22 Fragen an Wolfgang Zemanek „Formel 1 ist besser als Fußball“

Sammelt Fotokameras und mag Bruce Springsteen: Wolfgang Zemanek, Leiter des Rentenfonds-Teams bei Erste Asset Management in Wien  | © Huger

Sammelt Fotokameras und mag Bruce Springsteen: Wolfgang Zemanek, Leiter des Rentenfonds-Teams bei Erste Asset Management in Wien Foto: Huger

  1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Kurz nach dem Crash von 1987 haben wir in der Schule analysiert, wie es dazu kommen konnte. Aber die Börsenwelt hat mich auch schon vorher fasziniert

  1. Wären Sie nicht Fondsmanager geworden, wären Sie heute …

… vielleicht Fotograf. Das ist mein großes Hobby. Eine Parallele zum Fondsmanagement ist, dass der Fotograf versucht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, um das Beste aus dem Vorhandenen herauszuholen

  1. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Eine Person, die mich inspiriert hat, ist Warren Buffett. Er sagt zum Beispiel: Um zu investieren, benötigt man neben einem gesunden Menschenverstand das Wissen, auf welche Zahlen man achten muss. Dem kann ich nur beipflichten

  1. Welche andere Persönlichkeit imponiert Ihnen oder fasziniert Sie?

Auf der Unternehmerseite ist es Steve Jobs, der leider früh verstorbene Mitgründer und langjährige CEO von Apple. Er war ein Visionär und hat seinen Blick immer nach vorne gerichtet. Sportlich ist es Hermann Maier. Wie er nach seinem Motorradunfall ein Comeback und weitere Erfolge im Ski-Weltcup feiern konnte ist sensationell

  1. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Aus meiner Sicht sind es zwei Bücher: Das erste Buch ist über den Aufstieg und tiefen Fall der Firma Long-Term Capital Management von Roger Lowenstein: When Genius Failed. Das zweite Buch ist von Nassim Taleb: The Black Swan. Ein Buch über die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse

  1. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Der Performance-Vergleich mit der Konkurrenz ist für uns nachrangig. Wichtig ist, ob die Fondsentwicklung mit den Zielen unserer Kunden übereinstimmt

  1. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Wir freuen uns gemeinsam mit unseren Kunden, unseren Beratern und unserem Vertrieb. Das ganze Team ist für die Performance verantwortlich, wir haben bei uns keinen Star-Manager-Ansatz. Die Leistungen werden gemeinsam erbracht

  1. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Selbstverständlich freut man sich, wenn man auf Jahresbasis überdurchschnittliche Erträge erwirtschaften konnte. Der Zinszyklus der vergangenen Jahre hat viele schöne Erlebnisse gebracht

  1. Welchem verpassten Investment trauern Sie noch heute nach?

Keinem. Ich fahre bei meinem Agieren ohne Rückspiegel. Dinge, die passiert sind, kann man nicht ändern. Nachtrauern ergibt keinen Sinn, sondern ist Geschichte

  1. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Wenn man auf lange Sicht erfolgreich sein möchte, dann muss man Emotionen unter Kontrolle haben. Impulsives Agieren an den Kapitalmärkten führt nur zu unnötigen Fehlern

  1. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Jemandem gehörig die Meinung zu sagen ist mir nicht so wichtig. Ich schätze es, wenn professionell agiert wird