72 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für China-Aktien

Ein Mitarbeiter einer Wertpapier-Firma in Peking beobachtet die fallenden Preise chinesischer Aktien auf einer Kurstafel. Foto: Getty Images

Ein Mitarbeiter einer Wertpapier-Firma in Peking beobachtet die fallenden Preise chinesischer Aktien auf einer Kurstafel. Foto: Getty Images

// //

Im Frühjahr schossen die Kurse an den chinesischen Börsen in die Höhe. Vor allem die an den Festlandsbörsen von Shanghai und Shenzhen notierten A-Aktien waren gefragt. Während in Shanghai vor allem die großen, staatlichen Unternehmen gelistet sind, finden sich in Shenzen eher kleinere, private Unternehmen.

Die besten China-Aktienfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 First State Greater China Growth Fund 185 31 84 70 652
2 Fidelity Greater China Fund 170 40 60 70 586
3 Fidelity China Consumer Fund 166 32 84 50 2.248
4 Invesco Greater China Equity Fund 162 25 95 42 3.070
5 Threadneedle China Opportunities Fund 160 46 54 60 219
67 weitere Fonds >>
Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 12. Juni 2015), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 12. Juni 2015), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Wie wild gekauft wurden chinesische Firmen an beiden Börsen – und schließlich auch über die Börse in Hongkong. Die mehrfachen Senkungen des Zinssatzes und des Mindestreservesatzes, aber auch die aufmunternden Gesten der Regierung lockten vor allem private Investoren aus China an die Aktienmärkte. Viele von ihnen haben dafür sogar einen Kredit aufgenommen. Mitte Juni drehte sich das Blatt. Der jäh unterbrochene Aufschwung mündete – trotz diverserer Gegenmaßnahmen der Regierung – Anfang Juli im Crash. Die Frühjahrgewinne sind wieder verpufft. In den vergangenen vier Wochen brach der Shanghai-A-Share-Composite-Index um mehr als 30 Prozent ein, der Hang-Seng-China-Enterprise-Index (HSCEI) verlor 25 Prozent. Am 8. Juli waren viele Titel vom Handel ausgesetzt. Die letzte Chance zur Flucht oder bereits wieder ein guter Zeitpunkt für den Einstieg?

Für Wagemutige und Langfrist-Anleger haben wir im Crashtest 72 Aktienfonds analysiert, die in China oder im Großraum China – also inklusive Hongkong und Taiwan – investieren. Der Sieg geht an das Hongkong-Team von First State, die beiden weiteren Plätze auf dem Treppchen sicherte sich Fidelity.

Die drei Siegerfonds im Kurz-Porträt

Platz 1: First State Greater China Growth Fund

Fondsmanager Martin Lau (Foto) blickt zunächst nicht auf die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen oder lässt sich von kurzfristigen Begebenheiten ablenken. Er interessiert sich vielmehr für die einzelnen Unternehmen und ihre Aussichten. Dabei achtet er besonders auf die Qualität des Managements, seine früheren Erfolge und die Corporate Governance. Daneben interessieren ihn natürlich auch die Finanzlage und die Qualität des Geschäftsbereichs. Er mag gering verschuldete Unternehmen mit langfristigem, nachhaltigem Gewinnwachstum und investiert nur zu einem vernünftigen Preis.

Um die 50 Titel schaffen es in Laus Portfolio. Sein Ansatz ist – wie bei First State üblich – eher konservativ. Neben dem Kapitalwachstum hat Lau die Verlustbegrenzung im Blick. Seine Gewinne aus dem Frühjahr hat allerdings auch der First-State-Fonds im aktuellen Crash wieder abgegeben.

Lau investiert im Großraum China einschließlich Taiwan, dessen Portfolio-Anteil aktuell bei 28 Prozent liegt, und Hongkong mit einem Anteil von 18 Prozent. Finanztitel (rund 20 Prozent) hat der Fondsmanager deutlich gegenüber der Benchmark untergewichtet. Größter Sektor ist die Informationstechnologie mit ebenfalls 28 Prozent.

Wie mehrere First-State-Fonds ist auch dieser rund 700 Millionen Euro schwere Fonds mit einem Soft Closing belegt. Bereits seit Anfang 2012 müssen Neueinsteiger den vollen Ausgabeaufschlag zahlen, der wiederum direkt ins Fondsvermögen fließt. Wer dennoch interessiert ist, sollte die tatsächlichen Kaufkonditionen seines Anbieters prüfen.

Zum 1. Juli hat First State sein First-State-Stewart-Team in zwei vollkommen unabhängig voneinander handelnde Einheiten aufgeteilt. Das Team Stewart Investors um Angus Tulloch ist weitgehend in Edinburgh angesiedelt und unter anderen für die erfolgreichen globalen Emerging-Markets- und die Asien-Fonds der Gesellschaft zuständig. Das Team First State Stewart Asia hingegen hat seinen Hauptsitz in Hongkong und kümmert sich unter anderem um den Greater China Growth Fund. First State will so dem stark gewachsenen Team wieder den Vorteil von kleinen, flexibel agierenden Einheiten verschaffen. Am Investmentprozess und der Anlagephilosophie ändert sich nichts.