40 Prozent billiger Im Kampf gegen die Labor-Diamanten

Diamanten. Foto: Getty Images

Diamanten. Foto: Getty Images

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Die De-Beers-Sparte Element Six, benannt nach der Ordnungszahl von Kohlenstoff im Periodensystem, stellt Edelsteine her, die so perfekt wie die Juwelen in den Läden von Tiffany & Co. sind. Ihr Bestimmungsort ist allerdings ein Bürokomplex aus den 1980er Jahren in der Nähe von London. Dort nimmt ein 62-köpfiges Team die Gebilde unter die Lupe und entwickelt Prüfmaschinen für Diamanthändler, um unter den echten Steinen die synthetischen Varianten herauszufischen.

Auch wenn künstliche Diamanten weiter nur einen geringen Teil des Markts ausmachen, werden sie mittlerweile massenproduziert, und Einzelhändler wie Wal-Mart Stores Inc. verkaufen solche Klunker an Kunden, die eine günstigere Alternative wollen. Da die Synthese-Steine von den natürlich vorkommenden Diamanten fast nicht zu unterscheiden sind, versuchen einige Verkäufer, sie als geschürfte Steine durchgehen zu lassen. In indischen Bearbeitungszentren wurden Pakete mit einer Mischung aus echten und synthetischen Diamanten gefunden.

Für den Diamantkonzern De Beers, der früher beinahe eine Monopolstellung im Handel einnahm und den Markt sowohl beherrschte als auch versorgte, stellen die Betrüger eine Bedrohung für das Kundenvertrauen in die weltweit 80 Mrd. Dollar (71 Mrd. Euro) schwere Branche dar.

Keine Tricksereien

"Wir sind sehr auf die Entdeckung solcher Steine fokussiert", sagt Simon Lawson, Leiter von Technologies U.K. bei De Beers. "Das untermauert die Reinheit natürlicher Diamanten und gewährleistet, dass Verbraucher nicht getäuscht werden und ungewollt einen synthetischen Diamanten kaufen."

Die illegale und als "Peppering" bezeichnete Praxis, künstlich hergestellte Diamanten mit denen aus der Erde geholten zu vermengen, bedroht die Anstrengungen der Produzenten, das Image natürlicher Diamanten zu verteidigen und zu fördern, die teurer sind als ihre synthetischen Pendants. De Beers stellt zwar Synthese-Steine her, die aber zu 99 Prozent für industrielle Zwecke verwendet werden -- beispielsweise auf Bohrköpfen in der Ölbranche. Die Stücke in Edelsteinqualität sind aber allein dazu bestimmt, dem Unternehmen zu helfen, künstliche Konstrukte aus Laboren zu identifizieren.