304 Millionen Euro weniger als geplant Der EZB gehen Bundesanleihen aus

EZB-Chef Mario Draghi | © Getty Images

EZB-Chef Mario Draghi Foto: Getty Images

Die EZB-Käufe von Bunds lagen im vergangenen Monat 304 Millionen Euro unter dem durch den Kapitalschlüssel vorgegebenen Volumen, nachdem der Zielwert bereits im Mai um 277 Millionen Euro unterschritten worden war. Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit stieg von einem Rekordtief von 3,99 Jahren im Mai auf zuletzt 5,33 Jahre.

Auf EZB-Daten basierende Berechnungen von Bloomberg zeigen, dass die Zentralbank ihr implizites Kaufziel in Frankreich um 1,19 Milliarden Euro und in Italien um 980 Millionen Euro übertroffen hat. Beide Länder haben einen relativ hohen Umfang ausstehender Schuldpapiere. Die Käufe in Finnland, Irland und Portugal griffen gemessen am Kapitalschlüssel zu kurz.

Mangel an Anleihen aus Irland und Portugal - und eventuell auch aus Deutschland

Die EZB hat ihre eigenen Richtlinien für die Anleihekäufe - den so genannten Kapitalschlüssel - etwas aufgeweicht, um auf größere Mengen verfügbarer Schuldpapiere zuzugreifen. EZB-Präsident Mario Draghi bekräftigte auf seiner Pressekonferenz im vergangenen Monat, dass das Anleihekaufprogramm eine ausreichende Flexibilität benötige. Ein Mangel an verfügbaren Anleihen in Ländern wie Irland und Portugal wurde augenscheinlich durch einen höheren Anteil bei französischen und italienischen Anleihen wettgemacht.

Deutschland ist das jüngste Land auf der Liste der Ziel-Unterschreitungen, und das könnte die Besorgnis schüren, dass der EZB auch hier die Anleihen ausgehen.