22 Fragen an Guido Barthels „Ich bin ein Jedi“

Liebt “Game of Thrones” und

Liebt “Game of Thrones” und "Star Wars": Ethenea-Manager Guido Barthels Foto: Uwe Nölke

  1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Oh je, das liegt lange zurück. Das muss noch zu Beginn der 70er Jahre gewesen sein, wo wir als Jugendliche viel Quartett gespielt haben. Da gab es ein Quartett mit absolut coolen Autos, das ich unbedingt haben wollte, aber das Taschengeld reichte nicht aus. Ich musste sparen, um mir das Quartett für 2,50 Mark zu kaufen

  1. Wären Sie nicht Fondsmanager geworden, wären Sie heute …

… Pilot. Das war immer mein Traumberuf, bis meine Augen zu schlecht wurden, um diesen Traum zu erreichen. Danach war eigentlich immer der Kapitalmarkt für mich das Maß aller Dinge. Wenig Langeweile, jeder Tag etwas Neues. Das hält einen auf Trab

  1. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Nicht wirklich. Ich messe mich gerne mit anderen Leuten, versuche aber meinen eigenen Weg zu gehen.

  1. Welche andere Persönlichkeit imponiert Ihnen oder fasziniert Sie?

Hans-Dietrich Genscher. Ich hatte das Vergnügen, seinen Ausführungen live bei einer Veranstaltung 2012 in Bad Homburg zu folgen. Was er alles erlebt und verändert hat, ist schon sehr beeindruckend

  1. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Da gibt es mehrere. „The Big Short“ und “Liar’s Poker“ von Michael Lewis gehören auf jeden Fall dazu. „This time is different“ von Carmen Reinhart und Ken Rogoff ist auch Pflicht. Ansonsten alle Bücher von Rebecca Gablé zur Unterhaltung

  1. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Ach, das passiert ständig! Nein wirklich, es wird immer irgendwelche Fondsmanager geben, die etwas mehr Fortune als man selbst gehabt haben. Das stört mich nicht so. Als echt störend würde ich es empfinden, wenn es immer dieselben sind, die vor einem im Ranking stehen. Da würde ich mich dann schon fragen, ob ich vielleicht doch den falschen Beruf gewählt habe. Gottseidank gerate ich sehr selten in diese Situation

  1. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Da trinke ich eine gute Flasche Wein mit meinem Alter Ego Daniel Stefanetti

  1. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Das muss Anfang 2009 gewesen sein, wo eine ältere Dame sich so herzlich bei mir bedankt hat, dass nicht nur ihr Geld noch da gewesen ist, sondern es tatsächlich auch noch mehr geworden ist. Das bereitet einem schon ein schönes Gefühl, wenn man den Anlegern so helfen konnte

  1. Welchem verpassten Investment trauern Sie noch heute nach?

Ich bedauere immer noch, nicht bei Googles Börsengang mitgemacht zu haben. Man stand 2004 aber immer noch etwas unter Schock durch das Platzen der Tech-Bubble. Trotzdem war irgendwie klar, dass es sich hier um eine Erfolgstory handelt. Allerdings weiß ich nicht, ob man tatsächlich die gigantischen Kurssteigerungen mitgenommen hätte. Nach 100 Prozent Gewinn wäre ich wohl ausgestiegen. Andererseits: Man muss auch gönnen können!

  1. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Über die Engländer, vor allem diejenigen, die für den Brexit gestimmt haben. Ich mag England und die Engländer sehr, auch den englischen Sinn für Humor, aber jetzt erkenne ich den Witz nicht mehr. Ich hoffe allerdings, dass die Engländer ihren Irrweg erkennen, auf den sie von herausragenden Persönlichkeiten (Vorsicht: Ironie!) wie Boris Johnson und Nigel Farage geführt worden sind

  1. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Donald Trump. Was für ein …