22 Fragen an Martin K. Wilhelm „Auf meinen Tesla würde ich nur ungern verzichten“

Martin K. Wilhelm, Manager des Acatis IFK Value Renten UI

Martin K. Wilhelm, Manager des Acatis IFK Value Renten UI

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1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Der Kauf meines ersten Wertpapiers 1979 im Alter von 15 Jahren. Ein mit 11 Prozent verzinster Hypothekenpfandbrief mit einem Jahr Laufzeit – aus heutiger Sicht unglaubliche Konditionen

2. Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?

Durch traditionelle Arbeit in der Bank und an der Börse

3. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Nein. Unabhängig davon schätze ich in der Tat Warren Buffett, den ich in den vergangenen fünf Jahren viermal vor Ort zur Hauptversammlung seiner Holding Berkshire Hathaway gesehen habe. Was die wenigsten wissen: Er ist traditionell zwischen 20 und 50 Prozent in Anleihen und anleihenahe Instrumente investiert

4. Die unsinnigste Börsen-Theorie, die Ihnen je untergekommen ist?

Zinsen und Anleihen haben mit Aktien nichts zu tun

5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Grundsätzlich Trading- und Geschichtsbücher – da gibt es häufig kausale Zusammenhänge, die sich in ähnlicher Form wiederholen

6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Ich schaue mir die langfristige Entwicklung des Acatis IFK Value Renten UI an, denke an das Konzept „Value in Anleihen“ und bin zunächst wieder in Balance. Daraus ergibt sich zudem die Zuversicht, dass die von uns gehaltenen und im Vorfeld analysierten Papiere trotz eventueller Schwächephasen am Ende zu 100 Prozent zurückgezahlt werden

7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Das ist in der Tat nicht das Ziel. Wir freuen uns, wenn unsere Investment-Ideen entsprechend aufgehen und wir dies im Zweifel als einer der ersten gesehen haben

8. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Die Auflage des Acatis IFK Value Renten UI 2008 – verbunden mit der Entwicklung des Fondsvolumens im ersten Jahr des Bestehens von der ersten Million bis auf 25 Millionen Euro

9. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Den Job von Leuten machen zu müssen, die dafür eigentlich von uns bezahlt werden

10. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

All denen, die in Berlin und Brüssel nicht in die Puschen kommen und ihrer Aufgabe, das Land und Europa nach vorne zu bringen, nicht gerecht werden

11. Was sammeln Sie?

Eindrücke und Erfahrungen sowie „gebrauchte Bonds“, also Sekundärmarkt-Anleihen – im Idealfall bei Kursen unter 100 Prozent. Darüber hinaus stehe ich den Themen Oldtimer und historische Wertpapiere seit langem recht nahe