Aktien-Investments Diese Chancen bietet die Automatisierung in China

Bundeskanzlerin Angela Merkel (M.) bei ihrem Besuch der Werke von BMW Brilliance Automotive im nordostchinesischen Shenyang am 14. Juni 2016.  | © Getty Images

Bundeskanzlerin Angela Merkel (M.) bei ihrem Besuch der Werke von BMW Brilliance Automotive im nordostchinesischen Shenyang am 14. Juni 2016. Foto: Getty Images

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Clemens Kustner ist Geschäftsführer von Aspoma Asset Management, einer auf Asien spezialisierten Investmentgesellschaft.

Automatisierung – wo steht China?

Wissen Sie, wo das modernste Fertigungswerk von BMW steht? Viele würden vermutlich antworten „natürlich in München; oder vielleicht doch in Regensburg? Oder in Spatanburg in den USA?“

Die richtige Antwort ist dagegen: Shenyang, China! Bei der Einweihung Ende Mai bekamen die Gäste die neue Fertigungswelt zu sehen: Disko tanzende Fertigungsroboter; Arbeiter, die innovative Exoskelette tragen, die wie ein zweites Skelett als äußere Stützstruktur für den Körper dienen und den Kraftaufwand bei körperlich anstrengenden Arbeiten reduzieren; mobile „Smart Devices“, die den Arbeitern in der Fertigung permanent alle Information zur Verfügung stellen, die sie benötigen; Arbeiter tragen „Augmented Reality“ Brillen, die es ihnen ermöglichen, „Virtual Reality“ Produktions- und Montageteile, wie beispielsweise einen Motor, von innen zu sehen.

Weltweit führend ist auch die hochgradig vernetzte Produktion: Durch eine „Internet-of-Things-Architektur“ können über die Fahrzeug-Identifikationsnummer jedem im neuen Werk produzierten Auto einzelne Komponenten, Arbeitsschritte und Maschinen zugeordnet werden. Höhere Effizienz und bessere Qualität wird dadurch ermöglicht.

Seit vielen Jahren eine Kernposition

Bauherr und Eigentümer dieses Werks ist genaugenommen nicht die BMW AG, München, sondern das Joint Venture BMW Brilliance Automotive (BBA), das BMW gemeinsam mit dem chinesischen Unternehmen Brilliance China Automotive kontrolliert und führt. Aktien von Brilliance sind an der Börse in Hong Kong notiert und sind seit vielen Jahren eine Kernposition im Aspoma China Opportunities Fund.

„Viel Potential für die Zukunft“

Auch wenn die Technologie für Fertigungsstätten wie dem neuen BMW Werk in Shenyang vermutlich noch zu 100 Prozent aus dem Westen kommt, so etablieren sich in China in allen Bereichen der Automatisierung erfolgreiche starke chinesische Anbieter. Diese haben gegenüber internationalen Großkonzernen den Vorteil, dass sie die Automatisierungsbedürfnisse vieler chinesischer Unternehmen passgenauer und mit einem besseren Preis-Leistungsverhältnis bedienen können.

Während Unternehmen wie Siemens, ABB oder Fanuc bei den in China tätigen Multinationals wie eben BMW zum Zug kommen, tun sich westliche Automatisierungs-Giganten oftmals schwer, den chinesischen Mittelstand zu bearbeiten.

China trägt Sieben-Meilen-Stiefel

Derzeit ist der Automatisierungsgrad der chinesischen Wirtschaft noch gering. Die Anzahl Roboter je 10.000 Arbeiter ist zwar noch vergleichsweise tief, beim Verkaufsvolumen an Automatisierungstechnologie und bei den Wachstumsraten lässt China den Rest der Welt jedoch weit hinter sich.