22 Fragen an Christian Schmitt „Hätte ich mehr Platz, würde ich Fahrräder sammeln“

Hätte sich auch eine Karriere als Architekt vorstellen können: Ethenea-Manager Christian Schmitt | © Ethenea

Hätte sich auch eine Karriere als Architekt vorstellen können: Ethenea-Manager Christian Schmitt Foto: Ethenea

  1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Wirklich prägend? Hm – erzähle ich Ihnen, wenn es soweit ist …

  1. Wären Sie nicht Fondsmanager geworden, wären Sie heute …

… Architekt. Allerdings wurde zum Zeitpunkt der Studienwahl etwa jeder zweite Architektur-Absolvent in die Arbeitslosigkeit entlassen, sodass mir ein Studium der Mathematik erfolgversprechender erschien. Zudem hatte ich zugegebenermaßen wohl auch ein zu verträumtes Bild vom Beruf des Architekten vor Augen

  1. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Nein, kein bestimmtes. Es gibt und gab unglaublich viele erfolgreiche Investoren, und von allen kann man eine Menge lernen. Ich versuche die Gemeinsamkeiten zu finden und in der für mich passenden Art und Weise im heutigen Umfeld anzuwenden. Am Ende gelange ich so immer wieder zu der Erkenntnis, dass die Bewertung im Mittelpunkt der Anlageentscheidung stehen muss

  1. Welche andere Persönlichkeit imponiert Ihnen oder fasziniert Sie?

Als Fondsmanager kommt man ständig in Kontakt mit erfolgreichen Unternehmern und Managern. Das ist das Spannende in unserem Job. Tatsächlich fasziniert bin ich seit Jahren von Bill McDermott, dem Vorstandsvorsitzenden von SAP. Dieser Mann besitzt eine Ausstrahlungskraft, die schier unendlich wirkt

  1. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Das CFA Curriculum. Die Bücher bilden die umfangreiche Grundlage für die Ausbildung zum Investmentspezialisten. Dabei werden alle für einen Fondsmanager relevanten Themen mit dem für angelsächsische Fachliteratur typischen Bezug zur Praxis dargestellt. Wer erst einmal klein starten möchte, kann auch zu Benjamin GrahamsThe Intelligent Investor“ greifen. Schließlich haben Grahams Ideen das CFA-Programm maßgeblich geprägt

  1. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Aus Fehlern lernt man. Also geht’s erst mal in die schonungslose Analyse, warum es nicht ganz rund lief. Die Motivation kommt durch den Ansporn, es das nächste Mal besser machen zu wollen, von alleine wieder zurück

  1. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Das Gefühl, eine herausragende Leistung abgeliefert zu haben, ist schon Belohnung genug

  1. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Im Januar 2017 habe ich bei einem Vortrag vor über 1.500 Zuhörern die Aktie der Deutschen Lufthansa als unseren Top-Pick vorgestellt. Der ausgearbeitete Investment-Case ging im Anschluss mustergültig auf und noch heute werde ich oft darauf angesprochen. So ein Erlebnis macht einen stolz

  1. Welchem verpassten Investment trauern Sie noch heute nach?

Jeden Monat wird man unweigerlich mit verpassten Investments konfrontiert. Das ist Teil des Jobs. Aber man kann sich nicht daran aufhalten, jeder verpassten Chance nachzutrauern. Dafür sind die Zeiten und Märkte zu schnelllebig

  1. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Über einseitig geführte Diskussionen. Die Welt ist voll davon. Ich verstehe einfach nicht, warum man nicht alle Informationen objektiv darlegen kann und dann gemeinsam eine Lösung findet. Ehrlich gesagt, habe ich damit bislang nur gute Erfahrungen gemacht

  1. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Allen engstirnigen Zeitgenossen