Aktiv versus passiv Bei diesen Fonds lohnt sich das Warten auf Outperformance

Bill Miller: Der Manager wurde dafür bekannt, dass er mit dem in den USA angebotenen Aktienfonds Legg Mason Value Trust zwischen 1991 und 2005 insgesamt 15 Jahre in Folge seinen Vergleichsindex S&P 500 geschlagen hatte.  | © Uwe Noelke

Bill Miller: Der Manager wurde dafür bekannt, dass er mit dem in den USA angebotenen Aktienfonds Legg Mason Value Trust zwischen 1991 und 2005 insgesamt 15 Jahre in Folge seinen Vergleichsindex S&P 500 geschlagen hatte. Foto: Uwe Noelke

Ali Masarwah, Chefredakteur der deutschsprachigen Morningstar-Seiten

Aktiv gemanagte Fondsportfolios werden regelmäßig mit der Performance einer Benchmark verglichen, um die Leistungen der Manager zu messen. Doch dieser Blick in die Vergangenheit taugt nur bedingt als Grundlage einer Fondsauswahl für die Zukunft, betont Morningstar-Chefredakteur Ali Masarwah in einem aktuellen Beitrag auf der Internetseite der Rating-Agentur.

Darin geht Masarwah insbesondere auf folgende Frage ein: Wann sollen sich enttäuschte Anleger von Fonds trennen, die keine Outperformance gegenüber einem passiven Indexfolger liefern? Bei Profiinvestoren und Fondsberater gelte hierfür in der Regel eine Frist von drei bis fünf Jahren. Doch das könnte möglicherweise viel zu knapp bemessen sein.

5.500 Aktienfonds untersucht

Denn Morningstar-Analysten haben in einer Studie die Bruttorenditen aller aktiv gemanagten Aktienfonds weltweit mit ihrer jeweiligen Benchmark verglichen. Dabei wurden nur die jeweils ältesten Fondstranchen berücksichtigt und währungsgesicherte Anteilsklassen ausgeblendet. Untersucht wurden für diese Stichprobe die Jahre 2003 bis 2017.

In der Gesamtbetrachtung über die 15 Jahre schafften 3.790 der 5.500 analysierten Fonds eine Outperformance. Deren Anleger mussten aber zwischenzeitliche Schwächephasen ihrer Fondsmanager aushalten, die bis zu elf Jahre dauerten. Bei den anderen 1.710 Produkten lagen die Manager bis zu zwölf Jahre lang vor ihrer Benchmark, am Ende aber dahinter.

Passive Indexfonds gefragt

Die Hoffnung auf eine langfristige Outperformance ihrer Fondsmanager haben viele Anleger in Europa scheinbar verloren. In einer weiteren aktuellen Studie beziffert Morningstar den Marktanteil passiv gemanagter Aktienfonds auf etwa 26 Prozent. Demnach entfielen allein im vorigen Jahr mehr als 60 Prozent der Zuflüsse in Aktienfonds auf passive Produkte.

Laut Morningstar-Daten sind Indexfonds vor allem bei Investments in US-Standardwerte gefragt. Von den entsprechenden Produkten, die 65 Prozent des aufsummierten Vermögens aller aktiv und passiv gemanagten Fonds mit diesem Anlageschwerpunkt ausmachen, erhielten 94 Prozent ein Top-Rating bei Morningstar, was vier oder fünf Sternen entspricht.

Zum Vergleich: Bei den ebenfalls stark nachgefragten Fonds, die Indizes für den Aktienmarkt Großbritanniens eins zu eins abbilden (55 Prozent des gesamten Fondsvermögens dieser Produktkategorie) sind es dagegen nur 22 Prozent, die in der Morningstar-Datenbank mit vier oder fünf Sternen verzeichnet sind.  

Das bedeutet, dass Anleger passiver Fonds der Morningstar-Kategorie „UK Large-Cap Blend“ bei knapp vier von fünf Produkten keinen Top-Fonds im Depot haben. Besonders viele Fonds, die in der rein quantitativen Vergangenheitsbetrachtug mit einer der besten beiden Rating-Noten ausgezeichnet wurden, gibt es in der Gruppe „Global Large-Cap Blend“.