Alle gegen Hiesinger Aktie, Markt und Fonds des Monats Mai

Hat eigentlich keinen Grund zu lachen: Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger kriegt von einigen Seiten Feuer | © Getty Images

Hat eigentlich keinen Grund zu lachen: Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger kriegt von einigen Seiten Feuer Foto: Getty Images

In der Print-Ausgabe von DAS INVESTMENT tauchen regelmäßig Märkte und Aktien auf, die in dem Monat etwas Besonderes kennzeichnet. Außerdem nennen wir einen Fonds, der überdurchschnittlich viel Geld einsammelte (Geldmarktfonds ausgenommen).

Aktie des Monats: Thyssenkrupp

Bei kaum einer Aktie ging es im Mai so lustig runter und rauf wie bei der Stahlschmiede aus Essen. Erst erschienen Quartalszahlen, die durchaus im Rahmen der Analystenprognosen lagen. Aktionären stieß allerdings sauer auf, dass ausgerechnet die ungeliebte Stahlabteilung sehr gut lief – Ergebnis vor Zinsen und Steuern verdreifacht – und die Zukunftsfelder Auto-Komponenten und Fahrstühle auf der Stelle traten. Am 15. Mai sank der Aktienkurs um 6,5 Prozent.

Doch dann kam genau eine Woche später die Nachricht, dass mit Paul Singer ein gern auf Krawall gebürsteter Hedgefonds-Manager einsteigen wolle. Von 3 bis 5 Prozent der Stimmrechte ist die Rede. Am 22. Mai zog die Aktie um fast 10 Prozent an. Singer habe es vor allem darauf abgesehen, Konzernchef Heinrich Hiesinger abzusetzen, weil er die Wende im Konzern nicht herbeiführen könne, heißt es.

Hiesinger indes will die Stahl-Sparte mit dem Europageschäft des indischen Konkurrenten Tata Steel verschmelzen und danach einen Plan für die Zukunft von Thyssenkrupp vorlegen. Darin sollen ausgerechnet die zuletzt kaum wachsenden Auto-Komponenten und Aufzüge eine zentrale Rolle spielen.

Feuer bekommt Hiesinger jetzt schon von den Gewerkschaften, die durch die Tata-Fusion schlimmes für ihre Mitglieder befürchten. Außerdem gibt es Krach mit dem schwedischen Finanzinvestor Cevian, der laut Thyssenkrupp etwas mehr als 15 Prozent der Stimmrechte hält. Den Schweden geht alles zu langsam, und am liebsten würden sie den Mischkonzern komplett zerlegen. „Die Struktur von Thyssenkrupp mit fünf Sparten, die nicht zueinander passen, und mit einem Wasserkopf an Verwaltung ist einzig ein Ergebnis der Geschichte des Konzerns. Es gibt da keine Synergien“, soll Cevian-Chef Lars Förberg gegenüber der Börsen-Zeitung getobt haben. Auch die Stahlfusion mit Tata soll er nicht besonders klug finden.

Beweist Hiesinger nun stählernen Willen und hält eisern durch, oder geht er? Das wird sich zeigen. In der Aktie ist auf jeden Fall wieder Bewegung.