22 Fragen an Felix Schnella „Erfolg ist flüchtig“

Felix Schnella, Manager des Ökoworld Ökotrust

Felix Schnella, Manager des Ökoworld Ökotrust

1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Während meiner Ausbildung zum Bankkaufmann war ich auch im Anlagemanagement. Dort habe ich jeden Morgen in der Börsenzeitung aktuelle Meldungen gelesen und dann meine Kollegen gelöchert, wie diese zu bewerten waren. Eines Tages zückte mein Ausbilder einfach einen Orderzettel und fragte mich, wie viele Aktien ich von dem Unternehmen kaufen möchte. Seit diesem Tag investiere ich in Aktien und rede nicht nur darüber

2. Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?

Während meines Studiums habe ich verschiedene Jobs angenommen. Da war einiges dabei: Promoter für Tageszeitungen, im Vertrieb von Finanzprodukten oder als Tutor an der Uni. In den Semesterferien kamen auch viele Praktika hinzu

3. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Ein eigentliches Vorbild habe ich nicht. Ich habe viel von meinen Eltern mitgenommen – zum Beispiel die Erkenntnis, dass Fleiß und Einsatz wichtige Bestandteile bei der Arbeit sind. Außerdem haben sie immer nach vorne geschaut, egal wie schwer die Situation war

4. Die unsinnigste Börsen-Theorie, die Ihnen je untergekommen ist?

If you are in trouble – double!

5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Das eine bestimmte Buch gibt es nicht. Eine umfassende Sicht kann man nur erhalten, wenn man verschiedene Ideen und Ansätze kennt. Ich halte es aber für sehr wichtig, über den Tellerrand hinauszuschauen und nicht nur Finanzwerke zu lesen. Ein interessantes Buch ist zum Beispiel Faktor Fünf: Die Formel für nachhaltiges Wachstum von Ernst Ulrich von Weizsäcker. Es zeigt interessante Ideen und Ansätze, wie wir durch effizienten Rohstoffeinsatz und die intelligente Nutzung neuer Technologien in einer nachhaltigen und zukunftssicheren Welt leben können

6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Hinter den Wettbewerbern zu stehen ist schon schlimm genug. Das zu ändern ist ausreichend Motivation

7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Das wichtigste ist: Nur nicht ausruhen und im eigenen Erfolg schwelgen. Denn Erfolg ist flüchtig, wenn man nicht weiter hart arbeitet. Man sollte auch nie vergessen, dass die erreichten Ergebnisse auf der guten Arbeit des ganzen Teams basieren

8. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Es gab bisher sehr viele schöne Momente und Erlebnisse im meinem Arbeitsleben – da ist es schwierig, einen einzelnen herauszuheben

9. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Viele Kleinigkeiten – nichts wirklich Bedeutendes

10. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

All den Europa-Skeptikern, die gerade versuchen, diese Errungenschaft unserer Eltern-Generation wieder rückgängig zu machen. Leider sind die Vorteile unserer europäischen Gemeinschaft für viele eine reine Selbstverständlichkeit geworden. Man kann heute in Luxemburg arbeiten, in Deutschland wohnen und ohne große Vorbereitung übers Wochenende nach Italien fahren. Die Probleme, die wir heute in Europa haben, wären aus meiner Sicht ohne die Europäische Union noch viel gravierender, auch in Deutschland

11. Was sammeln Sie?

Ich bin kein Sammler