27 Fonds im Crashtest Die besten dynamischen europäischen Mischfonds

Auf einen Blick: Börse Frankfurt. Foto: Getty Images

Auf einen Blick: Börse Frankfurt. Foto: Getty Images

// //

Threadneedle Monthly Extra Income vor DWS Vorsorge AS (Flex) und LVM Pro-Futur – wem diese Reihenfolge bekannt vorkommt, sollte noch einmal einen Blick auf den im November 2014 erstmals durchgeführten Crashtest für dynamische europäische Mischfonds werfen. Dort gab es nämlich einen ganz ähnlichen Zieleinlauf. Einzige Ausnahme: Auf Rang 2 zwischen den Threadneedle- und den DWS-Fonds hatte sich damals der Deutsche Aktien Total Return geschoben, der nun ein gutes Jahr später überhaupt nicht mehr in der Auswertung erscheint.

Die besten dynamischen europäischen Mischfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Threadneedle Monthly Extra Income Fund 246 97 74 75 587
2 DWS Vorsorge AS (Flex) 245 84 81 80 74
3 LVM Pro-Futur-Fonds 176 80 61 35 149
4 DNCA Invest Evolutif 169 50 74 45 515
5 Allianz Flexi Euro Dynamik 165 77 54 34 74
22 weitere Fonds >>
Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices (Stichtag:19. November 2015), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices (Stichtag:19. November 2015), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Hintergrund: Seit Februar 2015 klassifiziert FWW diesen Fonds nicht mehr als europäischen dynamischen, sondern als deutschen flexiblen Mischfonds. In dieser Gruppe weiß das von Albrecht von Witzleben und Christian Krahe zusammengestellte Portfolio jedoch gut zehneinhalb Jahre nach der Auflegung ebenso zu überzeugen.



Doch zurück zur eigentlichen, durch den Abgang des Deutsche Aktien Total Return um einen Fonds kleiner gewordenen Vergleichsgruppe. Dort sind neben dem zweitplatzierten DWS Vorsorge AS (Flex) mit dem Deka-Privat-Vorsorge AS und dem AS-Aktiv-Dynamik zwei weitere ehemalige Altersvorsorge-Sondervermögen unter den Top Ten zu finden. Ein Beleg, dass diese 1998 eingeführte, vom Vertrieb seit Einführung der Riester-Rente fallengelassene Produktkategorie durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätte – ein entsprechend gutes Management natürlich vorausgesetzt.

Die drei Siegerfonds im Kurz-Porträt

Platz 1: Threadneedle Monthly Extra Income Fund


Foto: Richard Colwell (links), Alasdair Ross

Arbeitsteilung scheint ein gutes Konzept zu sein: Bei dem schon zum zweiten Mal an der Spitze stehenden Threadneedle Fonds kümmert sich nach wie vor Richard Colwell um die Aktien-Seite, während Alasdair Ross für die Anleihen zuständig ist. Aktiv sind beide vor allem im britischen Heimatmarkt, auf den mindestens zwei Drittel des Portfolios entfallen müssen.

Der Fonds holt die entscheidenden Punkte weiter im Performance-Bereich, wo er vor allem über fünf Jahre ein mehr als doppelt so gutes Ergebnis erzielt als jeder andere Wettbewerber. Im Zwölf-Monats-Vergleich belegt er hinter dem DJE Europa und dem Parworld Quant Equity Europe Guru Rang 3. Unschwer zu erraten also, dass der Schwerpunkt mit derzeit fast 80 Prozent weiter ganz klar auf der Aktienseite liegt.

Dieses hohe Übergewicht überrascht etwas, denn Colwell empfindet das aktuelle Umfeld durchaus als Herausforderung. Als Belastungsfaktoren sieht er nicht nur die wachsende Sorge um das chinesische Wirtschaftswachstum, die schwachen Rohstoffpreise und eine drohende Zinserhöhung, sondern unter anderem auch das auf einen Rekordwert gestiegene britische Leistungsbilanz-Defizit.

Doch es gibt aus Colwells Sicht auch positive Faktoren. „Der globale Boom im Bereich Mergers & Acquisitions ist weiter intakt“ sagt er und verweist auf den in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 58 Prozent gestiegenen Anteil britischer Unternehmen an diesem Markt.

Ein Grund für das weiter hohe Aktiengewicht liegt sicher auch darin, dass auf der von Ross vertretenen Anleihen-Seite die Bäume ebenfalls nicht in den Himmel wachsen. So hat Ross seine Renditeziele für Unternehmens-Anleihen weiter heruntergefahren und setzt nun stärker als bisher auf eher defensive Bereiche wie den Versorgungs-Sektor.