22 Fragen an Gökhan Kula „Unsinnige Börsentheorien? Nennen Sie mir eine sinnvolle!“

Gökhan Kula, Manager des Myra German Allocation. Foto: Anna Mutter

Gökhan Kula, Manager des Myra German Allocation. Foto: Anna Mutter

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1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Mein erster Schritt an den Kapitalmarkt als Jugendlicher war der Kauf eines globalen Aktienfonds mit zusätzlicher monatlicher Ansparung. Eine Erfahrung, die angesichts der damals haussierenden Märkte sehr positiv war

2. Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?

Ganz klassisch mit Nachhilfeunterricht, Zeitungaustragen und freundlicher Unterstützung der Familie

3. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Warren Buffett. Sein Sinn fürs Geschäftemachen ist herausragend, und er lässt sich durch nichts beirren

4. Die unsinnigste Börsen-Theorie, die Ihnen je untergekommen ist?

Nennen Sie mir zuerst einmal eine sinnvolle! Aber Spaß beiseite: Sich unkritisch und blind auf Börsen-Theorien zu verlassen, ist der beste Weg, Geld zu versenken

5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

The Black Swan von Nassim NicholasTaleb. Die Erkenntnis, dass vor allem Zufallsprozesse die Märkte bewegen und dadurch die Kapitalmärkte regelmäßig überraschen, wird leider weiter nicht ausreichend in den Investmentprozessen berücksichtigt

6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Solange Emotionen die Märkte bewegen und sich dadurch Börsenzyklen entfalten, habe ich keine Motivationsprobleme. Unsere Strategien sind systematisch und regelbasiert – insofern ist es immer nur eine Frage der Zeit bis sich die Situation umkehrt

7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Die Belohnung kommt automatisch durch zufriedene Investoren, die uns weiter ihr Vertrauen schenken

8. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Dass wir es in der Finanzkrise 2008 geschafft haben, das Vermögen unserer Investoren zu schützen

9. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Die Politik liefert laufend Steilvorlagen. Derzeit ist es die griechische Uneinsichtigkeit, sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen anstatt weiter auf externe Hilfe zu hoffen

10. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Denjenigen, denen ich etwas sagen wollte, habe ich es schon gesagt

11. Was sammeln Sie?

Erfahrungen