405 Fonds im Crashtest Die besten globalen Aktienfonds

Ein Nutzer tippt auf das Logo der Facebook-App auf seinem Smartphone-Display: „Viele Leute nutzen Facebook häufiger als sie sich die Zähne putzen“, kommentiert Morgan-Stanley-Manager Kristian Heugh den Medienkonsum vieler Menschen. | © Fancycrave

Ein Nutzer tippt auf das Logo der Facebook-App auf seinem Smartphone-Display: „Viele Leute nutzen Facebook häufiger als sie sich die Zähne putzen“, kommentiert Morgan-Stanley-Manager Kristian Heugh den Medienkonsum vieler Menschen. Foto: Fancycrave

Eine tadellose Performance. Traumhafte Stresstest-Werte. Und dazu ein Portfolio, das sich – obwohl es besser läuft – wohltuend vom Einheitsbrei der gängigen Indizes abhebt.

Fonds mit diesem Anforderungsprofil gibt’s nicht, sagen Sie? Mag sein. Trotzdem lohnt es sich, danach zu suchen. Hilfe bietet DAS INVESTMENT mit dem runderneuerten Crashtest. Denn genau die drei eingangs genannten Eigenschaften stehen nun im Mittelpunkt des ursprünglich bereits 2009 eingeführten Formats. Ein Fonds, der sie gleichermaßen besitzt, kann in der Spitze auf bis zu 100 Punkte kommen und lässt somit aus Sicht eines Anlegers keine Wünsche mehr offen.

Die Anforderungen im Detail: Zu einer tadellosen Performance gehört es nicht nur, auf Sicht von zwölf Monaten, drei Jahren oder fünf Jahren ein deutlich über dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe liegendes Ergebnis abgeliefert zu haben. Sondern zum Beispiel auch, in jedem einzelnen Zwölf-Monats-Zeitraum der Fünf-Jahres-Spanne möglichst weit oben zu landen – ohne größere Ausreißer nach unten. Für diesen Spagat gibt es im Crashtest maximal 40 Punkte.

Bis zu 60 weitere Punkte können Fondsmanager holen, indem sie bei sechs vorab definierten Stresstest- und Aktivitäts-Kennzahlen zur oberen Hälfte oder im Idealfall sogar zum besten Zehntel ihrer Vergleichsgruppe gehören. Nähere Informationen zum Auswahlverfahren lesen Sie hier.

Die erste Kategorie, die DAS INVESTMENT gemeinsam mit der Münchner Analysegesellschaft FWW Fundservices GmbH dem neuen Berechnungsmodus unterwirft, ist mit Bedacht gewählt. Schließlich gilt es seit jeher als Königsdisziplin, ein Aktien-Portfolio mit weltweiten Bausteinen zu bestücken. Und viele Anleger nutzen – neben Renten- und Mischfonds – einen globalen Aktienfonds als Basis ihres Depots.

Wer diesen Part schon heute mit dem Stryx World Growth abdeckt, hatte bislang wenig Grund zur Klage. Der von der britischen Investmentboutique Seilern Investment Management betreute Fonds führt das Feld der insgesamt 405 analysierten Crashtest-Teilnehmer mit einer Ausbeute von immerhin 83 Punkten an. Damit wiederholt Fondsmanager Raphaël Pitoun seinen Erfolg von vor knapp zwei Jahren: Anfang 2016 lag der Stryx World Growth im damals aktuellen Crashtest ebenfalls an der Spitze des Feldes, im Juli 2016 kam er auf Rang 2 und im Januar 2017 auf Rang 5.

Auch der mit 82 Punkten zweitplatzierte Morgan Stanley Global Opportunity Fund von Kristian Heugh ist in diesem Format ein alter Bekannter: Im Januar 2016 belegte er Rang 2, Mitte 2016 Rang 7 und Anfang 2017 Rang 14. Bei jeweils mehr als 400 Teilnehmern also ein echtes Erfolgs-Duo.

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Stryx World Growth Fund GBP U 83 33 25 25 346
2 Morgan Stanley Global Opportunity Fund (USD) 82 35 17 30 2283
3 Lombard Odier Generation Global (USD) 81 38 20 23 1480
4 Henderson Gartmore Global Growth Fund USD 76 34 17 25 253
5 Threadneedle (Lux) Global Focus 75 30 20 25 383
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Der mit 81 Punkten in der Gesamtwertung drittplatzierte, vor allem auf Nachhaltigkeits-Themen spezialisierte Lombard Odier Generation Global hat dank seiner besonderen, vom ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore mitentwickelten Philosophie ebenfalls seinen Reiz. Doch es gibt ein Handicap: Der Fonds nimmt seit 2015 kein frisches Geld mehr an.

Weiter offen und bislang nur 250 Millionen Euro schwer ist dagegen der Henderson Gartmore Global Growth auf Rang 4. Dessen Manager Ian Warmerdam setzt ebenso wie Pitoun und Heugh auf ein recht konzentriertes Portfolio aus derzeit 45 wachstumsstarken Qualitätsunternehmen. Dazu gehören zwar wie bei vielen Konkurrenten die momentan für eine Outperformance nahezu unvermeidlichen US-Tech-Giganten Apple, Alphabet und Facebook – aber eben auch klassische Konsumgüter-Produzenten wie Colgate-Palmolive, Estée Lauder oder Tiger Brands.

Drei Top-Fonds im Porträt

Raphaël Pitoun

Platz 1: Stryx World Growth

Mit seinem im Original Anfang 1996 aufgelegten Fonds hat sich Raphaël Pitoun, Investment-Chef bei Seilern Investment Management in London, eher unauffällig an die Spitze des aktuellen Crashtests geschoben. Die Fünf-Jahres-Performance von 118,45 Prozent liegt zwar deutlich über dem Durchschnitt, ist aber nicht annähernd so spektakulär wie beim zweitplatzierten Morgan Stanley Global Opportunity (179,32 Prozent). Dafür sammelte Pitoun so manchen Performance-Punkt in der Etappe. Auch fällt der über fünf Jahre gemessene maximale Verlust mit 12,1 Prozent gegenüber 17,0 Prozent beim Morgan-Stanley-Fonds um fast ein Drittel niedriger aus. Die mit der Kennzahl Volatilität gemessenen Schwankungen des Anteilspreises waren ebenfalls geringer.

„Wir investieren nur in die besten Unternehmen der Welt“, charakterisiert Pitoun selbstbewusst seine Anlagepolitik. Weil die bekanntlich nicht auf Bäumen wachsen, kann der Auswahlprozess von der ersten vagen Idee bis zum tatsächlichen Kauf schon mal zwölf Monate dauern. Insgesamt besteht Pitouns Anlage-Universum derzeit aus gerade einmal 70 Firmen, von denen es am Ende 20 bis 25 ins Portfolio schaffen.

Eine Herangehensweise, die stark an Star-Investor Warren Buffett erinnert. Auch die Kriterien, die Pitoun mit seinem Team an die kleine Schar potentieller Kaufkandidaten anlegt, sind ähnlich: ein nachhaltiges, nachvollziehbares und skalierbares Geschäftsmodell, abgesicherte Wettbewerbsvorteile, eine hohe Kapitalrendite und konstante Gewinne, die möglichst ebenso konstant wachsen. Versorger, Banken, Telekom-Anbieter, Fluggesellschaften, Rohstofffirmen und Automobilhersteller brauchen deshalb gar nicht erst zur Grillparty anzutreten.

Was am Ende übrig bleibt? Der Kreditkarten-Anbieter Mastercard, der spanische Textil-Multi Inditex oder der US-Kosmetikkonzern Estee Lauder, um drei der aktuell größten Positionen des Stryx World Growth zu nennen. Und manchmal hierzulande auch eher Unbekanntes wie Stryker, ein amerikanischer Produzent chirurgischer Implantate und Instrumente. Pitoun: „Die Hersteller medizinischer Geräte haben häufig eine große Preismacht, gute Wachstumsaussichten und hohe Markteintrittsbarrieren.“ Das mache sie zwar nicht immun gegen den enormen Druck, der auf den Gesundheitssystemen der Industrieländer laste, aber: „Bei sorgfältiger Auswahl lassen sich sehr interessante Geschäftsmodelle entdecken.“

Ein weiteres spannendes Thema ist für Pitoun derzeit die Robotik, wo er Unternehmen wie dem japanischen Maschinenbauer Fanuc gute Chancen einräumt. Hat er sich erst einmal für einen Kauf entschieden, verweilt die entsprechende Aktie meist lange im Portfolio: Der jährliche Umschlag liegt bei unter 20 Prozent. Ebenso bemerkenswert: Das Durchschnittsalter der gehaltenen Unternehmen liegt bei 73 Jahren. Hin und wieder trennt sich der Seilern-Manager aber auch von einer Aktie: So hat er beispielsweise kürzlich eine 17 Jahre lang gehaltene Position beim britischen Haushaltswaren-Produzenten Reckitt Benckiser aufgelöst.

Der Stryx World Growth existiert in unterschiedlichen Anteilsklassen. In den Crashtest flossen die Ergebnisse der nicht währungsgesicherten, auf Britische Pfund lautenden Tranche ein. Ohne Währungssicherung – zu erkennen am Zusatz U – gibt es darüber hinaus noch eine auf Euro lautende Anteilsklasse sowie insgesamt vier Teilfonds, die das Portfolio gegen Pfund, Euro, US-Dollar und Schweizer Franken absichern.