„Aktien werden zurzeit aus Mangel an Alternativen gekauft“

Alexander Seibold

Alexander Seibold

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Nur auf den ersten Blick hat die Zustimmung des deutschen Bundestages zum zweiten Griechenland-Rettungspaket die Situation in der Euro-Schuldenkrise beruhigt.

Denn ein nach meiner Überzeugung aussagekräftiges Krisenbarometer steigt und steigt: Der Bund-Future, ein Maß für Kurse deutscher Staatsanleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit, notiert bei Kursen um 140 Punkte, das ist nahe am Allzeit-Hoch.

Dieser Anstieg ist ein deutliches Zeichen, dass Investoren mit negativen Überraschungen aus den Euro-Schuldenstaaten rechnen.

Abgesang auf den Süden

Tatsächlich hat gestern das FDP-geführte Wirtschaftsministerium höchst undiplomatisch verkündet, dass die im Oktober 2011 gestartete Initiative, der griechischen Wirtschaft auf die Beine zu helfen, gescheitert sei. Griechenland sei, so heißt es ernüchternd, weder in der Lage noch willens, für Wirtschaftswachstum im Land zu sorgen.

Auch aus Portugal und Spanien kommen keine positiven Nachrichten. Im Gegensatz dazu wird Deutschland bereits 2012 einen nahezu ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Alles dies spricht dafür, dass die Bundesanleihen von Finanzminister Wolfgang Schäuble auch künftig beliebt bleiben.

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Dazu kommt, dass auch die Charttechnik für Bundesanleihen spricht. Der Bund-Future notiert in einer stabilen Spanne zwischen 137 und 140 Punkten. Gleich mehrere Indikatoren sprechen für einen Ausbruch über das bisherige Hoch hinaus. Mittelfristig halten wir einen neuen Höchststand bei 145 Punkten für realistisch.