AB-Kommentar Besorgt um US-Aktien?

Joseph G. Paul ist Investmentchef von US Value Equities bei AB

Joseph G. Paul ist Investmentchef von US Value Equities bei AB

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Auf den ersten Blick wirken US-Aktien teuer. Die Titel des S&P 500 Index wurden Ende 2014 mit einem geschätzten KGV von 16,3 gehandelt, das heißt 63 Prozent über dem Wert zum Zeitpunkt der Talsohle des Marktes im Jahr 2009. Die Bewertungen von US-Aktien sind wesentlich höher als die ihrer Pendants aus Emerging Markets oder Industrieländern. Und der S&P 500 war nur in 15 Prozent aller Quartale seit 1970 teurer als heute.

Mehr bezahlen für gesunde Unternehmen

Doch ist der Markt wirklich zu hoch gestiegen? Die Bewertungen mögen höher sein als üblich, aber der Markt ist auch wesentlich gesünder als üblich. Vergleichen Sie heute mit dem Spitzenwert vom Oktober 2007. US-Unternehmen generieren deutlich größere Cashflows und haben ihre Verschuldung bei vergleichbarer Rentabilität drastisch gesenkt (siehe Grafik unten). Die Fundamentaldaten internationaler Unternehmen sind nicht annähernd so gut. US-Aktien mögen also ein wenig teurer sein als üblich, aber wir glauben, dass Anleger auch viel mehr für ihr Geld bekommen – im historischen wie auch im weltweiten Vergleich.

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Die hohe Rentabilität ist aus unserer Sicht nachhaltig. Gewinnmargen von S&P-Unternehmen außerhalb des Finanzsektors – insbesondere von Fertigungsunternehmen – sind in den vergangenen Jahren aufgrund von durch Globalisierung, Outsourcing und Prozess-Reengineering angetriebenen strukturellen Veränderungen stark gestiegen (siehe Grafik unten). Außerhalb des Energiesektors, wo die Erwartungen sich schnell an den Fall der Ölpreise anpassen, dürfte keiner dieser Faktoren in nächster Zeit an Gewicht verlieren. Und in einigen Sektoren des Marktes – insbesondere in der Konsumgüterindustrie – werden niedrigere Energiepreise den Gewinnen einen kräftigen Impuls verleihen.

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