachfonds, bei denen Aktien klassischerweise 70 bis 80 Prozent des Portfolios ausmachen. Ebenso finden sich hier aber auch vom Anlagegrundsatz her flexible Mischfonds, die jedoch üblicherweise sehr stark auf Aktien fixiert sind.

Die drei Sieger-Fonds im Kurzporträt

Platz 1: Allianz Strategiefonds Wachstum

Der Allianz Strategiefonds Wachstum ist das dynamische Mitglied in der Strategiefonds-Familie, die das Multi-Asset-Active-Allocation-Team der Allianz GI unter der Leitung von Marcus Stahlhacke managt. Verantwortliche Managerin ist seit Februar 2013 Cordula Bauss. Die strategische Asset Allocation des Fonds liegt bei 25 Prozent Anleihen und 75 Prozent Aktien. Von dieser Quote darf Bauss jeweils um 10 Prozentpunkte nach oben und unten abweichen. Seit über zwei Jahren hat sie die Aktienquote übergewichtet, in jüngster Zeit allerdings nicht mehr so deutlich.

Auf der Aktienseite investiert der Fonds weltweit und folgt dabei dem Best-Styles-Ansatz der Fondsgesellschaft. Dieser basiert auf der Annahme, dass Investmentstile wie Value, Growth oder Momentum zusätzliche Risikoprämien bieten. Durch eine diversifizierte Mischung der Investmentstile – angepasst an die jeweilige Marktentwicklung – soll eine Outperformance erzielt werden.

Weiteres Alpha liefert die Einzeltitelauswahl, die auf einem hauseigenen fundamentalen Research basiert. Zusätzliche extreme Länderwetten verbietet das Risikomanagement des Fonds. Abweichungen der Gewichte von denen des Vergleichsindex MSCI World hält Bauss in einem relativ engen Rahmen. Zwar könnte sie auch in Schwellenländer investieren, momentan verzichtet sie aber wegen der eher gemischten Aussichten darauf.

Bei den Anleihen dominieren Euro-Anleihen. „Wir beschränken uns auf Anleihen mit Investmentgrade-Status, hier steht der Sicherheitsaspekt klar im Vordergrund“, sagt Bauss. Zudem investiert sie in den Allianz Advanced Fixed Income. „Er passt optimal in das Konzept und ist aus technischer Sicht sehr gut zur Liquiditätssteuerung des gesamten Fonds geeignet“, erklärt sie.

Platz 2: WWK Select Chance

Im Fokus des WWK Select Chance stehen wachstumsstarke Aktienfonds, ertragsorientierte Aktienfonds können beigemischt werden. Anleihen spielen in dem Dachfonds nur eine untergeordnete Rolle. Laut Verkaufsprospekt kann Fondsmanager Björn Lutz bis zu ein Drittel des Vermögens in Misch-, Renten- oder geldmarktnahe Fonds investieren. Zurzeit stecken nur rund 6 Prozent in Anleihen.

Für Lutz und seine Kollegen aus der WWK-Kapitalanlage ist bei der Zusammensetzung des Fonds vor allem eines wichtig: Das Risiko-Rendite-Profil der Anlage muss stimmen. Ein Auswahlkriterium ist eine konsistente Outperformance eines Marktes in der Vergangenheit. „Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Verhalten der Zielfonds in Marktabschwung-Phasen“, erklärt der BWK-Manager. So kauft er in erster Linie Zielfonds, die typischerweise in schwachen Marktphasen weniger verlieren als der breite Markt.

Zur Auswahl stehen sowohl aktiv gemanagte Fonds als auch ETFs. Die zehn größten Positionen machen aktuell rund 70 Prozent des Portfolios aus. „Wegen der attraktiven Bewertungen bevorzugen wir derzeit vor allem Zielfonds für die Region Südostasien und für Emerging Markets ganz allgemein“, sagt Lutz. Absolut gesehen haben allerdings US-Aktien das stärkste Gewicht. Weil es in den USA aufgrund der hohen Effizienz des Marktes nur wenige vielversprechende aktive Fonds gibt, hält der WWK Select Chance zu einem großen Teil kostengünstige passive Produkte. „In Europa ist es leichter, Fonds mit einer guten aktiven Performance zu identifizieren“, so Lutz.

Platz 3: MFS Meridian Prudent Wealth

„Das Umfeld für Aktien ist momentan viel heikler, als es auf den ersten Blick erscheinen mag“, meint Barnaby Wiener. Der Manager des MFS Meridian Prudent Wealth sieht den Aktienmarkt vor allem durch „heiße Luft“ in Form von Äußerungen der Notenbanken getrieben, weniger von den Fundamentaldaten der Unternehmen. „Entsprechend konservativ ist der Fonds derzeit aufgestellt“, so Wiener weiter. Rund 40 Prozent des Portfolios stecken in Cash oder Cash-nahen Anlagen. Das entspricht ungefähr dem historisch höchsten Niveau seit der Auflegung des Fonds am 31. Januar 2011. „Die Kasse-Position und darüber hinaus eingegangene Index-Puts wirken deshalb weiter entweder als Performance-Bremse oder als Sicherheitspuffer – je nachdem, in welche Richtung sich die Aktienmärkte bewegen”, erklärt Wiener.

Sein Ziel ist es, über einen Zeitraum von fünf Jahren den MSCI World zu schlagen. Basis dafür ist ein konzentriertes globales Aktienportfolio aus 30 bis 50 Titeln. Wiener setzt auf Qualitätswerte, die er günstig einkauft. Danone, Nestlé und Colgate-Palmolive sind Wieners größten Positionen. Die Auswahl trifft er über einen fundamentalen Bottom-up-Ansatz, bei dem ihn das globale Team des amerikanischen Investmenthauses MFS – seit 1982 eine Tochter der kanadischen Sun Life – unterstützt. Außer in Aktien kann er flexibel in Cash und Anleihen investieren und darüber hinaus seine Gewichtungen über Indexoptionen steuern. Wiener arbeitet seit 1998 für MFS und war bis Ende 2014 auch Manager des MFS Meridian Global Total Return. Jetzt konzentriert er sich voll auf den MFS Meridian Prudent Wealth.