96 Fonds im Crashtest Die besten Japan-Aktienfonds

Japans Premierminister Shinzo Abe und seine Frau Akie Abe bei einem Besuch in Mexiko City im Juli 2014 / Foto: RONALDO SCHEMIDT/AFP/Getty Images

Japans Premierminister Shinzo Abe und seine Frau Akie Abe bei einem Besuch in Mexiko City im Juli 2014 / Foto: RONALDO SCHEMIDT/AFP/Getty Images

// //

Die beiden besten Fonds im aktuellen Crashtest, der Aberdeen Japanese Equity und der ValueInvest Japan, waren schon im Test im vergangenen Jahr die Sieger, allerdings haben sie die Plätze getauscht. Der drittplatzierte Comgest Growth war 2013 noch im oberen Mittelfeld, konnte in der Zwischenzeit aber im Bereich Performance deutlich punkten. Hier ist der Fonds mit Abstand der beste, und auch die Ein-Jahres-Performance von 16,8 Prozent (Stichtag: 26. September 2014) kann kein anderer den Fonds toppen.

Der ValueInvest Japan hingegen überzeugt mit seiner defensiven Ausrichtung vor allem im Bereich Stresstest. Eins haben die drei Top-Fonds gemeinsam: ihre komplette Benchmark-Unabhängigkeit. Sie haben alle sehr konzentrierte Portfolios, keiner hält mehr als 40 Titel.

Das einzig wahre Rezept für den japanische Markt scheint aber auch dies nicht zu sein: Schließlich folgt auf Platz 6 mit dem ComStage Nikkei 225 schon der erste breit gestreute ETF.

Fonds-Crashtest: Japan-Aktienfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Aberdeen Global Japanese Equity A2 189 74 50 65 1390
2 ValueInvest Japan 179 35 82 62 74
3 Comgest Growth Japan 179 85 29 65 12
4 UBAM IFDC Japan Opportunities Equity 160 48 65 47 55
5 Invesco Japanese Equity Advantage 157 62 15 80 1230
91 Weitere Fonds >>
Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 26. September 2014)
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 26. September 2014)


Die drei Top-Fonds im Porträt:

1. Aberdeen Japanese Equities

Aberdeen setzt auf Vor-Ort-Expertise. Das vierköpfige Management-Team ist in Tokio angesiedelt. „Wir kaufen kein Unternehmen, bevor wir uns mit der Unternehmensführung getroffen haben“, erklärt Chern-Yeh Kwok (Foto), der das Team leitet und für den Aberdeen Japanese Equities verantwortlich ist. Auch nach dem Kauf finden regelmäßige Besuche statt. Denn wenn Kwok investiert, dann plant er, langfristig an dem Unternehmen festzuhalten. Über die vergangenen drei Jahre hat er etwa 15 bis 25 Prozent des Portfolios ausgetauscht. An Unternehmen wie Toyota Motor oder Canon hält er schon über zehn Jahre fest.

Die Auswahl der Titel erfolgt nach einem traditionellen Bottom-up-Ansatz, Top-down-Faktoren dienen der Kontrolle. „Wir führen eine strenge Bewertung durch, die sich vor allem auf zwei Kriterien stützt: auf die Qualität und danach auf den Preis“, so Kwok. Unter Qualität versteht der Fondsmanager Bilanzstärke, aber auch Transparenz, Offenheit des Managements und einen fairen Umgang mit Aktionären. Insgesamt kommen 30 bis 40 Titel ins Portfolio.

Die stärkste Gewichtung mit rund einem Drittel des Fondsvermögens haben zurzeit Konsumgüterwerte. „Der Sektor bietet eine große Bandbreite an Anlagemöglichkeiten“, so Kwok. Banken, vor allem die größeren Konzerne, meidet er hingegen weitgehend.

2. ValueInvest Japan

Jens Hansen (Foto) sucht für seinen ValueInvest Japan nicht nach den größten Chancen am Aktienmarkt. Sein primäres Ziel ist es vielmehr, Abwärtsrisiken zu vermeiden. Das scheint ihm zu gelingen, im Crashtest-Bereich Stresstest liegt der Fonds auf Platz 1. „Der japanische Aktienmarkt ist sehr volatil“, begründet Hansen. Das liege am hohen Anteil zyklischer Unternehmen, die stark vom Export abhängig sind und dem hohen Verschuldungsgrad vieler Firmen. Genau solche Gesellschaften meidet er daher im Portfolio.

Das fünfköpfige Team um Hansen ordnet jedes Unternehmen einer von fünf branchenspezifischen Risikokategorien zu. „Hierzu testen wir die Entwicklung der Ertragsstabilität der letzten zehn Jahre von rund 600 Unternehmen“, erklärt der Fondsmanager. Unternehmen aus hohen Risikokategorien haben es schwer, sich fürs Portfolio zu qualifizieren. Hilfreich für den Weg in den Fonds ist eine deutliche Unterbewertung im Vergleich zum vom Team berechneten fairen Wert. Viele schaffen es aber ohnehin nicht. Hansen investiert zurzeit in nur 25 Titel. „Wenn man die Unternehmen im Portfolio wie eine Holding konsolidiert, ist das Portfoliounternehmen schuldenfrei“, so Hansen.

Seine ertragsstabilen Unternehmen mit geringer Verschuldung findet er – nicht nur aktuell - vor allem in den Sektoren Basiskonsumgüter und Gesundheit. Diese machen zurzeit mehr als die Hälfte des Portfolios aus.

3. Comgest Growth Japan

Konzentriert und langfristig – mit diesen zwei Begriffen beschreibt Richard Kaye (Foto) den Ansatz des Comgest Growth Japan Fund, den er zusammen mit Chantana Ward von Paris aus managt. Es sind maximal 40 Titel im Portfolio und die angestrebte Haltedauer liegt bei mindestens drei Jahren. „ Wir glauben, dass sich der japanische Aktienmarkt langfristig nicht von anderen unterscheidet, und die Aktienkurse auch hier letztlich immer die Unternehmensgewinne widerspiegeln“,so der Fondsmanager.

Daher suche er - ganz nach Comgest-Manier - nach Unternehmen, deren Geschäft potenzielle Mitbewerber durch Eintrittsbarrieren begrenzt und die durch gute Aussichten auf Gewinnwachstum überzeugen. Bei der Suche erhält das Fondsmanager-Duo Unterstützung von zwei in Japan ansässigen Analysten, besucht aber auch selbst häufig Unternehmen vor Ort. Neben großen Titeln haben Kaye und Ward auch kleinere Unternehmen im Blick.

„Von der Performance in diesem Jahr haben wir einen guten Teil den Small Caps zu verdanken“, sagt Kaye. Die stärksten Gewichtungen im Fonds hält er in den Sektoren Basiskonsumgüter (25 Prozent) und IT (21 Prozent). Einen Lieblingssektor hat er allerdings nicht: „Fünf Aktien, die jüngst die Performance stark gepusht haben, stammen alle aus unterschiedlichen Bereichen.“ Es stört ihn auch nicht, wenn sich durch die Bottom-up-Analyse ergibt, dass der Fonds in einigen Sektoren gar nicht vertreten ist. „In Banken investiert Comgest ohnehin nicht“, so Kaye.