Altersvorsorge in Gefahr 5 Gründe, warum die Abgeltungssteuer bleiben muss

Notenbanken schaffen die Zinsen ab und der Staat die Steuervergünstigungen auf Kapitalerträge - wie soll man da noch vernünftig fürs Alter vorsorgen? fragen Vermögensverwalter. Foto: Getty Images

Notenbanken schaffen die Zinsen ab und der Staat die Steuervergünstigungen auf Kapitalerträge - wie soll man da noch vernünftig fürs Alter vorsorgen? fragen Vermögensverwalter. Foto: Getty Images

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1. Die Abschaffung der Abgeltungssteuer führt nicht automatisch zu höheren Steuereinnahmen

Das Zinsniveau sei derzeit so niedrig, dass sich der Aufwand eines höheren individuellen Steuersatzes kaum lohnen dürfte, meint Heiko Wunderlich, Partner bei SKW Schwarz Rechtsanwälte. Und eine höhere Steuer auf die Dividendenerträge würde zwar mehr Einnahmen in die Staatskasse spülen. Sie wäre jedoch ungerecht, da ja bereits auf Ebene der Kapitalgesellschaft Steuern bezahlt werden und – anders als unter dem früher geltenden Anrechnungsverfahren – die Anrechnung dieser Steuer quasi pauschaliert durch den halben Steuersatz erfolgt. 

Außerdem schiebt die Einführung des automatischen Informationsaustausches von Konteninformationen der Steuerflucht zwar einen Riegel vor. Dies gilt jedoch nicht für ganz legale Abwanderung ins Ausland bei sehr vermögenden Personen, die oft über mehrere Wohnsitze verfügen. Auch dadurch würden dem deutschen Staat Einnahmen entgehen.



Russlands Präsident Vladimir Putin (re.) mit französischem Schauspieler Gerard Depardieu, der 2013 russische Staatsangehörigkeit angenommen hat. Dies geschah vermutlich aus Steuergründen: Russland hat einen Einkommenssteuersatz von gerade einmal 13 Prozent; Dividenden-Erträge werden mit nur 9 Prozent besteuert. Sollte die Abgeltungssteuer abgeschafft werden, könnten auch einige sehr vermögende Deutsche Depardieus Beispiel folgen und in ein Steuerparadies abwandern. Foto: Getty Images