2 Vermögensverwalter diskutieren Pro & Contra: Großbritannien nach dem Brexit – Land ohne Zukunft?

Das Londoner Parlamentsgebäude und der Elizabeth Tower (Big Ben) bei Nacht | © pixabay.com

Das Londoner Parlamentsgebäude und der Elizabeth Tower (Big Ben) bei Nacht Foto: pixabay.com

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Patrick Cettier, geschäftsführender Partner der Prio Partners GmbH in Zürich

Der Brexit ist ein leuchtendes Zeichen für die Demokratie. Großbritanniens Bürger haben entschieden, in Freiheit und Selbstbestimmung ihren eigenen Weg zu gehen. Daran kann ich beim besten Willen nichts Schlechtes sehen. Es ist nun eine ganz andere Frage, wie die EU, insbesondere ihre Vertreter in Brüssel aus politischem Kalkül reagieren. Wirtschaftlich macht es weder für die EU noch für Großbritannien Sinn, Handelsbarrieren aufzubauen.

Aber selbst wenn: Großbritannien ist aufgrund von Rechtssicherheit und der Verbundenheit mit den Nationen des Commonwealth und weit darüber hinaus ein geschätzter Partner. Auch hilft die englische Sprache, Brücken zu bauen. Ich wäre nicht überrascht, wenn Großbritannien in kürzester Zeit eine ganze Reihe von vorteilhaften Handelsabkommen schließt, die es im Rahmen der Europäischen Union so nie hätte erzielen können. Alleine die geplanten Abkommen mit den USA, Indien oder Australien zeigen auf, wo es in Zukunft hingehen kann.

Pro: Selbstbestimmung kann Berge versetzen

Die Möglichkeit zur wirtschaftlichen Selbstbestimmung der Briten kann Berge versetzen. Für Investoren bietet ein solcher Wandel neben den offensichtlichen, kurzfristigen negativen Folgen viele Chancen. Alleine der tiefe Fall des britischen Pfunds macht Investitionen in Großbritannien für ausländisches Kapital interessant. Die Nachfrage nach Immobilien hat in der Folge auch wieder angezogen.

Auch sind Reisen nach Großbritannien deutlich günstiger geworden. Der ansteigende Tourismus bietet Chancen für all die Unternehmen, die von Millionen ausgabefreudigen Besuchern profitieren. Ganz allgemein hat sich zudem die Wettbewerbsfähigkeit der Exportindustrie mit einem niedrigen Pfund stark verbessert.

Fazit: Es ist bei Weitem nicht alles gut in Großbritannien, aber die zukunftsorientierte Dynamik, die sich entwickelt, wird allgemein unterschätzt. Und unterschätzte Anlagenmöglichkeiten sind für Investoren mit Weitblick gute Nachrichten.