Aktive versus Passive Anlagestrategien „Fondsmanager der Zukunft muss 2 Dinge gut können“

Anzeigetafel mit Kursen der Börse Tokio: Viele internationale Aktienmärkte sind bereits per Indexfonds für Privatanleger erschlossen. Das fordert traditionelle Fondsmanager heraus. | © Getty Images

Anzeigetafel mit Kursen der Börse Tokio: Viele internationale Aktienmärkte sind bereits per Indexfonds für Privatanleger erschlossen. Das fordert traditionelle Fondsmanager heraus. Foto: Getty Images

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Aymeric Francois, Investec Asset Management

Eines der wichtigsten Themen in der Investmentwelt in den vergangenen zehn Jahren war die zunehmende Popularität passiver Anlagestrategien. Der weltweite Anteil passiver Fonds stieg von knapp 8 Prozent vor zehn Jahren auf heute mehr als 20 Prozent.

Viele Experten sehen darin eine Bedrohung für die Zukunft des aktiven Managements. Der effiziente, preiswerte Marktzugang passiver Fonds und die Tatsache, dass die Mehrheit der aktiven Aktienmanager Schwierigkeiten haben, die Performance eines breiten Marktindex zu schlagen, hat zu vielen Fragen bezüglich der Zukunft dieser Branche geführt.

Ich bin jedoch der Auffassung, dass der Erfolg passiver Anlagestrategien für größere Klarheit in Bezug auf die Rolle, die aktive Manager spielen sollten, gesorgt hat. Passive Strategien sind vielmehr eine Chance als eine Bedrohung.

Messlatte für aktive Manager

Passive Anlagestrategien setzen die Messlatte für aktive Manager höher. Wir müssen uns überlegen, ob wir ein ausreichend hohes Risiko eingehen, ob wir aktiv genug agieren und ob wir das erforderliche Alpha, wofür wir vergütet werden, auch wirklich erzielen können. Falls uns das nicht gelingen sollte, werden sich unsere Kunden anderweitig umsehen.

Mit anderen Worten: Aktive Manager müssen einen noch aktiveren Ansatz verfolgen. Man muss seine Kompetenz über einen längeren Zeitraum demonstrieren können. Wenn Sie dazu in der Lage sind, werden Sie auch in der Zukunft noch eine gewichtige Rolle spielen.

Fokus auf die Ergebnisse

Dies gilt vor allem in einer Welt, in der der Fokus in weit größerem Maß auf den erzielten Ergebnissen und nicht lediglich auf der Benchmark-Rendite liegt. Finanzplaner und Berater sprechen in zunehmendem Maße von Lösungen für bestimmte Investmentprobleme und weniger davon, bestimmte Renditen zu erzielen.

So möchte zum Beispiel ein Investor im Ruhestand einen bestimmten Prozentsatz seines investierten Kapitals nutzen können, ohne dass der eingesetzte Kapitalstock auf rollierender 12-Monats-Basis schrumpft.

Ein Pensionsfonds könnte dazu gezwungen sein, aktienähnliche Renditen zu erwirtschaften. Die Marktvolatilität muss dabei jedoch halbiert werden, da die Performanceschwankungen aufgrund der regelmäßigen Entnahmen des Planbegünstigten verringert werden müssen.