22 Fragen an Angelika Millendorfer „Mein Kleiderschrank wird immer voller“

Angelika Millendorfer, Managerin des Raiffeisen-Osteuropa-Aktien

Angelika Millendorfer, Managerin des Raiffeisen-Osteuropa-Aktien

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1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Ich war eigentlich von Jugend auf recht sparsam. Das liegt in meiner Natur. Aber natürlich übertreibe ich es nicht und gönne mir schon auch viele schöne Dinge

2. Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?

Ich war in der glücklichen Lage, dass meine Eltern mir das Studium finanziert haben. Gearbeitet habe ich nur in den Ferien

3. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Es gibt einige Leute, von denen ich viel gelernt habe, aber nicht das eine große Vorbild. Man muss seinen eigenen Investmentstil finden, der zu einem passt. Man kann übrigens auch viel aus den Fehlern anderer lernen

4. Die unsinnigste Börsen-Theorie, die Ihnen je untergekommen ist?

Den Spruch "When in trouble, double" finde ich recht gefährlich. Zwar kann das durchaus öfters funktionieren, aber wenn nicht, führt es unter Umständen geradewegs ins Desaster

5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Ich glaube, dass man sich unbedingt mit dem Thema Behavioral Finance auseinandersetzen sollte. Die meisten Bücher dazu ergehen sich aber vor allem in empirischen Belegen für die angebliche Irrationalität der Anleger und bieten wenige konkrete Empfehlungen, wie man davon profitieren kann. Das muss man sich selber überlegen

6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Ich sage mir in schwierigen Zeiten immer "In der Ruhe liegt die Kraft", obwohl ich sonst keine große Anhängerin fernöstlicher Philosophie bin

7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Erfolgreich zu sein ist ein sehr befriedigendes Gefühl, unabhängig von einem Bonus oder anderen materiellen Vorteilen und Karriereschritten

8. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Dass mein Team gezeigt hat, dass wir nicht nur Osteuropa-Fonds erfolgreich managen können, sondern auch globale Emerging-Markets-Fonds. Das war schon ein schöner Erfolg, weil viele das ursprünglich nicht als unsere traditionelle Kernkompetenz angesehen haben

9. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Über die Diskussion um die Finanztransaktionssteuer. Viele Verfechter sind sich überhaupt nicht über deren Auswirkungen im Klaren.

10. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

All jenen, die das von mir immer leidenschaftlich unterstützte europäische Projekt durch Überregulierung und überhastete und überzogene Erweiterungs- und Integrationsschritte in Verruf gebracht haben

11. Was sammeln Sie?

Ich bin kein Sammlertyp, aber mein Kleiderschrank wird immer voller. Ich habe schon akute Platzprobleme –  vor allem, weil ich mich mit dem Wegwerfen schwertue