22 Fragen an Tim Haywood „Erfolg und Misserfolg sind beide Betrüger“

Tim Haywood, Manager des Julius Baer Absolute Return Bond Fund Plus

Tim Haywood, Manager des Julius Baer Absolute Return Bond Fund Plus

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1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Mein erster Arbeitstag war der 19. Oktober 1987, der Schwarze Montag. Das war prägender, als einem am ersten Arbeitstag lieb sein kann

2. Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?

Im Winter habe ich immer gekellnert. Und ich habe staatliche Stipendien bekommen, die es damals noch gab

3. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Gleich drei: den Substanzwerte-Investor Guy Libby, Leonard Klahr wegen seiner Weisheit und Kenneth Levy wegen seines unglaublichen Muts

4. Die unsinnigste Börsen-Theorie, die Ihnen je untergekommen ist?

Die Einschätzung, dass ein Verlust gut sein kann

5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Fondsmanager lesen gut und gerne 100 Seiten pro Tag: Research, Tagesordnungen, Zeitungsartikel und E-Mails. Das müssen sie tun. Im Laufe meiner Berufstätigkeit sind so 800.000 Seiten zusammengekommen. Das nenne ich ein dickes Buch!

6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Vielleicht ist es das blinde Vertrauen des Narren, aber ich glaube in derartigen Momenten, dass die besten Anlagejahre erst noch vor mir liegen und nicht schon vorbei sind

7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Der britische Schriftsteller Rudyard Kipling hat das schön auf den Punkt gebracht: Erfolg und Misserfolg sind beide Betrüger. Ich bleibe also lieber auf den Teppich

8. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

In den Jahren 2000 und 2002 Auszeichnungen für neue Fonds zu erhalten, bei denen ich für die Auflegung und die Bereitstellung des Anfangskapitals verantwortlich war und die ich dann auch noch erfolgreich managen konnte. Es waren zudem ganz neue Fondsarten für das Unternehmen

9. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Dass ich die Anleihen-Rally im Winter 2014/2015 verpasst und die Dollar-Rally im zweiten Halbjahr 2014 nicht ausreichend mitgenommen habe

10. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Allen Selbstmord-Attentätern. Zum einen, um zu versuchen, ihnen ein Fünkchen Hoffnung zu geben, und zum anderen, weil ich ihnen gern erklären würde, dass ihrer Sache mit noch mehr unschuldigen Toten sicher nicht gedient ist

11. Was sammeln Sie?

Fahrräder. Und Bilder des Malers Nairne Tate