22 Fragen an Klaus Blaabjerg „Tarzan Boy macht mich glücklich“

Klaus Blaabjerg, Manager des Absalon Global High Yield | © Absalon Capital

Klaus Blaabjerg, Manager des Absalon Global High Yield Foto: Absalon Capital

  1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Mein Vater war Bauunternehmer und als Junge habe ich ihm immer gerne zugehört, wenn er über Zinsraten, Diskussionen mit Handwerkern über Verzögerungen und viele andere Aspekte des Unternehmertums sprach

  1. Wären Sie nicht Fondsmanager geworden, wären Sie heute …

Ingenieur

  1. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Rick Rieder von Blackrock. Ich durfte Rick zwischen 2003 und 2004 in meiner Zeit als junger Portfoliomanager mehrfach treffen. Er war damals Leiter des Credit-Research von Lehman Brothers. Auch wenn Lehman Brothers die Finanzkrise nicht überlebt hat, gab es dort ein fantastisches Fixed-Income-Research – manches davon habe ich heute noch im Hinterkopf. Nach dem Lehmann-Kollaps wurde Rick bei Blackrock Leiter des Rententeams, ein tolles Comeback!

  1. Welche anderen Persönlichkeiten imponieren Ihnen?

Albert Einstein und Niels Bohr. Großartige Denker mit einer fantastischen Lebensleistung

  1. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

When Genius Failed” von Roger Lowenstein. Lowenstein beschreibt eindrücklich, wie der legendäre Hedgefonds LTCM zwischen 1994 und 1996 von gerade einmal 1,25 Millionen US-Dollar auf 140 Milliarden US-Dollar anwuchs, um dann im August 1998 zu kollabieren. Zur Führungsmannschaft von LTCM gehörten damals mit John Merriwether und den Harvard-Professoren Myron Scholes und Robert Merton gleich drei Rockstars der damaligen Finanzbranche. Das Buch erinnert uns an mögliche Schäden durch risikohafte Ausreißer bei der Portfolio-Rendite

  1. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Seit 2002 bin ich für Credit-Fonds verantwortlich. Ich weiß deswegen, dass es Phasen gibt, in denen unsere Fonds hinter Wettbewerbern zurückliegen, weil wir anders agieren als unsere Wettbewerber. Außerdem agieren wir mit unseren Fonds im Gegensatz zu vielen anderen Wettbewerbern unabhängig von der Benchmark. Aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass mein Team und ich nach solchen Phasen auch immer wieder mit unserer Arbeit überzeugen konnten – sei es nach dem Platzen der IT-Blase, der Finanzkrise oder der europäischen Schuldenkrise

  1. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Es gibt keine bessere Belohnung als gute Resultate

  1. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Ich denke, das war 2009, als unsere Global-High-Yield-Strategie eine Wertentwicklung von über 80 Prozent erzielte. Wir wiesen damals unsere Anleger auf die großen Risikoprämien für Small Caps im High-Yield-Bereich hin und stellten uns, als die Liquidität in den Markt zurückkam, sehr offensiv auf, um von diesen Prämien zu profitieren. Mit dem Erfolg, dass wir in der zweiten Hälfte 2009 gegenüber der Benchmark eine Outperformance von 20 Prozent erreichten

  1. Welchem verpassten Investment trauern Sie noch heute nach?

Ich bedauere es im Nachhinein durchaus, dass wir die Fonds im Februar und März 2016 nicht noch offensiver aufgestellt haben. Wir haben damals zwar die Benchmark geschlagen und waren laut Morningstar die Nummer 1 in Europa bei den Global-High-Yield-Fonds. Nichtsdestotrotz hätten wir es noch besser machen können

  1. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Kein Kommentar

  1. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Donald Trump, weil er sich gegenüber langjährigen Alliierten so negativ verhält und auch sonst extrem unhöflich ist