202 Fonds im Crashtest Die besten defensiven globalen Mischfonds

Sicherheit über alles: Spieler der Schweizer Nationalmannschaft bei der jüngsten Eishockey-Weltmeisterschaft in Moskau. Foto: Getty Images

Sicherheit über alles: Spieler der Schweizer Nationalmannschaft bei der jüngsten Eishockey-Weltmeisterschaft in Moskau. Foto: Getty Images

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Auf den Kapitalmärkten herrscht weiter Nervosität. Unklar ist, wie es mit Chinas Wirtschaft weitergeht und wie sich die Rohstoffpreise entwickeln. Das belastet vor allem rohstoffexportierende Schwellenländer. Nennenswerte Zinserhöhungen sind nach wie vor nicht in Sicht, so dass es schwierig bleibt, auf den Anleihemärkten mit wenig Risiko eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften. Ein Ausstieg Großbritanniens aus der EU erscheint zwar eher unwahrscheinlich, doch insgesamt bleibt die Lage von Unsicherheit geprägt und die Märkte dürften für schlechte Nachrichten anfällig bleiben.



Anleger, denen dieses Marktumfeld Sorge bereitet, dürften sich mit defensiv anlegenden Mischfonds am ehesten auf der sicheren Seite fühlen. Sie versprechen mehr Renditechancen als reine Renten- oder Geldmarktprodukte, da sie im begrenzten Umfang auch auf die Aktienmärkte setzen können – zumeist mit einem Porfolio-Anteil von bis zu 35 Prozent.

Die besten defensiven globalen Mischfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Acatis ELM Konzept 164 68 36 60 94
2 Allianz Strategy 15 151 61 0 90 384
3 Allianz Flexi Rentenfonds 144 64 0 80 660
4 Allianz Strategiefonds Stabilität 142 72 0 70 322
5 Zukunftsplan IV 139 22 72 45 48
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 19. Mai 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 19. Mai 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Beim Gesamtsieger Acatis ELM Konzept beträgt die Quote aktuell 40 Prozent. Dank einer geschickten Titelauswahl überzeugten Fondsberater Frank Lübberstedt und Acatis-Chef Hendrik Leber vor allem im Performance-Test, wo sie mit 68 Punkten das zweitbeste Ergebnis erzielten. Die vergleichsweise hohe Aktienquote schlägt sich allerdings auch in einer relativ niedrigen Punktzahl beim Stresstest nieder, wo der Fonds mit 36 Punkten lediglich Rang 13 belegt.

Wie groß die Unterschiede in der Bewertung der Teilbereiche Stresstest, Performance und Rating ausgeprägt sein können, zeigt unter anderem der Hansa-Accura: Der kaum an den Aktienmärkten aktive Stresstest-Sieger (82 Punkte) holt im Performance-Test lediglich einen Punkt und landet im Gesamtfeld auf Rang 17.

Eine Mittelweg geht der Performance-Sieger Allianz Strategiefonds Stabilität, bei dem Fondsmanagerin Cordula Bauss die Aktienquote auf 25 Prozent begrenzt. Der Fonds schneidet  zwar im Stresstest eher schwach ab, überzeugt aber dank seiner guter Performance auch im Rating-Test, wo er bei Feri, FWW und Morningstar Bestnoten einfährt.

Die drei Siegerfonds im Kurzporträt

Der Gesamtsieger: Acatis ELM Konzept


Foto: Hendrik Leber (rechts), Frank Lübberstedt

Bei diesem auch im Vorjahr auf Rang 1 liegenden Fonds setzt Fondsmanager Hendrik Leber gemeinsam mit seinem externen Berater Hendrik Lübberstedt einen Ansatz um, der trotz aktuell vergleichsweise hoher Aktienquote sehr defensiv ist. So steht dem Aktienanteil von 40 Prozent ein nahezu ebenso hoher Cash-Anteil gegenüber. Knapp 10 Prozent des Portfolios hält das Duo in Discountzertifikaten, so dass die Aktienmärkte indirekt noch stärker im Fonds vertreten sind. Der Rest entfällt auf Anleihen und Absicherungsinstrumente wie Reverse Bonus-Zertifikate.

„Die hohe Cash-Quote ergibt sich weniger daraus, dass wir eine überaus vorsichtige Marktmeinung haben, sondern ist vielmehr der Tatsache geschuldet, dass der Fonds in den vergangenen Monaten hohe Zuflüsse hatte“, erläutert Lübberstedt. Und das neue Geld werde erst investiert, wenn es auch entsprechende Kaufgelegenheiten gebe.

Bei der Titelauswahl gehen Leber und Lübberstedt anhand von Value-Kriterien vor, wobei deutsche Aktien generell den regionalen Schwerpunkt bilden. Das bestätigt der Blick auf die aktuellen Top-Ten-Positionen: Die mit 3,5 Prozent höchste Gewichtung hat das Bahntechnik-Unternehmen Vossloh, auf Platz 2 liegt der Haushaltsgeräte-Hersteller Leifheit.

Weitere bekannte deutsche Namen im Aktienportfolio sind unter anderem der Bauspar- und Versicherungskonzern Wüstenrot & Württembergische und die Modeschmuckkette Bijou Brigitte. Lübberstedt: „Beide Unternehmen stehen beispielhaft für unsere Strategie, auf Aktien mit möglichst geringer Korrelation zu den großen Aktienmärkten weltweit zu setzen. Beide zeichnen sich zudem durch Aktivitäten in defensiven und nichtzyklischen Branchen aus.“ Mit ihrem Deutschland-lastigen Portfolio haben die beiden Fondsmanager ihr Renditeziel von jährlich 3 bis 7 Prozent bislang nur in einem Jahr verfehlt: 2011, wo sich das Ergebnis mit einem Plus von 2,6 Prozent angesichts der Verwerfungen an den europäischen Aktienmärkten aber dennoch sehen lassen konnte.