22 Fragen an Emmanuel Chapuis „Ein Tischkicker ist ein Muss“

Emmanuel Chapuis, Manager des Oddo Pro-Actif Europe

Emmanuel Chapuis, Manager des Oddo Pro-Actif Europe

1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Das Spielbuch Der Hexenmeister vom flammenden Berg von Ian Livingstone und Steve Jackson. Ich war neun Jahre alt und habe es von meinem eigenen Taschengeld gekauft

2. Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?

Eine typische Mischfinanzierung, würde ich sagen: Ich wurde von meinen Eltern unterstützt, habe aber auch mit Marktstudien für eine junge Firma und als Assistent an der Neeley School of Business etwas dazuverdient

3. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Ich habe kein konkretes Vorbild. Aber ich empfinde viel Bewunderung für das Orakel von Omaha – so wie viele andere Portfolio Manager auch

4. Die unsinnigste Börsen-Theorie, die Ihnen je untergekommen ist?

Warte den nächsten Aufschwung beziehungsweise die Erholung ab, um dann zu verkaufen

5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Ich empfehle Irrationaler Überschwang von Robert J. Shiller. Und Die Essays von Warren Buffett, eine leicht lesbare und sehr wertvolle Lehrschrift über einwandfreie Geschäfte anhand seiner Berkshire Hathaway-Aktionärsbriefe

6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Ich rufe mir meine drei Kernsätze in Erinnerung: Investieren ist ein Marathon! Bleibe Deiner Investmentphilosophie treu! Geduld ist eine Tugend!

7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Mittelzuflüsse. Darin kommen gleich mehrere Aspekte zum Ausdruck: die Bestätigung, dass die Anlagestrategie relevant ist; Anerkennung und Vertrauensbeweis für die Verlässlichkeit des Portfolio-Managers; Dankbarkeit für die Resultate

8. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Ich bin sicher, dass dieser Moment noch vor mir liegt. Aber etwas ernsthafter: Es ist schon jetzt jeden Tag ein tolles Gefühl, die Top Manager der Firmen treffen zu können und mit ihnen zu diskutieren

9. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Da fällt mir spontan nichts ein

10. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Hin und wieder Politikern. Ich kann einfach nicht verstehen, wie sich solch talentierte und gut ausgebildete Menschen dem Populismus hingeben

11. Was sammeln Sie?

Früher habe ich Briefmarken gesammelt. Inzwischen übernimmt das Sammeln mein Keller