990 US-Dollar pro Unze Wo der Goldpreis in 12 Monaten stehen wird

Goldbarren in einem chinesischen Museum. Foto: Getty Images

Goldbarren in einem chinesischen Museum. Foto: Getty Images

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Am Freitag vergangener Woche legte die chinesische Zentralbank offen, dass sie in den letzten 6 Jahren ihre Goldreserven um 604 Tonnen auf 1.658 Tonnen aufstockte. Die Daten werden unregelmäßig und zuletzt 2009 veröffentlicht. Damit ist die PBoC der sechstgrößte Goldhalter weltweit, allerdings liegen die implizierten jährlichen Goldkäufe bei etwa 100 Tonnen, was den Goldmarkt enttäuschte. Marktschätzungen gingen davon aus, dass China seine Reserven jährlich um etwa 300 Tonnen erhöht. Der Goldpreis ist daraufhin auf den tiefsten Stand seit März 2010 zurückgefallen. Damit wurde beinahe die Hälfte der Aufwärtsbewegung von 1999 bis 2011 (Goldpreisanstieg von 250 USD auf 1.920 USD) „rückabgewickelt“.



Die Zentralbanken weltweit (exklusive China) sind Nettokäufer und erwarben 2014588 Tonnen Gold. Der Goldmarkt wies im Jahr 2014 einen Angebotsüberhang von174 Tonnen aus. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie stark die 200 Tonnen (fehlende China-Nachfrage) ins Gewicht fallen. Zudem haben wir aktuell keinen Grund zur Annahme, dass sich die Kaufmenge in den nächsten Jahren signifikant erhöhen wird. Diese Enttäuschung reiht sich ein in die Liste der negativen Faktoren für den Goldpreis und ist unseres Erachtens die wichtigste Erklärungsvariable für den Gold-Preisverfall der letzten Tage.




Mittelfristige Preistreiber ebenfalls negativ


Daneben gibt es eine Reihe weiterer Argumente, die mittelfristig für noch niedrigere Goldnotierungen sprechen. Zu nennen sind hier a) der starke US-Dollar, b) die geringen Inflationssorgen, c) die rückläufigen Griechenland-Unsicherheiten (geringere Attraktivität als sicherer Hafen) und d) die bevorstehende US-Leitzinswende (Opportunitätskostenanstieg des Goldbesitzes). Während die beiden erstgenannten bekannt sind und sich nach unserer Einschätzung zunächst auch nicht ändern, und die Griechenlandthematik in hinreichendem Maße eingepreist sein dürfte, wird sich der Anstieg der Opportunitätskosten der Goldhaltung im kommenden Jahr wohl tatsächlich einstellen und somit zu einem belastenden Faktor für den Goldpreis werden. Dabei ist es zweitrangig, ob die Zinserhöhung der FED nun noch 2015 kommt (Janet Yellen schließt das nicht aus), oder wie von uns erwartet erst Anfang 2016.