Abseits der Dividenden-Rekorde Warum es in dieser Branche zum Dividenden-Schock kommen kann

Schwimmende Stadt: Royal Dutch Shell, ist der größte Dividendenzahler der Welt. Foto: Getty Images

Schwimmende Stadt: Royal Dutch Shell, ist der größte Dividendenzahler der Welt. Foto: Getty Images

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Die Analysten von Henderson Global Investors wissen, wie man schockt. „Auf den ersten Blick war 2015 für ertragsorientierte Aktienanleger ein enttäuschendes Jahr“, schreiben sie in ihrem Bericht zum „Henderson Global Dividend Index“. Der weltweite Dividendenausstoß sei im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent auf 1,15 Billionen Dollar gefallen. Autsch.

Die Lösung liegt in der Währung: Nur weil der Dollar 2015 stark aufwertete, sehen die Zahlen nicht so gut aus. In Euro betrachtet ist der Dividendenbetrag nämlich von 973 auf 1.060 Milliarden gestiegen. Um fast 9 Prozent. Na also.

Es ist das stetige Moment der Aktienanlage, das im Frühjahr zuverlässig in den Blickpunkt der Anleger rückt, fernab von Kursrutschen und Kurvendiskussionen. Unternehmen ziehen Bilanz und beglücken ihre Aktionäre mit einem Anteil am Gewinn. Und den gibt es cash aufs Konto.

Was den weltweiten Trend betrifft, haben die Henderson-Leute in der Tat eine Finte vollführt. Denn etwas weiter hinten bereinigen sie die Dollar-Zahlen um Währungseffekte, Sonderdividenden und Indexverschiebungen. Prompt zeigt sich, dass in allen Teilen der Aktienwelt die Dividenden kräftig gestiegen sind. Am stärksten in Japan mit plus 19,2 Prozent, am schwächsten in Großbritannien mit plus 3,7 Prozent.

Also alles toll? Vielleicht. Die gute Nachricht ist sicherlich, dass die Dividendenrenditen grundsätzlich weltweit durch die Kursrutsche wieder auf historisch über-durchschnittliche Höhen geklettert sind (siehe Grafiken unten). Doch sollten sich Anleger nicht allzu sehr darauf verlassen. Denn bei Kursen und Dividendenniveau lässt sich ein Nachlauf von einigen Monaten erkennen.



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Will heißen: Erst brechen Kurse ein, dann Dividenden. Extrem war es im Jahr 2009, als die Dividenden in Europa von der Spitze um mehr als ein Viertel nachgaben. Und zwar erst dann, als die Kurse sich schon wieder erholten. Jetzt also leichtfertig zu sagen: „Schaut mal, die Dividenden bleiben doch stabil, der Kursrutsch ist unbegründet“, wäre etwas forsch.