28 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für Rohstoff-Aktien

Ölpumpe in Texas: Auch wenn der Ölpreis weit von früheren Höhen entfernt ist, hat sich die Lage für viele Förderunternehmen etwas entspannt. Foto: Getty Images

Ölpumpe in Texas: Auch wenn der Ölpreis weit von früheren Höhen entfernt ist, hat sich die Lage für viele Förderunternehmen etwas entspannt. Foto: Getty Images

// //

Über Jahre hinweg hangelte sich der aus 22 Rohstoff-Futures berechnete Bloomberg Commodity Index von einem Tief zum nächsten. Sorgen um Konjunktur und schlechte Wirtschaftsdaten ließen vor allem die Preise für Öl und Industriemetalle purzeln. Doch seit Jahresbeginn konnte sich der Index um gut 20 Prozent erholen. Dass dies keine Eintagsfliege sein muss, zeigt der Blick in die Vergangenheit: Nach heftigen Abstürzen folgten meist ebenso rasante mehrjährige Erholungen der Preise für Öl, Gold oder Kupfer.



Gründe hierfür finden Anleger allemal. Die vom Nachrichtensender Bloomberg befragten Volkswirte gehen von einem jährlichen Weltwirtschaftswachstum von ungefähr 3 Prozent für die nächsten drei Jahre aus. Dazu kommt die wachsende Mittelschicht in Schwellenländern wie China und Indien. Hier steigt vor allem die Nachfrage nach Fahrzeugen und besseren Wohnungen. Hinzu kommen weitreichende Infrastrukturprojekte.

Die besten Fonds für Rohstoff-Aktien

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Robeco SAM Smart Materials Fund 193 62 96 35 242
2 T. Rowe Price Global Natural Resources Equity 178 72 66 40 272
3 Lyxor ETF MSCI World Materials 162 44 73 45 49
4 Parvest Equity World Materials 153 27 86 40 79
5 Blackrock Natural Resources Growth & Income 149 61 56 32 16
23 weitere Fonds >>
Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 13. Juli 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 13. Juli 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Auch von der Angebotsseite könnte es Impulse geben. Durch den Einbruch der Rohstoffpreise investierten beispielsweise Öl-Unternehmen deutlich weniger oder stellten in einigen Fällen die Produktion von Bohr-oder Fracking-Projekten gänzlich ein. Auch der Öl-Gigant Saudi-Arabien dürfte wohl kaum an einem weiteren jahrelangen Öl-Krieg mit Amerika interessiert sein.

Wer zu Jahresbeginn antizyklisch auf die Tabellen-Schlusslichter des vorangegangenen Crashtests setzte, hat eigentlich alles richtig gemacht. Vor allem die auf Bergbau-und Minenaktien fokussierten Fonds haben sich hervorragend entwickelt, allen voran der Earth Exploration Fund UI und das Schwergewicht Blackrock World Mining mit 71 respektive 50 Prozent (Stichtag: 2. August).

Der von Joachim Berlenbach beratene Earth Exploration Fund UI setzt ausschließlich auf Nebenwerte, seine größten Positionen sind Nex-Gen Energy und Reservoir Minerals. Das katapultiert ihn in der aktuellen Performance-Auswertung von Platz 28 auf Platz 5. Allerdings führt sein Investment-Universum zwangsläufig auch zur höchsten Volatilität des Testfeldes. Über drei Jahre liegt diese bei 33 Prozent. Zum Vergleich: Der Carmignac Commodities kommt mit einer Volatilität von 13 Prozent aus.

Lediglich der Gesamtsieger Robeco SAM Smart Materials ist hier langfristig noch besser. Fondsmanager Pieter Busscher setzt in seinem Fonds jedoch komplett andere Schwerpunkte. Sein Augenmerk liegt auf innovativen Werkstoffen und Technologien.

Der einzige ETF im Testfeld ist der swap-basierte Lyxor World Materials. Der Fonds des französischen ETF-Anbieters Lyxor überzeugt durch ein gutes Risiko-Rendite-Verhältnis und belegt in allen Teilbereichen obere Tabellenplätze. Im Rating-Vergleich liegt er sogar an der Spitze. Der Index deckt die weltweit wichtigsten Unternehmen der Grundstoffindustrie ab. Dazu zählen neben BASF Konzerne wie Air Liquide oder Dow Chemical.

Aussortiert hat die Redaktion dieses Mal alle Fonds, die einen regionalen Schwerpunkt haben. Somit fehlen die beiden Siegerfonds des vorangegangenen Crashtests, die ETFs auf den Stoxx 600 Europe Construction & Materials.

Die drei Siegerfonds im Kurz-Porträt

Der Gesamtsieger: Robeco SAM Smart Materials


„Natürliche Ressourcen sind endlich, der menschliche Drang nach Wachstum und Wohlstand hingegen ist unendlich.“ So beschreibt Pieter Busscher die Anlagestrategie seines 1999 aufgelegten Fonds. Er kauft nicht etwa natürliche Rohstoffanbieter wie Öl-, Gas- oder Gold-Produzenten. In seinem Fonds setzt er auf die zunehmende Verknappung der natürlichen Ressourcen und die menschliche Fähigkeit, systematisch Ersatzstoffe oder neue Technologien für eine effizientere Rohstoffnutzung zu entwickeln.

Angetan ist der Robeco-Manager derzeit vor allem vom Sektor der Energiespeicher-Materialien: „Sehr positiv entwickelt haben sich beispielsweise die Preise für Lithium. Dazu trägt besonders die starke Nachfrage aus China bei, während gleichzeitig die Produktionskapazitäten weiter ausgebaut werden.“ Erhöht hat Busscher angesichts dieser Entwicklung vor allem die Position im Lithium-Produzenten Albemarle.

Außerdem sieht er starke Trends bei leichten Werkstoffen, Robotik-Unternehmen und dem Thema Automatisierung. Entsprechende Unternehmen wie die effiziente Faserlaser-Systeme entwickelnde IPG Photonics oder der Simulationssoftware-Spezialist PTC gehören zu den Top-Positionen im Fonds.

Regional hat Busscher das rund 240 Millionen Euro große Portfolio zur Hälfte in amerikanische Titel investiert. Danach folgen Japan (13 Prozent), Großbritannien (10 Prozent) und Südkorea (7 Prozent). Dort setzt er auf LG Chem, ein Chemie-Unternehmen der LG-Gruppe. Der größte japanische Wert im Portfolio ist Toray Industries, der weltweit größte Produzent von Fasern auf Kohlenstoffbasis. Im laufenden Jahr kann der Fonds mit den Ergebnissen der auf traditionelle Rohstoffe fokussierten Fonds jedoch nicht mithalten.