Aktienmärkte: Rückschläge bringen Renditen

Die Athener Börse. Quelle: AFP/Getty Images

Die Athener Börse. Quelle: AFP/Getty Images

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Kaum gehen die Kurse an den internationalen Börsen für einige Wochen auf Talfahrt, versetzt das die Weltgemeinschaft in Angst und Schrecken. Politiker, Notenbanken und auch die Medien suggerieren, dass steigende Börsenkurse gut und fallende schlecht für uns seien. Wissentlich oder unwissentlich fördern sie damit den Herdentrieb und Übertreibungen an den Börsen. Denn bekanntlich kaufen Anleger in der Mehrheit dann Aktien, wenn die Kurse hoch sind und die Stimmung gut ist und verkaufen sie im umgekehrten Fall.

Notenbanken und Politik fördern den Herdentrieb

Stellen wir uns vor, wir hörten täglich, dass die Preise für Brot, Urlaubsreisen, einen Kindergartenplatz oder das Eigenheim möglichst dauerhaft und kräftig steigen sollten. „Je höher, desto besser“ würde gewissermaßen als Beweis einer gesunden Volkswirtschaft und eines steigenden Wohlstands dienen. Wir würden also kräftig nachkaufen, wenn die Preise hoch sind und verfielen in Trübsal, wenn sie stagnieren oder sinken würden. Zu welchem Desaster ein solches Denken führen kann, sieht man in den USA, wo ständig steigende Eigenheimpreise und Konsum auf Pump den Bürgern jahrelang den Segen einen solchen unvernünftigen Mechanismus vorgaukelten.

Falsche Versprechen zur Aktienanlage

Doch genau dieses Prinzip soll für Aktienanlagen gelten? Vor allem die Banken werden nicht müde zu behaupten, deutsche Anleger seien „unwissend“ und „unzureichend in Aktien investiert“. Denn langfristig, so der allgemeine Tenor, seien Aktien die erfolgversprechendste Anlage, unabhängig vom Einstiegszeitpunkt. Doch der Deutsche will sich offenbar nicht belehren lassen: Weniger als sechs Prozent sind heute direkt und ebenso viele über Fonds in Aktien investiert, was nur etwa einem Viertel der Quote in angelsächsischen Ländern entspricht.

Langweilige Renten outperformen Aktien

Gleichwohl scheint der übervorsichtige Deutsche am Ende richtig zu liegen. Denn allen wohlwollenden Aktien-Studien zum Trotz ist dies nicht nur bereits der dritte Crash seit der Jahrtausendwende, den die Anleger verkraften müssen. Der Blick auf einen einfachen Chart zeigt auch, dass Bundesanleihen (gemessen am REXP) in den vergangenen 40 Jahren mit über 1.300 Prozent Wertzuwachs eine Investition in den DAX mit einem Anstieg von1.000 Prozent deutlich geschlagen haben. Noch ärger sieht es beim Vergleich mit den US-Indizes S&P 500 und DJ Industrial Average aus, die auf Euro-Basis nur um 400 Prozent gestiegen sind!