437 Fonds im Crashtest Die besten globalen Aktienfonds

Die Welt ist mein: Vergrößerung eines Porträts der englischen Königin Elizabeth I im National Maritime Museum in London. Foto: Getty Images

Die Welt ist mein: Vergrößerung eines Porträts der englischen Königin Elizabeth I im National Maritime Museum in London. Foto: Getty Images

// //

Der Manager eines weltweit anlegenden Aktienfonds nimmt seinen Käufern die Entscheidung ab, in welcher Region er investieren soll. Für Anleger, die nach dem EU-Referendum in Großbritannien unsicher sind, welche Folgen ein Brexit für europäische Aktien haben könnte, kann dies durchaus ein Argument sein, eher zu einem globalen als zu einem europäischen Aktienfonds zu greifen.



Die Auswahl in diesem Segment ist allerdings so groß wie in kaum einer anderen Kategorie: Insgesamt stehen laut Datenbank der Münchner Analysegesellschaft FWW 591 Kandidaten zur Verfügung. Beschränkt man die Auswahl auf Fonds, die mindestens drei Jahre alt sind und mindestens 10 Millionen Euro unter Verwaltung haben, bleiben noch 437 Wettbewerber im Rennen. Diese hat DER FONDS im Rahmen des aktuellen Crashtests untersucht.

Die besten globalen Aktienfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Federated Strategic Value Equity Fund 194 70 54 70 10
2 Stryx World Growth Fund 169 83 26 60 184
3 I-Shares Edge MSCI World Minimum Volatility ETF 154 47 47 60 1153
4 Nordea Global Stable Equity Fund Euro Hedged 148 24 80 44 1493
5 Hellerich WM Sachwertaktien 147 40 47 60 46
432 weitere Fonds >>
Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 10. Juni 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 10. Juni 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Erstmals dabei und sofort auf dem Siegertreppchen gelandet ist der Federated Strategic Value Equity: Erst im Laufe des ersten Halbjahres 2016 hat dieser Fonds die Volumen-Hürde genommen. Mit 194 Punkten stellt der Winzling die teils milliardenschwere Konkurrenz in den Schatten. So belegt etwa der DWS Top Dividende – mit rund 16 Milliarden Euro das Schwergewicht der Kategorie – Rang 53 in der Gesamtwertung. Der Klassiker Templeton Growth belegt lediglich Rang 225, der Uniglobal Rang 126. Auf Platz 2 und mit einigem Abstand folgt der Stryx World Growth Fund mit 169 Punkten, der Gewinner des vorangegangenen Crashtests im Januar 2016.

Die drei Siegerfonds im Kurz-Porträt

Der Gesamtsieger: Federated Strategic Value Equity


Der aktuelle Gesamtsieger kommt wie ein Espresso daher: klein, aber stark. Der drittkleinste Fonds der Vergleichsgruppe heimst zwar in keiner der drei Kategorien Performance, Stresstest und Rating den Spitzenplatz ein, erreicht aber jeweils solide Resultate: So erzielt er im Performance-Test mit 70 Punkten das zweitbeste Ergebnis. Im Stresstest schafft er es mit 54 Punkten auf Rang 7. Beim Rating-Vergleich landet er mit 70 Punkten gleichauf mit anderen Kandidaten auf Rang 26.

Der Name verrät es bereits: Bei der Titelauswahl setzt Fondsmanager Daniel Peris auf den Value-Ansatz. Wichtig sind ihm auch hohe Dividenden beziehungsweise ein hohes Dividendenpotenzial. Zudem achtet er darauf, dass die Unternehmen gute Aussichten haben, auch Schwächephasen ohne größere Blessuren zu überstehen. Im Fokus hat Peris vor allem Substanzwerte mit hoher bis mittlerer Marktkapitalisierung, er kann aber auch Nebenwerte beimischen.

Mit 35 Aktien ist das Portfolio sehr konzentriert. Zu den Top-Titeln im Fonds, die Peris jeweils mit 3,8 bis 4,9 Prozent gewichtet, gehören derzeit unter anderem Verizon Communications, AT&T, Glaxo Smithkline und Philipp Morris International. Der US-Multi trägt maßgeblich zur hohen Gewichtung von 12,2 Prozent in Tabakwerten bei – der aktuell am stärksten vertretenen Branche im Fonds vor Telekom-Anbietern, Versorgern und Pharma-Unternehmen. Wer auf ethisch-nachhaltige Investments Wert legt, wäre daher mit diesem Fonds nicht optimal bedient.

Fündig wird Peris derzeit vor allem in seiner Heimat: 73 Prozent des Portfolios stecken in US-Aktien. Weitere 17 Prozent hält er in britischen Titeln. Von der aktuellen Brexit-Hysterie hat sich Paris also offensichtlich nicht anstecken lassen.