Active Index Portfolios „Ein Instrument für mehr Kostentransparenz“

Europäische Kommission in Brüssel: Die Richtlinie Mifid II verändert die Finanzberatung. | © Getty Images

Europäische Kommission in Brüssel: Die Richtlinie Mifid II verändert die Finanzberatung. Foto: Getty Images

Noch ist die EU-Richtlinie Mifid II gar nicht für alle Marktteilnehmer in der Beratung in nationales Recht umgesetzt, doch schon haben sich die Voraussetzungen grundlegend verändert. Der Druck wächst, vor allem hinsichtlich der Transparenz in Bezug auf die Anlageprodukte und Kosten. Gleichzeitig sind Berater und Vermittler in der Pflicht, kontinuierlich die Anlageprodukte und Portfolios ihrer Kunden im Blick zu behalten und bei Änderungen der Risikostruktur Warnungen auszusprechen. Portfolio- und Kostentransparenz sowie Nachberatungspflichten bilden so etwas wie das neue „magische Dreieck“ der Anlageberatung.

Produkte der Gattung Active Index Portfolios (AIPs) sind eine Antwort auf die Herausforderungen von Mifid II. AIPs sind aktiv gemanagte Fonds, die aus ETFs und (nicht börsengehandelten) Indexfonds bestehen. Die Anlageprodukte bieten hohe Transparenz zu niedrigen Kosten.

Für AIPs stehen inzwischen so viele passive Anlageprodukte zur Verfügung, dass sich damit problemlos ein globales Portfolio mit mehreren Anlageklassen aufbauen lässt. Um bei Marktschwankungen gut gewappnet zu sein, werden ETFs und Indexfonds mit aktivem Management ergänzt. Das Fondsmanagement passt die Allokation der AIPs dynamisch an. Der Kostenvorteil der AIPs gegenüber aktiven Multi-Asset-Fonds entsteht durch standardisierte Bausteine mit automatisierten Abläufen und skalierbaren Systemen.

Vier Risikoprofile als Grundversorgung

Der Vorteil von AIPs zeigt sich auch bei Nachberatungspflichten. Es gibt die Produkte nämlich in vier unterschiedlichen Risikoprofilen. Für die Praxis heißt das: Wenn einmal festgestellt ist, dass die Anlage für einen Kunden, seine Anlageziele und Risikotoleranz geeignet ist, bleibt das in aller Regel auch so. Das ist ein großer Vorteil gegenüber Fonds, bei denen sich in unterschiedlichen Marktphasen die Risikoklassifizierung ändern kann und der Vermittler dann in der Pflicht ist, Kunden zu informieren.

Finanzvermittler können als kostengünstige Grundversorgung innerhalb der AIPs ein Risikoprofil für Kunden wählen und haben damit eine Basislösung, die zum Beratungsprozess passt und unvorhergesehenen Mehraufwand minimiert. Wer sich gegenüber anspruchsvolleren Kunden weiter profilieren möchte, kann um die AIPs herum individuell Bausteine hinzufügen, etwa in Form von Investment-Themen wie Technologie oder Umweltschutz.