Active Share und Prospekthaftung Indexnahe Fonds: „Einzelne Fälle könnten vor Gericht landen“

Morningstar-Analyst Ali Masarwah

Morningstar-Analyst Ali Masarwah

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Indexnahe Fonds sind ein Ärgernis - nicht nur für Anleger. Auch die Finanzaufsicht Bafin hat im Herbst 2015 angekündigt, Produkte, die zu nah an ihrem Vergleichsindex kleben, stärker unter die Lupe nehmen und eventuell sogar Managementgebühren verbieten zu wollen.  

Passiert ist seitdem aber nicht viel. Die Finanzaufsicht stellte lediglich fest, dass wohl zwischen 5 und 15 Prozent der für Privatanleger erhältlichen Aktienfonds verkappte Indexfonds sind. Bei Europa-Standardwerte-Fonds geht der Morningstar-Analyst Ali Masarwah sogar von 20 Prozent an Indexschmusern aus.

Grenze zwischen aktiven Fonds und Indexschmusern bei Active Share von 60 bzw. 30-40%

Die Grenze zwischen einem noch aktiv verwalteten Fonds und einem verkappten Indexfonds zieht Masarwah bei einem Active Share von 60 Prozent bei breiteren beziehungsweise 30 bis 40 Prozent bei konzentrierteren Indizes wie Dax oder Dow Jones. Das erklärte er in einem Interview mit Capital.de. Active Share ist eine Kennzahl, die die Abweichung eines Fondsportfolios vom Vergleichsindex misst. Je höher diese Kennzahl, desto aktiver ist also der Fonds.