42 Fonds im Crashtest Die besten Aktienfonds für den Gesundheitssektor

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck ist in vielen Pharma-Fonds vertreten (Foto: Getty Images)

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck ist in vielen Pharma-Fonds vertreten (Foto: Getty Images)

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Bis einschließlich 2010 hatten Aktien aus dem Gesundheitssektor viele Jahre lang einen schlechten Stand bei Anlegern. Dann wendete sich das Blatt, und eine bis heute nicht zum Stehen gekommene Rally setzte sich in Gang. Fast alle im Crashtest vertretenen Fonds haben in der Drei-Jahres-Performance mindestens eine Verdopplung hingelegt. Manche, wie der drittplatzierte Janus Global Life Science Fund, haben ihren Anteilspreis sogar verdreifacht.

Der Gesundheitssektor erstreckt sich über mehrere Segmente. Er gilt als eher defensiver Sektor. Diesen Ruf hat er vor allem dem Pharma-Segment zu verdanken mit seinen großen Konzernen und deren stabilen Cashflows. Im MSCI World Healthcare Index machen Pharma-Titel über 50 Prozent aus. An der guten Performance des Sektors haben allerdings vor allem die grundsätzlich wesentlich volatileren Biotech-Aktien ihren Anteil. Diesem Segment, das manche Manager ausschließlich beackern, hat DER FONDS kürzlich einen eigenen Crashtest gewidmet.



Auch wenn die Umsätze im Sektor vor allem in den Emerging Markets stark zulegen, sind es vor allem die großen, weltweit tätigen US-Healthcare-Konzerne, die davon profitieren. In den globalen Fonds dominieren bei der Länder-Allokation daher eindeutig die USA. Im Index machen US-Titel rund zwei Drittel aus.

Die besten Pharma-Aktienfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Source Health Care S&P US Select Sector ETF 214 62 65 87 119
2 JPM Global Healthcare 172 87 5 80 3054
3 Janus Global Life Sciences Fund 172 91 1 80 532
4 Blackrock World Healthscience Fund 165 76 22 67 3127
5 Edmond de Rothschild Global Healthcare 164 54 53 57 571
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 22. April 2015), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 22. April 2015), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Die drei Sieger-Fonds im Kurz-Porträt

Platz 1: Source Health Care S&P US Select Sector ETF

Der Siegerfonds konzentriert sich auf den größten Markt für Gesundheitsaktien, die USA. Der ETF zielt darauf ab, die Performance des S&P Select Sector Capped 20% Health Care Total Return Net Index möglichst genau abzubilden. Das Fondsvermögen ist weitgehend in einen Aktienkorb investiert. Einen Teil des Kapitals nutzt der ETF-Anbieter Source für Swap-Geschäfte, die die Indexperformance liefern sollen. Wie bei Source üblich ist das Ausfallrisiko dabei auf mehrere Kontrahenten verteilt. Die jährlichen Kosten liegen bei 0,3 Prozent.

Der Index enthält 55 Unternehmen aus dem amerikanischen Aktienindex S&P 500, die dem Gesundheitssektor zuzuordnen sind. Dominierend ist das Pharma-Segment mit 45 Prozent. Biotech-Unternehmen machen als zweitgrößtes Segment 17 Prozent aus. Ausstatter, Händler und Dienstleister aus dem Gesundheitsbereich sind weitere Bereiche.

Größtes Unternehmen mit einer Index-Gewichtung von 10 Prozent ist Johnson & Johnson. Der Pharmazie- und Kosmetikartikel-Hersteller ist in Deutschland unter anderem bekannt durch Marken wie Bebe, Penaten oder OB. Die Pharmagiganten Pfizer, Merck & Co. sowie das Biotech-Unternehmen Gilead Sciences sind mit Anteilen von 5 bis 8 Prozent weitere Indexschwergewichte.

Platz 2: JPM Global Healthcare Fund

„Der Gesundheitssektor bietet eine vielfältige Auswahl an Anlagemöglichkeiten und kombiniert die soliden Cashflows der Pharmakonzerne mit dem starken Wachstumspotenzial von Biotech- und Medizintechnikunternehmen”, freut sich Anne Marden. Die Managerin des JP Morgan Global Healthcare Fund nutzt weltweit die volle Bandbreite. Das meiste Geld – etwa die Hälfte des Fondsvermögens – fließt in Pharmakonzerne.

Mardens derzeitiger Favorit, den sie deutlich gegenüber dem MSCI World Healthcare Index übergewichtet hat, ist jedoch das Biotech-Segment. Dort ist etwas mehr als ein Viertel des Vermögens investiert. Daneben befinden sich noch Gesundheits-Dienstleister und Medizintechnik-Unternehmen im Portfolio. Regional dominieren die USA, zwei Drittel des Fondsvermögens sind dort investiert Der Rest steckt vor allem in Europa. Asiatische Unternehmen hat Marden zurzeit fast gar nicht im Portfolio.

Als entscheidend für den Anlageerfolg sieht die JP-Morgan-Managerin die Einzeltitelselektion an. Ihr zehnköpfiges Team, zu dem auch zwei Ärzte gehören, trifft sich mit dem Management von allen Firmen, in die der Fonds investiert. Ein hauseigenes Bewertungsmodell misst die interne Rendite der einzelnen Unternehmen. Der Fokus liegt auf der langfristigen Bewertung und dem Gewinnwachstumspotenzial. Die mit 6 beziehungsweise 5 Prozent größten Positionen im Fonds sind die Schweizer Pharmakonzerne Novartis und Roche.

Platz 3: Janus Global Life Science Fund

Dieser im Frühjahr 2000 aufgelegte Fonds hat den gesamten globalen Gesundheitssektor als Anlageuniversum. „Auch wenn es sich um einen Sektorfonds handelt, ist er breit über verschiedene Segmente, Regionen und Unternehmensgrößen gestreut“, so Janus-Manager Andrew Acker. Fünf spezialisierte Senior-Analysten unterstützen ihn bei der fundamentalen Analyse der Unternehmen. Etwa 90 Titel sind im Portfolio.

„Wir verfolgen drei zentrale Anlagethemen”, erklärt Acker weiter. Erstens investiert er in Unternehmen, die sich um bislang unbefriedigte medizinische Bedürfnisse kümmern. Zweitens sucht er nach Firmen, die das Gesundheitssystem effizienter machen und die Kosten senken. Und drittens mag er Unternehmen, die ihr Kapital besonders gut am Markt unterbringen können.

Pharmaunternehmen machen knapp 40 Prozent des Portfolios aus, Biotech-Firmen mit 35 Prozent fast genauso viel. Damit sind sie im Vergleich zum Index deutlich übergewichtet. „Sieben der größten Biotech-Unternehmen sind im frühen Stadium der Einführung neuer, wichtiger Medikamente. Da die Patente in der Regel zehn Jahre und länger laufen, können die Produkte über viele Jahre die Profitabilität der Branche antreiben“, erklärt Acker seine Vorliebe für dieses Segment.

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