4 Forderungen Esma rügt nationale Finanzaufsichtsbehörden

Sitz der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde Esma in Paris. Die europäische Behörde kritisiert die Arbeit der nationalen Aufsichtsbehörden. | © Getty Images

Sitz der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde Esma in Paris. Die europäische Behörde kritisiert die Arbeit der nationalen Aufsichtsbehörden. Foto: Getty Images

Die nationalen Regulierungsbehörden vieler EU-Staaten kommen ihrer Aufgabe nur unzulänglich nach, bemängelt die Esma. Die europäische Wertpapier-Aufsichtsbehörde hat die Tätigkeit der Finanzaufsichten von sechs EU-Ländern untersucht, nämlich von Estland, Frankreich, Deutschland, Irland, Luxemburg und Großbritannien. Ganz konkret wollten die oberen Aufseher wissen, ob die nationalen Aufsichtsbehörden genügend streng über Ucits-Fonds wachen, die sich dem sogenannten Effizienten Portfolio-Management (EPM) verschrieben haben. Effizientes Portfolio-Management nach Esma-Definition bedeutet, dass Fonds wirtschaftlich angemessene Maßnahmen ergreifen, um das Marktrisiko in Schach zu halten, die Kosten zu minimieren und unter diesen Voraussetzungen Rendite zu erwirtschaften.

Bei der Ausübungen der Aufsichtspflichten will die Esma in allen sechs Ländern Mängel entlarvt haben. Die Behörde fordert:

  1. Die nationalen Aufsichtsbehörden sollen noch gewissenhafter prüfen, ob Fonds ihre Risiken, Kosten und Gebühren systematisch und übersichtlich offenlegen. Vor allem in Estland und Großbritannien gebe es auf dem Gebiet große Mängel.
  2. Alle untersuchten Aufsichten sollen den aufsichtsrechtlichen Rahmen für Kosten, Gebühren und Erträge von Fonds enger stecken.
  3. Netto-Erträge der Fonds sollen grundsätzlich den Anlegern zugutekommen. Vor allem die Aufsichtsbehörden von Deutschland und Luxemburg seien in der Pflicht, darüber zu wachen, denn die Fonds der Länder teilten Erträge zwischen Anlegern, Fondsmanagern und Seviceanbietern auf.
  4. Bei den Sicherheitsanforderungen an Fonds ließen Deutschland und Großbritannien Ausnahmen zu. Die Aufsichten der Länder sollten ihre Ausnahmeregelungen überarbeiten, um die von der Esma festgelegten Standards zu erfüllen.