25 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für Goldminenaktien

Los-Filos-Mine in Mexiko: Die zu den größten Goldminen der Welt gehörende Lagerstätte wird vom kanadischen Konzern Goldcorp betrieben | © Getty Images

Los-Filos-Mine in Mexiko: Die zu den größten Goldminen der Welt gehörende Lagerstätte wird vom kanadischen Konzern Goldcorp betrieben Foto: Getty Images

War es das schon wieder? Nach der atemberaubenden Rally des Goldminensektors im ersten Halbjahr korrigierten mit dem Goldpreis auch die Minenaktien in den zurückliegenden drei Monaten zweistellig. Im Oktober verlor die Unze Gold innerhalb von nur wenigen Tagen fast 100 US-Dollar an Wert, derzeit notiert sie knapp unterhalb der Marke von 1.300 Dollar.

Getrieben durch Krisenängste schoss der Goldpreis im ersten Halbjahr noch durch die Decke. Der Einbruch der Aktienmärkte weckte böse Erinnerungen an die Finanzkrise. Aktuell spekulieren die Märkte jedoch wieder auf eine Erholung der Wirtschaft und die damit einhergehende Zinsnormalisierung. Das belastet wiederum Goldaktien, die ihren ersten größeren Rücksetzer im Jahresverlauf eingeleitet haben.

Die besten Fonds für Goldminenaktien

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Blackrock World Gold Fund 189 54 90 45 4536
2 Stabilitas Pacific Gold + Metals 184 68 67 49 38
3 Investec Global Gold Fund 175 49 81 45 316
4 Stabilitas Gold + Resourcen 175 69 72 34 15
5 Invesco Gold & Precious Metals Fund 159 52 77 30 65
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 19. Oktober 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 19. Oktober 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis

Darüber hinaus lässt sich Gold im Allgemeinen nur schwer einschätzen, weil es kein produktives Investment ist. Anders als ein Unternehmen produziert Gold nichts und wird auch niemals Zinsen zahlen. Es dient Anlegern vor allem als Absicherung in unsicheren Zeiten. Martin Siegel, Edelmetall-Experte und Vorstand der auf Minenfonds spezialisierten Stabilitas GmbH, beurteilt die jüngste Entwicklung des Sektors als Korrektur in einem langfristigen Aufwärtstrend: „Wahrscheinlich bieten die nächsten Wochen für viele Jahre die letzte Möglichkeit, noch zu vernünftigen Preisen in Edelmetalle und Edelmetallaktien investieren zu können.“

Für Gold sprechen zudem die immer wiederkehrenden Krisenherde, sei es das rückläufige chinesische Wirtschaftswachstum, der stark schwankende Ölpreis oder die schwelende Bankenkrise. Wer von einem langfristigen Comeback des Edelmetalls überproportional profitieren möchte, kann auf die Aktien von Minenbetreibern setzen. Diese reagieren quasi mit Hebelwirkung auf den Goldpreis.

Für den aktuellen Crashtest konnten sich 25 Fonds qualifizieren, das sind zwei mehr als vor einem halben Jahr. So ist der von Martin Siegel betreute Stabilitas Gold+ Ressourcen neu dabei, denn er erfüllt nunmehr die Mindestgröße von 10 Millionen Euro Fondsvolumen, um sich für den Crashtest zu qualifizieren. Auf Anhieb gewinnt er die Performance-Auswertung vor zwei weiteren Stabilitas-Fonds.

Gesamtsieger ist diesmal der Klassiker Blackrock World Gold Fund, das Schwergewicht der Kategorie. Der von Evy Hambro und Tom Holl betreute Fonds kommt mittlerweile wieder auf ein Volumen von umgerechnet 4,5 Milliarden US-Dollar. Der Investec Global Gold Fund, Sieger des vorangegangenen Crashtests, landet auf Platz 3. Die beiden Manager George Cheveley und Hanré Rossouw setzen mit fast 30 Prozent des Fondsvolumens auf die drei Schwergewichte Barrick Gold, Newcrest Mining und Newmont Mining.

Der beste ETF im Crashtest hat sich, wie der Stabilitas-Fonds, ebenfalls erstmals qualifizieren können. Die Schweizer Bank UBS setzt mit dem UBS-Solactive Global Pure Gold Miners hauptsächlich auf kleinere Goldproduzenten. So ist die größte Position die türkische Koza Altin Isletmeleri. Danach folgen Perseus Mining und Alamos Gold. Aufällig ist, das sich aktiv gemanagte Fonds seit der vorangegangenen Auswertung tendenziell verbessern konnten, während ihre passiven Wettbewerber aus dem ETF-Segment Boden verloren haben.

Der Sieg im Stresstest geht, wenn auch nicht mehr mit der vollen Punktzahl, erneut an den DJE Gold & Ressourcen. Die Volatilität und der maximal zu verschmerzende Kursrückgang liegen jeweils deutlich unter den Werten der Konkurrenz.

Die drei Siegerfonds im Kurzporträt

Der Gesamtsieger: Blackrock World Gold Fund

Evy Hambro, Spross einer einst einflussreichen britischen Bankerfamilie, verantwortet bei Blackrock mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Neben dem seit Dezember 1994 existierenden Crashtest-Sieger ist er auch für den mit 4,9 Milliarden Dollar ähnlich großen Blackrock World Mining Fund zuständig. Dort setzt er neben Goldminen auch auf andere Titel des Rohstoffsektors. Zur Seite steht ihm seit 2015 Tom Holl als Co-Manager.

Der Fokus der beiden Manager liegt auf Unternehmen, deren Vermögenswerte im Branchenvergleich überdurchschnittlich hoch sind. Das Fundament bilden dementsprechend weltweit führende Goldproduzenten mit unterdurchschnittlichen Produktionskosten und starken Bilanzen sowie überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial – wie Randgold oder Fresnillo, die zu den größten Positionen zählen.

„Wir betrachten unseren Goldaktienfonds wie ein Goldunternehmen, das entlang der gesamten Wertschöpfungskette profitiert.“ erklärt Hambro. Ergänzend setzt er auf Unternehmen, die laufende Lizenzgebühren für Minen einnehmen, etwa Franco-Nevada. Die Schwergewichte der Branche gewichten die beiden Fondsmanager mit 43 Prozent. Die Hälfte des Fondsvermögens steckt in mittelgroßen Unternehmen wie Agnico Eagle. Als Beimischung kommen Junior-Produzenten und Explorations-Unternehmen hinzu. Insgesamt hält der Fonds etwa 50 verschiedene Titel, die zur Hälfte aus Kanada stammen. Zweitwichtigster Markt sind die USA mit 23 Prozent vor australischen Schürfern, die ein Gewicht von knapp 12 Prozent haben.

Auch aktuelle Themen, die den Markt prägen, sind ein zentrales Kriterium für die Auswahl geeigneter Titel. Eines dieser Themen sind Wachstumschancen in einem Umfeld begrenzter Rohstoff- Ressourcen. Als Beispiel nennt Hambro die Aktie der kanadischen TMAC Ressources. Das Unternehmen baut seine Produktion aus, während die Branche insgesamt Einschnitte erlebt.

Ein weiterer Aspekt ist das Währungsumfeld. „Detour Gold etwa bietet neben vielen weiteren positiven Eigenschaften eine Anbindung an den kanadischen Dollar und dessen Entwicklung“, sagt Hambro. Für die künftige Entwicklung des Goldpreises erkennt er viele unterstützende Faktoren wie die globale Unsicherheit, die weiter sehr lockere Geldpolitik der Notenbanken und die recht hohen Bewertungen der Aktienmärkte. Darüber hinaus habe die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen zugenommen, was Gold in seinen Augen zu einer nützlichen Quelle der Risikostreuung macht.

Als strukturellen Treiber sieht Hambro zudem die private Nachfrage nach Gold in den Schwellenländern. Diese dürfte längerfristig zunehmen, weil die Einkommen dort steigen. Demgegenüber stehe das sinkende Goldangebot aufgrund sinkender Minenproduktion.