Crashtest Die besten Aktienfonds für globale Nebenwerte

Arbeiter in einer niederländischen Fabrik für Kohlenstoffplatten in Den Haag: Kleinere börsennotierte Unternehmen offenbaren ihre Stärken erst auf den zweiten Blick | © Getty Images

Arbeiter in einer niederländischen Fabrik für Kohlenstoffplatten in Den Haag: Kleinere börsennotierte Unternehmen offenbaren ihre Stärken erst auf den zweiten Blick Foto: Getty Images

Ein Nebenwerte-Fonds, dessen Top-Positionen Apple und die Google-Mutter Alphabet sind? Zwei der nach Börsenkapitalisierung größten Unternehmen der Welt? Das kann nur eine Mogelpackung sein.

Nun, wie man’s nimmt. Richtig ist, dass der Siemens Global Growth sich in der Zusammensetzung deutlich von anderen Nebenwerte-Fonds unterscheidet. Das liegt zum einen an seiner Vergangenheit. Im September 2000 als Siemens Neue Märkte Welt gestartet, bündelt er seit jeher Aktien aus den Branchen Internet, Technologie, Medien und Biotechnologie. Als Vergleichsindex dient entsprechend eine Mischung aus Tec-Dax, Nasdaq 100 und Tokyo Stock Exchange Mothers Index. Passt also. Zum anderen lautet die Vorgabe an Fondsmanager Rainer Hackl, den „überwiegenden Teil“ seines Portfolios für junge, aufstrebende Zukunftsfirmen zu reservieren. Bis zu 49 Prozent dürfen also auch auf Börsen Schwergewichte wie eben Apple oder Alphabet entfallen.

Fast 200 % seit Sommer 2012 

Zumindest in der jüngeren Vergangenheit war das keine schlechte Wahl. Seit Sommer 2012 legte der von Hackl komponierte Mix um fast 200 Prozent zu – mehr als jeder andere global anlegende Nebenwerte-Fonds. Auch im Drei-Jahres-Vergleich belegt der Siemens Global Growth mit plus 85,7 Prozent den ersten Platz in der Performance-Wertung. Da er auch in den Teilbereichen Stresstest und Rating (siehe Tabelle) kaum abfällt, ist der Gesamtsieg zweifellos verdient.

Mit einem Anteil von 47 Prozent bilden die USA aktuell den regionalen Schwerpunkt in Hackls Portfolio. Deutsche Titel wie die Tech-Dax-Schwergewichte Wirecard und Sartorius kommen auf 28 Prozent des Fondsvermögens, die drittgrößte Länderposition entfällt auf Japan mit einem Anteil von 19 Prozent. Sowohl Wirecard als auch Sartorius gehören zur Gruppe der sogenannten Hidden Champions. Das sind aussichtsreiche, aber eher unbekannte Unternehmen aus der zweiten Reihe, die weltweit in ihrem Segment führend sind.

Während Großkonzerne von zahlreichen Investoren beobachtet und bis ins Detail analysiert werden, bieten die Minis findigen Fondsmanagern häufig die Chance, durch Informationsvorsprung eine höhere Rendite zu erwirtschaften. Durch ihre Spezialisierung rücken kleine Unternehmen zudem in den Fokus großer Konzerne, die mit Übernahmen ihre Marktpositionen stärken wollen und so die Kurse potenzieller Übernahmekandidaten zusätzlich beflügeln. Ein prominentes Beispiel aus dem vergangenen Jahr ist der Kauf des Augsburger Roboter-Bauers Kuka durch den chinesischen Elektrogeräte-Hersteller Midea.