„Aktive ETFs vereinen das beste aus beiden Welten - Überrendite sowie Liquidität“

Sascha Specketer vom ETF-Anbieter Source

Sascha Specketer vom ETF-Anbieter Source

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Dieser Gastbeitrag ist eine Replik auf den kritischen Beitrag über aktive ETFs von Thomas Böckelmann (Vermögensverwaltung Veitsberg).

Exchange Traded Funds (ETFs) haben sich als ideale Instrumente zur Umsetzung passiver Investmentstrategien inzwischen durchgesetzt. Durch sie ist es möglich, standardisierte Basiswerte auf effiziente und transparente Weise abzubilden. Die laufende Weiterentwicklung der Produkte und gestiegene regulatorischen Anforderungen haben zusätzlich zur Anerkennung von ETFs als qualitativ hochwertige Anlageprodukte beigetragen.

Allerdings dürfen ETFs nicht zum Opfer ihres eigenen Erfolges werden. Denn grundsätzlich ist der Einsatz nicht auf passive Anlagestrategien beschränkt. Auch aktive Strategien, die auf eine Überrendite abzielen, können in einem ETF-Mantel abgebildet werden.

Mehrwert durch Anlagevielfalt

Zwar eignen sich ETFs aus unserer Sicht nicht für alle aktiven Strategien als Anlagevehikel. Dies würde obendrein zu einer starken Fragmentierung des Marktes führen. Dennoch können Strategien zur Erzielung einer Überrendite einen Mehrwert liefern.

Die Erweiterung des Produktangebots um ETFs mit innovativen Investmentstrategien stellt daher eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden passiven Produkten dar. Beispielsweise sind Anleger durch den Einsatz von ETFs in der Lage eine „Core-Satellite-Strategie“ umzusetzen. Passive Lösungen bilden dabei den Kern des Portfolios (Core), während sich aktive Produkte für eine selektive Ergänzung (Satellite) anbieten.

Voraussetzung für erfolgversprechende ETF-Strategien

Natürlich stellen sich viele Investoren die Frage, ob sich eine aktive Strategie tatsächlich mit einem ETF realisieren lässt. Ich kann dies mit einem klaren „Ja“ beantworten. Die Herausforderung ist, das Beste aus beiden Welten zu vereinen: die potenzielle Überrendite der Strategie sowie die Transparenz und Liquidität, die Investoren von einem ETF erwarten.

Der Fondsmanager muss daher das Portfolio des Fonds offenlegen. Gleichzeitig ist es Aufgabe des ETF-Anbieters, die Liquidität sicherzustellen und mit dem neuen Produkt eine größere Investorenbasis zu erreichen. Wir sehen starke Anzeichen dafür, dass aktive Strategien auch in Form von ETFs großen Zuspruch erhalten können, wobei die sorgfältige Auswahl für den Erfolg entscheidend ist.

Vorreiter USA

Mittlerweile gibt es bereits einige aktive ETFs am Markt. Die USA mit ihrem stark ausgeprägten Privatkundensegment spielen auch hier eine Vorreiterrolle. In den Staaten gibt es bereits 52 aktive Fonds, wenngleich nur neun davon bisher ein nennenswertes Fondsvolumen erreichen.

Wenig überraschend kommen die erfolgreichsten Produkte von Anbietern mit einer starken Marke. Auch der hohe Anteil an Rentenprodukten ist kaum verwunderlich. Da im Anleihesegment die Indexbildung weniger stark ausgeprägt ist, dauerte es länger, bis sich am Markt allgemein anerkannte Basiswerte etablieren konnten.

Generell ist es aber in allen Assetklassen für die Manager eine Herausforderung, dauerhaft eine Outperformance zu erwirtschaften. Daher waren Investoren im Aktienbereich besonders schnell bereit, Teile ihrer Portfolios in passiven Produkten anzulegen.