3-Banken-Generali-Manager Werner Leithenmüller „Die Jahresschluss-Rally haben wir schon gesehen“

Werner Leithenmüller managt den 3 Banken Value-Aktienstrategie (ISIN AT0000VALUE6)

Werner Leithenmüller managt den 3 Banken Value-Aktienstrategie (ISIN AT0000VALUE6)

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DER FONDS: Mehr als 27 Prozent Plus im laufenden Jahr sind für einen global anlegenden Fonds ein stattliches Ergebnis. Woher kamen die größten Performance-Beiträge?

Werner Leithenmüller
: Wir liegen 2014 etwa 12 Prozentpunkte vor unserem Vergleichsindex. Rund 3 Prozentpunkte davon stammen aus unserer Strategie, das Fondsvermögen in schwierigen Marktphasen abzusichern, die restlichen 9 Prozentpunkte aus unserer Aktienauswahl. Wobei der Vorsprung vor allem aus der Branchengewichtung herrührt: So lag im ersten Halbjahr unser Schwerpunkt eindeutig auf Pharma- und Technologie-Aktien, die zeitweise mehr als 65 Prozent des Portfolios ausgemacht haben. Aktuell sind es noch 53 Prozent.

Tops & Flops 2014: Die besten und die schwächsten globalen Aktienfonds
Rang Fonds Perf.
2014
Perf.
3 Jahre
Perf.
5 Jahre
Vol. in
Mio. €
1 3 Banken Value-Aktienstrategie 27.5% 68.2% - 164
2 Schroder Global Recovery 27.2% - - 87
3 Invesco Global Structured Equity 27.1% 67.1% 105.4% 229
4 Carnegie Worldwide Ethical 27.0% 67.3% 81.5% 142
5 SEB Global Chance/Risk Fund 26.5% - - 324
6 Oyster World Opportunities 26.1% 72.1% 117.2% 114
7 JO Hambro Global Select Fund 25.9% 79.7% 144.0% 2029
8 Allianz Global Intellectual Capital 25.6% 93.8% 113.6% 62
9 Fidelity Global Demographics Fund 25.3% - - 62
10 Ossiam World Minimum Variance NR ETF 25.1% - - 39
11 Carnegie Worldwide 24.9% 66.9% 87.0% 2313
12 Federated Strategic Value Equity Fund 24.8% 61.2% 120.1% 4
13 Kepler Growth Aktienfonds 24.6% 72.1% 95.6% 30
14 Goldman Sachs Global Core Equity 23.3% 76.8% 99.0% 154
15 CS Global Security Equity Fund 23.1% - - 156
16 Pictet Security 23.0% 68.4% 120.3% 56
17 Swisscanto Equity Selection International 21.7% 75.9% 79,9% 139
18 Postbank Mega-Trend 21.6% 100.3% 74,8% 18
19 Legg Mason Batterymarch Global Equity 21.1% 66,3% - 13
20 Siemens Weltinvest Aktien 20.8% 57,3% 85,0% 22
 
520 CS Equity Fund Global Value -0.9% 30.5% 49,0% 236
521 Black Ferryman World Aggressive -1.0% - - 5
522 Global Trend Equity OP -1.2% 29.6% 7,4% 7
523 ACC Alpha Select AMI -1.3% 24.1% 34.5% 8
524 PEH-Universal-Fonds Value Strategie -2.3% 17.0% 10.0% 11
525 NDAC-Invest Aktienfonds -2.4% 23.6% 43,9% 7
526 Global Family Strategy II Equity -3.4% 21.0% 19,3% 28
527 Best Strategies UL Trend & Value -5.0% 41.2% 45,0% 46
528 Spängler Quality Stock -6.3% 27.0% 25,2% 18
529 AI Five Global Fund -12.3% - - 5

Auswertungstag: 9. Dezember 2014, Quelle: FWW Fundservices GmbH/Eigene Recherche



Bei der Aktienauswahl nutzen Sie unter anderem das Research der Deutschen Bank. Wie gehen Sie dort im Einzelnen vor?

Wir bekommen von der Deutschen Bank einmal im Monat eine Liste mit 100 Titeln, die als stark unterbewertet gelten. Aus dieser Liste wählen wir 33 Titel aus und nehmen sie zu gleichen Teilen im Fonds auf. Welche Aktien das sind, darüber entscheiden wir in einem fünfköpfigen Team – wobei die Branchenzugehörigkeit und die entsprechende Rotation durchaus eine wichtige Rolle spielen.

Wie oft kommt es dabei zu Auswechslungen?

Pro Monat tauschen wir etwa jede fünfte Aktie aus, im Durchschnitt kommen die einzelnen Titel auf eine Haltedauer von sechs bis acht Monaten.

Beim Start des Fonds sah die Planung vor, dass das Portfolio aus 25 statt aus 33 gleichgewichteten Einzeltiteln besteht.

Das stimmt. Wir haben jedoch recht schnell festgestellt, dass die geringere Anzahl eine Volatilität mit sich bringt, mit der wir uns nicht so recht wohlgefühlt haben. Seit Mitte 2013 sind es deshalb 33 Titel. Das passt.

Finanzwerte bleiben in dem von Ihnen genutzten Research-Ansatz außen vor. Stört Sie das nicht?

Uns ist bewusst, dass wir dadurch in bestimmten Marktphasen Schwierigkeiten haben werden, mit dem Index und der Konkurrenz mitzuhalten – speziell wenn Finanzwerte stärker performen. Andererseits vermeiden wir es durch diesen Verzicht, uns unkalkulierbare Risiken ins Portfolio zu holen. Die Risiken einer Bankbilanz zu identifizieren und richtig einzuschätzen, ist ausgesprochen schwierig.

Welche Pharma- und Technologie-Aktien haben Sie in den vergangenen Monaten verkauft, und welche Titel aus anderen Branchen sind neu ins Portfolio gekommen?


Verkauft haben wir unter anderem Amgen und Apple. Frei gewordene Liquidität ist in Zykliker wie Michelin oder Versorger wie Eon geflossen.

Und nach welchen Kriterien entscheiden Sie, ob Sie das Portfolio absichern und in welchem Umfang?


Der Kapitalschutz ist für uns eine entscheidende Komponente. Dort liegt unseres Erachtens die Zukunft des aktiven Fondsmanagements: Kein Anleger sieht es schließlich gern, wenn sein Depot stark an Wert verliert. Deshalb haben wir einen Hedge-Mechanismus eingebaut, der in mehreren Schritten funktioniert. In der ersten Stufe sichern wir bis zu 25 Prozent des Fondsvermögens mit Futures ab – beispielsweise, wenn es charttechnische Widerstände gibt oder wenn gleich zu Beginn eines Jahres die Kurse derart stark gestiegen sind, dass im weiteren Jahresverlauf mit einer Konsolidierung zu rechnen ist. Im nächsten Schritt können wir die Sicherung auf 40 bis 50 Prozent erhöhen, in einem ausgeprägten Bärenmarkt dann auch bis auf 100 Prozent.



Wie oft haben Sie in der Vergangenheit von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht?

Das komplette Portfolio gehedgt haben wir bislang nicht. Schließlich wurde der Fonds erst 2011 aufgelegt und seither gab es keine Situation, die sich mit den Markteinbrüchen der Jahre 2002 oder 2008 vergleichen ließe. Aber 2014 waren wir in insgesamt zehn Marktphasen teilweise abgesichert – derzeit auch wieder, und zwar zu rund 50 Prozent.

Warum?

Weil wir davon ausgehen, dass wir den größten Teil der Jahresschluss-Rally schon gesehen haben und wir rückbetrachtet mit dem Jahresergebnis sehr zufrieden sind. Auch 2015 dürfte an den Börsen eher verhalten beginnen. Die Notenbanken haben geliefert – was soll da im Moment noch groß kommen? Jetzt ist die Politik mit Reformen am Zug, bevor es weiter nach oben gehen kann.

Was ist, wenn Sie sich täuschen?

Sollten insbesondere die US-Börsen in den kommenden Wochen nachhaltig neue Höchststände markieren, fahren wir die Sicherung genauso schnell wieder zurück wie jüngst Ende Oktober. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass dies unmittelbar passiert, taxiere ich im Moment mit weniger als 30 Prozent.