Aktienmärkte im Herbst 5 Trends, die Anleger kennen sollten

Spitzkehre im Herbstwald: Anleger sollten sich in den kommenden Monaten auf Herausforderungen an den Börsen einstellen | © Getty

Spitzkehre im Herbstwald: Anleger sollten sich in den kommenden Monaten auf Herausforderungen an den Börsen einstellen Foto: Getty

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Ist demnächst Schluss mit der Rallye?

Seit einigen Jahren steigen die Kurse vieler Unternehmen nahezu ungebrochen. Die Ursache: Nach der Finanzkrise haben insbesondere die Notenbanken mit ihrer lockeren Geldpolitik eine jahrelange Rallye losgetreten. Das Zinstief hat dafür gesorgt, dass Anleger verstärkt in Aktien investiert und damit die Kurse getrieben haben. Die euphorische Stimmung hat so manch einen Anleger beim Aktienkauf den kritischen Blick auf Kurse und Unternehmen vergessen lassen. So sind viele Aktien mittlerweile weit über ihrem historischen Durchschnitt bewertet. Damit könnte bald Schluss sein: Viele Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die gute Stimmung im zweiten Halbjahr eintrübt. Die Zeichen einer Übertreibung mehren sich. Die Erwartungen sind zu hoch – die Gefahr von Enttäuschungen ist groß. Die gute Nachricht: Mit passenden Strategien können sich Anleger auch gegen raueres Börsenklima wappnen.

Fünf Trends, die Anleger kennen sollten:

1. Die Kurse laufen den Gewinnen davon

Ein Anzeichen für eine Übertreibung an den Märkten: Der Anstieg der Kurse wurde in den vergangenen Monaten nicht mehr durch steigende Gewinne getragen. Ein weiteres Indiz: Schon seit mehreren Monaten führen Zykliker und Unternehmen mit niedriger Qualität den Markt an. Ihre Kurse preisen einen starken wirtschaftlichen Aufschwung ein. Damit sie sich aber wirklich positiv entwickeln, braucht es auch ein starkes konjunkturelles Umfeld – und danach sieht es im Moment nicht aus.
Was Investoren tun können: Genau auf die Unternehmen schauen. Die konjunkturelle Entwicklung allein sollte nicht Maßstab für ein Investment sein. Es gibt viele Unternehmen, die auch in schwächeren Konjunkturphasen gut aufgestellt sind. Über fundamentale Unternehmensanalyse und den Austausch mit Kunden und Lieferanten lassen sich geeignete Firmen finden.

2. Viele Indikatoren drehen ins Minus

Etliche Indikatoren sinken bereits wieder. Wie der Einkaufsmanagerindex des Institute of Supply, der als wichtigster Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA gilt. Er hat seinen Höhepunkt offenbar erreicht und dreht nun nach unten. Auch der Citigroup Economic Surprise Index, der die Entwicklung der Wirtschaftszahlen im Vergleich zu den Prognosen widerspiegelt, ist in den vergangenen Monaten gefallen. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts hat zwar für den Monat Juli ein Rekordhoch erreicht, doch Anleger sollten sich davon nicht täuschen lassen. Denn weiter kann der Ifo-Index eigentlich gar nicht mehr steigen.
Was Investoren tun können: Die Chancen und Risiken auf Unternehmensebene im Blick behalten. Frühindikatoren sind wichtig, aber für ein Investment nicht allein ausschlaggebend. Investoren sollten genau prüfen, wie stark bestimmte Unternehmen tatsächlich konjunkturellen Einflüssen ausgeliefert sind. Auch hier liefert solide Fundamentalanalyse gute Erkenntnisse über Chancen und Risiken von Unternehmen.

3. Exporteuren und Industrie drohen Rückschläge

Hinzu kommt, dass die höhere Notierung des Euro das Exportgeschäft erschwert. Die Wechselkurse, aber auch zyklische und strukturelle Faktoren, belasten momentan vor allem die Automobilindustrie. Doch auch Unternehmen aus anderen Branchen können Rückschläge erleiden. Die laufende Berichtsaison zeigt bei vielen Chemie-, Industrie- und Bankenwerten, dass die Erwartungen zu hoch und die Kurse dieser Unternehmen zu weit gelaufen sind.