35 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für indische Aktien

Das majestätische Taj Mahal in Agra, Indien. | © Getty Images

Das majestätische Taj Mahal in Agra, Indien. Foto: Getty Images

Einen Fonds für Schwellenländer-Aktien sollten Anleger nur dann kaufen, wenn sie auch eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen. Umso mehr gilt dies für Länderfonds – etwa solche, die ausschließlich in Indien anlegen. Wer jedoch den Mut aufbringt, auf den Subkontinent zu setzen und auch Schwächephasen auszuhalten, hat durchaus Chancen auf eine ansehnliche Wertentwicklung. So erzielten Indien-Fonds in den vergangenen drei Jahren ein durchschnittliches Plus von 85 Prozent, während globale Aktienfonds weniger als 30 Prozent schafften. Es gibt jedoch auch immer wieder Marktphasen, die so mancher Indien-Investor gern ausblenden würde.



Insgesamt jedoch stellt Premier Narendra Modi wichtige Weichen für weiteres Wirtschaftswachstum, was auch den Aktienmarkt auf Kurs halten dürfte: Dazu gehört etwa die Reform des Steuersystems, das als eines der kompliziertesten der Welt gilt. Positiv auf Währungsstabilität und Inflation wirkte sich bislang auch die umsichtige Geldpolitik des scheidenden Notenbankchefs Raghuram Rajan aus. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, die sich an seinen Nachfolger Urjit Patel knüpfen.

Die besten Fonds für indische Aktien

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Stewart Investors Indian Subcontinent Fund 221 52 99 70 352
2 Invesco India Equity Fund 202 73 79 50 245
3 Morgan Stanley Indian Equity Fund 192 65 82 45 330
4 Pinebridge India Equity Fund 176 47 69 60 935
5 Franklin India Fund 170 69 56 45 3089
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 8. September 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 8. September 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Anleger, die an Indiens Potenzial glauben, haben die Wahl zwischen 42 Fonds. Davon konnten sich 35 für den Crashtest qualifizieren. Im Gesamt-Ranking hat sich gegenüber dem Vorjahr einiges getan: So fiel der Aberdeen Global Indian Equity Fund von Rang 2 auf Rang 11 zurück, der Morgan Stanley Indian Equity hingegen rückte von Platz 7 auf den dritten Rang. Um elf Ränge aufwärts auf Platz 9 ging es auch für den Blackrock India, während der Comgest Growth India nach Rang 22 im Vorjahr Rang 13 belegt.

Auf den Spitzenplätzen herrscht hingegen weitgehend Kontinuität. So erzielten die beiden Fondsmanager Sashi Reddy und David Gait erneut das beste Ergebnis – ihr Fonds wurde allerdings umbenannt. Bislang unter dem Namen First State Indian Subcontinend bekannt, firmiert er nun unter der Bezeichnung Stewart Investors Indian Subcontinent. Die schottische Investmentgesellschaft dieses Namens war aber auch bisher schon für den Fonds zuständig – insofern bleibt alles beim Alten. Auch der Invesco India Equity Fund schlägt sich erneut gut und konnte sich sogar vom dritten auf den zweiten Rang verbessern. Der zuletzt fünftplazierte Schroder Indian Equity belegt nunmehr Rang 6.

Die drei Siegerfonds im Kurzporträt

Der Gesamtsieger: Stewart Investors Indian Subcontinent Fund

Foto: Sashi Reddy und David Gait (rechts)

221 Punkte fuhr der Klassenbeste des Vorjahres im aktuellen Crashtest ein. Der Vorsprung ist zwar gegenüber 2015 weitaus geringer, aber immer noch komfortabel. So trennen aktuell 19 Punkten den von Stewart Investors gemanagten Fonds vom Gruppenzweiten aus dem Hause Invesco.

Die beiden Fondsmanager Sashi Reddy und David Gait haben für den Fonds nicht nur den indischen Aktienmarkt im Visier, sondern können auch in Pakistan, Sri Lanka und Bangladesh investieren. Aktuell halten sie rund 80 Prozent des Portfolios in indischen Aktien, die benachbarten Märkte in Sri Lanka und Bangladesh gewichten sie mit 8 respektive 6 Prozent. Den Rest halten sie derzeit als Kasse.

Grundsätzlich investieren Reddy und Gait gemäß dem für Stewart Investors typischen Bottom up-Stil und achten vor allem auf die Managementqualität. Gegenüber schnellem Wachstum geben sie lieber stabilen Cashflows den Vorzug. Der Anlagestil mit Fokus auf Verlustvermeidung in Schwächephasen führt dazu, dass der Fonds in Boom-Phasen nicht immer ganz vorn dabei ist. Beides spiegelt sich in den Crashtest-Teildisziplinen wieder: So belegt der Fonds im Stresstest Rang 1, im Performance-Ranking auf nur Rang 10.

Um den Vergleichsindex MSCI India scheren sich die beiden Manager eher wenig: So gewichten sie beispielsweise langlebige Konsumgüter mit rund 18 Prozent, im Index sind diese mit lediglich 10 Prozent vertreten. Umgekehrt ist es bei IT-Aktien: Ihr Anteil im Fonds beträgt knapp 12 Prozent, der Index gewichtet diese Branche hingegen mit rund 18 Prozent. Größte Einzelposition ist derzeit Marico Limited, ein in Mumbai ansässiger Hersteller von Beauty- und Wellnessprodukten.

Seit 2012 gilt für den Fonds ein Soft Closing, auch wenn das Volumen mit derzeit rund 360 Millionen Euro relativ überschaubar ist. Wer den obligatorischen Ausgabeaufschlag von 4 Prozent zahlt, kann den Fonds jedoch weiterhin kaufen.