Alexander von Franckenstein: „Wald bietet einen hervorragenden Sachwert“

Alexander von Franckenstein

Alexander von Franckenstein

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Das Interview wurde DAS INVESTMENT.com freundlicherweise von Focam  und Investory zur Verfügung gestellt.

Investory: Herr von Franckenstein, Sie legen bei Global Family Partners gegenüber Ihren  Kunden grossen Wert darauf, dass sie echtes Multi-Asset-Management anbieten. Was meinen Sie mit echt?

Alexander von Franckenstein: Echtes Multi-Asset-Management bedeutet bei uns, dass unsere Anlagen immer sachwertbasiert sind. Wir verstehen unter einem Multi-Asset-Ansatz eben mehr als die Allokation in verschiedene Assetklassen wie Aktien, Anleihen und Cash. Ein echtes Asset, also ein Sachwert, ist beispielsweise Wald, der ein Bestandteil unserer Global Family Fonds ist.

Dies entspricht einem der Grundbedürfnisse Ihrer Kunden?


Von Franckenstein:
Ja, unbedingt. Family Offices verfolgen eine Anlage-Strategie, die den Werterhalt über Generationen hinweg zum Fokus hat. Dies bedingt, dass Investments möglichst risikoarm sein müssen. Mit Sachwerten lässt sich dies relativ gut erreichen. Wir achten auch bei unseren  Aktieninvestments auf diesen Aspekt. Wenn beispielsweise ein Versicherer wie Generali ein großes Immobilienportfolio besitzt, ist dies bei unserer Anlagephilosophie und für unseren Fokus von Vorteil.

Ihre Spezialität sind in diesem Zusammenhang Investments in Wald und Farmland.

Von Franckenstein:
Wir haben seit drei Jahren einen eigenen Wald-Fonds, den wir unseren Kunden als Beimischung empfehlen. Die Zielrendite beläuft sich auf 3 bis 5 Prozent nach Steuern. Die Rendite ergibt sich allein aus den Cash Flows der bewirtschafteten Waldflächen. Der Bodenwert ist da nicht mitgerechnet.

Wie genau funktioniert der Fonds?


Von Franckenstein:
Wir haben in Finnland eine Fläche von 17'000 Hektar Wald und in Uruguay eine von 1500 Hektar, die von unserer Tochterfirma Latifundium GmbH & Co KG verwaltet und bewirtschaftet werden. In Schottland befinden wir uns in der Due Diligence für eine weitere Waldfläche. Der Gewinnausschüttung aus der Bewirtschaftung dieser Wälder wird in der Rendite des Fonds abgebildet.

Das heißt, Global Family Partners ist im Besitz dieser Wälder. Geschieht dies auch aus Risikoüberlegungen?

Von Franckenstein:
Richtig. Wir haben über ein Jahr gebraucht, um die geeigneten Waldflächen zu identifizieren und dafür 180 Einzelprojekte geprüft. Wir haben uns auch eine Reihe von Timber-Fonds angeschaut, die teilweise mit zweistelligen Renditeversprechen werben. Einige davon schienen uns unseriös. Unsere Auswahl basiert auf einer profunden Analyse. Unter anderem beurteilten wir das Länderrisiko und den Korruptionsgrad, die Diversifikation der Wald- und Baumsorten, die Infrastruktur sowie Erschliessung und Logistikkette. Vorgabe war eine Zielrendite von 3 bis 5 Prozent. Wir sind der Meinung, dies in unseren Fonds Global Family Value und Income gut abgebildet zu haben und unseren Investoren und damit unseren Kundenein echtes Multi-Asset-Management anzubieten.

Die Preise für Wald sind in manchen Regionen in den letzten Jahren enorm gestiegen.

Von Franckenstein:
Ja. In der Schweiz, in Deutschland und in Österreich haben wir von Projekten abgesehen, weilwir aufgrund des Kaufpreises die Zielrendite wohl nicht erreicht hätten. In Kroatien oder Rumänien wiederum gab es interessante Projekte, doch wären wir dort möglicherweise mit bürokratischen Hürden, legalen und Korruptionsrisiken konfrontiert worden.

Die Tiefzinspolitik hat zu einem Run auf Sachwerte geführt. Sehen Sie das Risiko einer Asset Bubble im Waldbereich?

Von Franckenstein:
Es gibt Tendenzen, die auf eine Blasenbildung hinweisen. In gewissen Regionen hat sich der Preis für Grund und Boden innerhalb weniger Jahre verdreifacht. Die Immobilienpreise sind in Toplagen ja auch in schwindelnde Höhen gestiegen. Wir führen bei unseren Käufen immer eine eingehende Due Diligence durch. Dabei liegt unser Fokus auch nicht auf der Bodenpreisentwicklung, sondern auf der Rendite, die auf dem Boden erzielt wird.