47 Fonds im Crashtest Die besten defensiven europäischen Mischfonds

Hauptsache, die Defensive stimmt: Italiens Torwart-Legende Gianluigi Buffon | © Getty Images

Hauptsache, die Defensive stimmt: Italiens Torwart-Legende Gianluigi Buffon Foto: Getty Images

Viele Anleger bevorzugen Investments, zu denen sie einen Bezug herstellen können. Auf regionaler Ebene dürfte dies vor allem auf deutsche Aktien und Anleihen zutreffen. Doch gerade Mischfonds entfalten ihren vermögensverwaltenden Charakter erst dann, wenn sie auch regional breiter aufgestellt sind. Mindestens Europa sollte es daher schon sein. Für vorsichtige Investoren stehen in der aktuellen Crashtest-Auswertung 47 Fonds mit diesem regionalen Schwerpunkt zur Wahl.

Wie in den vorangegangenen Crashtests für dieses Segment geht der Sieg an den 3,5 Milliarden Euro schweren Klassiker Kapital Plus von Allianz Global Investors, der die meisten Konkurrenten ziemlich alt aussehen lässt. Vor allem jene mit ähnlichem Bekanntheitsgrad und Volumen: So belegt der DNCA Invest Eurose lediglich Rang 33, der Bantleon Opportunities L Rang 45.

Die besten defensiven europäischen Mischfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Kapital Plus 193 76 27 90 3517
2 Pioneer Funds Austria Ethik Fonds 168 96 5 67 164
3 BKC Treuhand Portfolio I 163 83 20 60 127
4 Kepler Mix Solide 155 71 24 60 172
5 BFS-Invesco Euro-Mix 154 69 15 70 38
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 26. Oktober 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 26. Oktober 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis

Seit dem jüngsten Crashtest im Mai sind insgesamt vier Kandidaten in die Top Ten aufgerückt. So hat sich etwa der zuvor auf Rang 14 liegende Pioneer Austria Ethik Fonds auf Platz 2 hervorgearbeitet, der BKC Treuhand Portfolio I schob sich von Rang 13 auf den dritten Platz. Zu den Absteigern aus den Top Ten zählen hingegen unter anderem der LVM Pro-Basis-Fonds, der von Rang 7 auf Platz 18 zurückfiel. Unter den 47 Fonds mit einem maximalen Aktienanteil von 30 Prozent befinden sich auch mehrere Stiftungsfonds sowie Fonds mit Fokus auf nachhaltigen Investments.

Die drei Siegerfonds im Kurzporträt

Der Gesamtsieger: Kapital Plus

Der Kapital Plus scheint auf den Gesamtsieg abonniert. Erneut lässt er die Konkurrenz hinter sich - auch diesmal mit einem komfortablen Abstand von 25 Punkten zum zweitplatzierten Fonds. Seit 2011 hält Manager Stefan Kloss den 1994 aufgelegten Klassiker auf Kurs.

Experimente geht er mit der Asset Allocation nicht ein: Auch wenn er die Aktienquote zwischen 20 und 40 Prozent variieren kann, setzt er sie mit 30 Prozent fest. Da die Gewichtung im Zuge der Kursveränderungen variiert, stellt Kloss die Gewichtung regelmäßig wieder her und nimmt so automatisch Gewinne mit. Aktuell hält er 68 Prozent des Portfolios in Anleihen, 30 Prozent stecken in europäischen Aktien, der Rest ist Cash.

In den vergangenen Monaten hat Kloss das Portfolio nur geringfügig verändert. „Auf der Rentenseite haben wir das Risiko leicht reduziert, unter anderem durch den Abbau des Übergewichts der südeuropäischen Länder“, sagt Kloss und begründet dies mit der zunehmenden politischen Unsicherheit vor dem Italien-Referendum. Daraus ergibt sich aktuell ein Anleihe-Portfolio mit einem Anteil von 21 Prozent in italienischen sowie 20 Prozent in spanischen Staatsanleihen.

Auf der Aktienseite dominieren mit 25 Prozent britische Titel, deutsche Aktien haben mit 17 Prozent den zweitgrößten Anteil am Portfolio. Innerhalb dieser Anlageklasse hat der AGI-Manager in jüngster Zeit nur geringfügig umgeschichtet und Kursvolatilitäten für kleinere Veränderungen genutzt. Er sieht sich für die kommenden Monate mit seinem Portfolio gut aufgestellt: „Wir sehen zwar stabile ökonomische Rahmendaten, doch eine weniger expansive Geldpolitik der Zentralbanken sowie politische Risiken könnten den Markt negativ beeinflussen. Chancenreiche Anlageklassen sehen wir daher neutral.“

Auf der Aktienseite will Kloss mögliche Korrekturen für selektive Zukäufe von qualitativ hochwertigen Titeln nutzen. Generell greift er auf der Aktienseite auf die Expertise von Thorsten Winkelmann und Matthias Born zurück, die den Allianz Europe Equity Growth managen.