Aktien-Ausblick „Bremsspuren in der Wertentwicklung“

Nimmt die Chancen von Aktien-Investments unter die Lupe: Lars Slomka, Hansen & Heinrich | © Hansen & Heinrich

Nimmt die Chancen von Aktien-Investments unter die Lupe: Lars Slomka, Hansen & Heinrich Foto: Hansen & Heinrich

Die internationalen Aktienindizes zeigen im ersten Halbjahr 2018 eine schwankungsintensive Entwicklung und liegen aktuell weitgehend auf dem Niveau vom Jahresanfang. Gleichzeitig sind die positiven Stimmen vom Jahresanfang deutlich leiser geworden.

Wachstumsraten top

Das Fundamentale könnte auf den ersten Blick nicht besser sein. Die Wirtschaft wächst sehr stark in allen Regionen. So lässt die Wachstumsrate für das erste Halbjahr sowohl in den USA (Prognose plus zwei Prozent), als auch in China (Prognose 6,8 Prozent) ein solides Wachstum erwarten. In Europa ist die Wirtschaft in einer stärkeren Verfassung als prognostiziert.

Inflationäre Tendenzen sind weiterhin nur in geringer Maße sichtbar und versetzen die Notenbanken in die Lage, weiter eine lockere Geldpolitik zu betreiben. Somit hat das sogenannte Goldilocks-Szenario – niedrige Zinsen, moderates Wachstum, geringe Inflation und steigende Unternehmensgewinne – bisher weiter Bestand.

Bei der Kursentwicklung zeigen sich trotz allem zunehmend Bremsspuren. Grund dafür ist, dass sich die Märkte nicht mehr mit 2018 und dem Goldilocks-Szenario beschäftigen, sondern zunehmend mit den Fragen, die ihre volle Wirkung erst Ende des Jahres bzw. 2019 entfalten.

Dabei stehen wir vor schwierigen Fragestellungen:

Quo vadis Europa: Europa ist mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Sowohl die neue Regierung in Rom, als auch die protektionistischen Maßnahmen der US-Regierung haben das Potential eine neue kritische Phase für den Euroraum und ihren politischen Zusammenhalt entstehen zu lassen.

Notenbanken: Die Geldpolitik steht weiter auf dem Prüfstand. In den USA wurde mit J. Powell ein neuer Notenbankchef ernannt und im Gremium werden in den nächsten zwei Jahren sechs von sieben Mitgliedern neu bestellt. Welche Geldpolitik ist zukünftig in den USA zu erwarten? Für die europäische Notenbank steht 2019 ebenfalls eine Zäsur an. Wer folgt Mario Draghi und wie schnell erfolgt dann der Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik, wenn inflationäre Tendenzen zunehmen sollten?