Aktien-Investments Fondsmanager: „Langweilige Aktien liefern stabilere Renditen“

Das Logo des aus der Schweiz stammenden Lebensmittelkonzerns Nestlé an einem Fabrikgebäude im ostfranzösischen Arches | © Getty Images

Das Logo des aus der Schweiz stammenden Lebensmittelkonzerns Nestlé an einem Fabrikgebäude im ostfranzösischen Arches Foto: Getty Images

Edgar Göcke, Monega KAG

Industrie 4.0, digitale Transformation oder Fintechs sind derzeit in aller Munde und nehmen aufgrund ihrer disruptiven Kraft viel Raum in der öffentlichen Diskussion ein. Bei aller Ungewissheit über die Technisierung unserer Zukunft ist jedoch eines gewiss: Die Weltbevölkerung wird weiter ansteigen und eine zunehmende Nachfrage nach Produkten generieren, die Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken oder medizinische Versorgung decken. Anlagen in Unternehmen dieser defensiven Wirtschaftsbereiche gelten zwar als langweilig, entwickeln sich aber mittel- und langfristig oft besser als der Markt.

Die Idee hinter defensiven Aktienstrategien ist so einfach wie bestechend. Es gibt Grundbedürfnisse des Menschen, die immer da sind, gleichgültig, wie die Notenbanken agieren, wie die Nachfrage auf den Rohstoffmärkten ist oder welche überraschenden Entscheidungen gerade im Weißen Haus getroffen wurden. Menschen müssen regelmäßig essen und trinken, sie müssen ihren Haushalt führen und sie brauchen täglich Pflege und Hygiene. Neben der Nahrungsmittel- und Getränkebranche zählen auch Kommunikation, Gesundheit und Versorgung zu den Bereichen, aus denen sich defensive Aktien selektieren lassen.

Die Macht der Markenartikler nutzen

Vor allem bei Aktien aus der Nahrungs- Getränke- und Genussmittelbranche spielen meist die großen Markenartikelanbieter die Hauptrolle. Marken wie beispielsweise Coca-Cola oder Nestlé können dabei nicht nur auf immaterielle Markenwerte in Milliardenhöhe verweisen, sie haben mit ihrer Markenbekanntheit oft auch die Macht, Preise zu setzen und Preiserhöhungen an Konsumenten weiterzugeben.

Damit sind Aktien dieser Unternehmen auch Sachwertinvestitionen, die einen gewissen Inflationsschutz mit sich bringen. Nicht zuletzt stellen Megatrends wie die wachsende Weltbevölkerung, die steigende Lebenserwartung sowie die zunehmende Urbanisierung das zukünftige Wachstumspotenzial von Unternehmen aus defensiven Branchen sicher.

Defensive Aktienanlagen schlagen den Markt

Für Anleger haben defensive Anlagen einen entscheidenden Vorteil: Sie zeichnen sich durch vergleichsweise geringe Kurschwankungen aus, was mittel- und langfristig zu Outperformance führen kann. Denn in guten Börsenphasen profitieren auch defensive Investments vom allgemeinen Aufwärtstrend an den Aktienmärkten.

Da sie zuvor in schlechten Börsenphasen aber weniger verloren haben, starten sie mit einem Vorsprung in den folgenden Kursaufschwung, erreichen schneller neue Höchststände und können auf diese Weise andere Aktienanlagen schlagen. So hat der MSCI World Nahrungsmittel-, Getränke- und Tabak-Index beispielsweise in den letzten drei Jahren einen Wertzuwachs von 66 Prozent erwirtschaftet, während der marktbreite MSCI World-Index in diesem Zeitraum ein Plus von nur 53 Prozent (jeweils in Euro) verzeichnen konnte.

Defensive Aktienfonds geeignete Anlagevehikel

Anleger, die mit defensiven Aktienanlagen stabile Renditen erzielen wollen, sollten in einen breit gestreut anlegenden Aktienfonds investieren. Dabei sollte der Fokus auf Qualitätsaktien von Unternehmen mit langlebigen Geschäftsmodellen, geringer Verschuldung, hohem Cashflow und stabilen Dividenden liegen, die weitgehend unabhängig vom Konjunkturzyklus rentabel wirtschaften.

Der von Monega verwaltete Equity for Life beispielsweise investiert weltweit in Qualitätsaktien aus den wichtigsten defensiven Branchen, vor allem in Aktien aus den Sektoren Gesundheit/Pharma, Nahrungs- und Genussmittel sowie Getränke. Zu den Top-Holdings des Fonds gehören führende Marken wie Nestlé, Coca-Cola, Anheuser Busch, Pepsico und Procter & Gamble.

Mit seiner defensiven Strategie hat der Fonds seit seiner Auflage von einem Jahr einen Wertzuwachs von 7,06 Prozent erwirtschaftet, und das bei einer rund 20 Prozent geringeren Schwankung (Volatilität) als die des Gesamtmarktes.